Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Wasserwerfer und Räumpanzer bei Brandbekämpfung

Es ist der größte Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern seit Jahrzehnten: Das Feuer auf dem früheren Truppenübungsplatz bei Lübtheen wird nun mit Hilfe von Räumpanzern bekämpft.



Waldbrand bei Lübtheen
Auftanken: Hubschrauber der Bundeswehr nehmen jeweils 5000 Liter Löschwasser in einem See auf.   Foto: Jens Büttner » zu den Bildern

Der verheerende Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter ausgedehnt. Er hat nach jüngsten Angaben inzwischen eine Gesamtfläche von rund 1200 Hektar (12 Quadratkilometer).

Dennoch schöpfen die Verantwortlichen Zuversicht, das vor allem am Boden wütende Feuer unter Kontrolle bringen und schließlich löschen zu können. «Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über», sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg (SPD).

Dabei setzen die Löschkräfte auf die Hilfe der Bundeswehr, die mit schwerer Technik anrückte und begann, sichere Wege in das stark mit Munition belastete Brandgebiet zu öffnen. Wegen der Hitze kommt es dort regelmäßig zu Detonationen alter Munition, weshalb Löschtrupps bislang nicht direkt im Brandgebiet tätig werden konnten.

Zur Unterstützung der Feuerwehren, die bislang vom Rand her das Ausbreiten der Flammen unterbinden, waren am Dienstag erstmals auch Wasserwerfer der Polizei im Einsatz. Sie sollen nach Angaben Sternbergs am Mittwoch mit in die als weniger belastet eingestuften Regionen vordringen und das Feuer auch von innen bekämpfen.

Am Montagabend war wegen der ständig drehenden Winde Volzrade als vierter Ort vorsorglich geräumt worden. Doch seien all diese Dörfer am Rande des Brandherdes gesichert. Somit bestehe vorerst keine Gefahr, dass das Feuer auf Gebäude übergreife, sagte Sternberg. Zuvor waren schon Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs evakuiert worden. Jüngsten Angaben zufolge sind rund 650 Menschen von den Evakuierungen betroffen.

Es sei sein Ziel, diesen Menschen so rasch wie möglich die Rückkehr zu ermöglichen, sagte der Landrat. Doch sei die Lage wegen des noch immer kräftigen Windes weiterhin schwierig. Über eine Rückkehr könne frühestens am Mittwoch entschieden werden.

Inzwischen seien insgesamt fast 3000 Kräfte über den Tag verteilt im Einsatz. «Wie lange wir das mit dem ehrenamtlichen Potenzial noch aufrechterhalten können, wissen wir nicht. Darum geht jetzt alle Kraft in die Richtung, dass wir so schnell wie möglich löschen, löschen, löschen. Das Feuer muss weg», sagte Sternberg.

Wie der Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Gerd Kropf, sagte, wurden bei der Planung des Räumpanzer-Einsatzes auch Bundeswehrangehörige zurate gezogen, die auf dem 2013 stillgelegten Übungsplatz tätig waren. Mit deren Hilfe seien früher befahrene Wege ausfindig gemacht worden. «Die Pioniere haben einige Schneisen geräumt, damit die Einsatzkräfte der Feuerwehr rein können», sagte Kropf. Von Mittwoch an sollen 22 Wasserwerfer der Polizei mehrerer Länder die Feuerwehr beim Löschen unterstützen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) würdigte die Leistung aller Einsatzkräfte. «Es ist beeindruckend und großartig», sagte die Regierungschefin bei einem Besuch in Lübtheen. Sie habe ihren Urlaub in Frankreich unterbrochen, um Feuerwehrleuten, Polizisten, Bundeswehrangehörigen, den vielen Helfern und auch den betroffenen Anwohnern den Rücken zu stärken.

Wie zuvor schon Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) forderte auch Schwesig Verbesserungen beim Brandschutz auf munitionsbelasteten Flächen und nahm dabei den Bund in die Pflicht. «Es muss uns zusammen mit dem Bund etwas einfallen, dass wir im nächsten Jahr nicht wieder in einer solchen Situation sind. Wir brauchen jetzt Klarheit in Deutschland, wie gehen wir mit solchen Gebieten um», sagte Schwesig.

Das verheerende Feuer bei Lübtheen gilt als der größte Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern seit Kriegsende. Dabei verdichteten sich die Hinweise, dass der Brand mit großer Wahrscheinlichkeit gelegt wurde.

Die Dauerbewässerung der Randflächen am Brandherd südöstlich von Lübtheen hat unterdessen Folgen: Wie Sternberg mitteilte, kann an einigen Stellen inzwischen kein Wasser mehr gefördert werden. «Die ersten Brunnen steigen aus», sagte er. Um genügend Wasser für die ab Mittwoch geplante Löschaktion auf dem Truppenübungsplatz selbst bereitstellen zu können, sei ein Fluss in der Nähe auf über drei Meter angestaut worden. Zudem solle auch Wasser aus umliegenden Seen und der etwa 20 Kilometer entfernten Elbe herangeholt werden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
21:16 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ARD Brandschutz Bundespolizei Bundeswehr CDU Debakel Deutsche Presseagentur Deutscher Feuerwehrverband Evakuierungen Feuerwehren Frankreich-Urlaub Innenminister Karl Heinz Landräte Lorenz Caffier Manuela Schwesig Polizei Polizistinnen und Polizisten SPD Till Backhaus Umweltminister Wasserwerfer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Einsatz

04.07.2019

Waldbrand bei Lübtheen hält Löschkräfte weiter in Atem

Im Waldbrandgebiet in Südwestmecklenburg ist nur noch ein Ort akut bedroht. Das Feuer trotzt dort bislang allen Bemühungen von Feuerwehr und Bundeswehr, es zurückzudrängen. Doch auch die Bewohner von Alt Jabel wollen wie... » mehr

Waldbrand bei Lübtheen

03.07.2019

Erste Entspannung bei Waldbrand: Bewohner kehren zurück

Mit vereinten Kräften haben Feuerwehr, Bundeswehr und Polizei den verheerenden Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in die Schranken gewiesen. Für die Bewohner der evakuierten Orte am Rande des ... » mehr

Wrackteil

25.06.2019

Bundeswehrpilot stirbt bei «Eurofighter»-Kollision

Katastrophe über Mecklenburg-Vorpommern: Zwei Kampfflugzeuge der Luftwaffe kollidieren in der Luft und stürzen ab. Die Piloten versuchten sich mit dem Schleudersitz zu retten. Nur einer von ihnen überlebt das Unglück. » mehr

Stephan E.

26.07.2019

Auch AfD Mecklenburg-Vorpommern in rechter Datensammlung

Wer steht auf den sogenannten Todes- und Feindeslisten wie jener der der «Prepper»-Gruppierung «Nordkreuz»? Bislang ging man davon aus, dass diese vor allem das linke politische Spektrum umfasst. Nun zeigt sich: Der Krei... » mehr

Proteste in Hongkong

17.11.2019

Brandsätze und Katapulte: Neue Gewaltwelle in Hongkong

In der chinesischen Sonderverwaltungsregion kommt es erneut zu schweren Zusammenstößen. Polizisten feuern mit Gummigeschossen und Tränengas, Demonstranten mit Pfeilen und Brandsätzen. Ein Einsatz chinesischer Soldaten lö... » mehr

SPD-Fahne

03.12.2019

Die SPD ringt in Sachen Koalition um ihren Kurs

Klare Linie gegenüber der Union - aber viel Spielraum für die Verhandler: So soll der Kompromiss aussehen, mit der sich die SPD für eine weitere Arbeit in der Koalition aufstellt. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesp... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Tödlicher Unfall bei Gleisenau Gleisenau

Tödlicher Unfall bei Gleisenau | 12.12.2019 Gleisenau
» 5 Bilder ansehen

Schwerer Unfall auf der B 303 Ebersdorf

Unfall auf der B 303 | 12.12.2019 Ebersdorf
» 16 Bilder ansehen

Brand in Kronach

Brand in Kronach | 12.12.2019 Kronach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
21:16 Uhr



^