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Brennpunkte

Weiter extremes Lawinenrisiko in den Alpen

Im Allgäu treffen Schneemassen ein Hotel, im Berchtesgadener Land wird eine Straße verschüttet: In den Alpen herrscht weiter hohe Lawinengefahr. Andernorts bringen Regen und Tauwetter neue Probleme.



Winter in Österreich
Weiße Wand: Von den Dächern gerutschter Schnee hat im österreichischen Ort Lackenhof Autos und Hauseingänge unter sich begraben.   Foto: Harald Schneider/APA » zu den Bildern

Während mehrere Lawinen in den Alpen noch einmal die Gefahren des Extremwinters vor Augen geführt haben, ist ein Ende des Dauerschneefalls in Sicht.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet, dass die Niederschläge an diesem Dienstag allmählich abklingen, womit auch die Unwettersituation an den Alpen endet. Der Chef der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), sagte, den Prognosen zufolge sei von Mittwoch an eine deutliche Entspannung möglich. Mancherorts verursachen Tauwetter und Regen nun Hochwasser. In Bayern gab es vor allem in Franken erhöhte Pegelstände, aber auch in Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schwollen die Flüsse an.

Im deutschen Alpenraum galt am Montag weiterhin die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier, in mehreren Regionen Österreichs und der Schweiz sogar die höchste Stufe fünf. Wie groß die Gefahr von Lawinenabgängen ist, zeigte sich am Montagmorgen im Wintersportort Balderschwang im Allgäu - ganz im südwestlichen Zipfel Bayerns gelegen.

Dort traf eine Lawine mit einer Breite von 300 Metern ein Hotel. Fenster wurden eingedrückt, Schnee gelangte ins Innere. Glück im Unglück: Nach ersten Angaben wurde niemand von den Schneemassen verletzt. Der von der Lawine getroffene Wellness-Bereich des Hotels war bereits am Sonntagabend geschlossen worden. Dies sei eine vorsorgliche Maßnahme gewesen, hieß es bei der Lawinenwarnzentrale und beim Landratsamt Oberallgäu. Wegen der Gefahr von Abgängen war auch die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang seit Sonntag gesperrt. Etwa 1300 Menschen saßen in dem Ort nahe Oberstdorf fest.

Weiter im Ostern Bayerns - im Berchtesgadener Land - machte sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Montag ein Bild der Lage. Dabei kündigte er an, dass 230 Einsatzkräfte der Bundespolizei die Helfer in den tief verschneiten Gebieten unterstützen werden. «Das ist ein Signal, dass man in einer solchen Situation einfach zusammensteht», sagte der für die Bundespolizei zuständige Minister. Im Berchtesgadener Land hatte eine Lawine am späten Sonntagabend Teile der Bundesstraße 305 verschüttet. Verletzt wurde niemand.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte über ihren Sprecher ihre Anerkennung für die Helfer in den Alpen aus. Alle Kräfte vor Ort leisteten großartige Arbeit, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Noch immer galt in fünf bayerischen Landkreisen der Katastrophenfall - das bedeutet, dass sämtliche Einsätze der verschiedenen Hilfsorganisationen zentral koordiniert werden. In etlichen Schulen fällt auch in dieser Woche der Unterricht aus, weil die Schulwege als zu unsicher gelten. Außerdem bleibt der Zugverkehr in dieser Woche auf einigen Strecken im Süden Bayerns eingeschränkt.

Staatsminister Herrmann betonte in München: «Die Lage ist nach wie vor angespannt, aber es gibt weiter keinen Grund zur Panik.» Helfer hätten in den vergangenen Tagen in den betroffenen Regionen Südbayerns rund 1000 Dächer von der Schneelast befreit .

In Österreich wurde ein Mann von einer Dachlawine verschüttet und tödlich verletzt. Wie ein Polizeisprecher am Montag sagte, wurden der 47-Jährige und drei weitere Männer beim Abschaufeln eines Hausdachs in der Nähe von Salzburg von den Schneemassen mitgerissen. Sie stürzten etwa sechs Meter in die Tiefe.

In Ruhpolding in den Chiemgauer Alpen wurde die für diesen Dienstag geplante Eröffnungsfeier beim Biathlon-Weltcup abgesagt. «Wir hoffen alle, dass sich die Gefahrensituationen möglichst schnell bereinigen lassen (...) und dass es trotzdem möglich ist, dass wir ab Mittwoch Gastgeber für Sportler und Besucher in der Chiemgau-Arena sein können», sagte Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler in einer Video-Botschaft.

In vielen Skigebieten Bayerns standen am Montag die Lifte still. In Deutschlands höchstem Skigebiet an der Zugspitze blieben die Anlagen geschlossen; in den anderen Skigebieten bei Garmisch-Partenkirchen konnten Skifahrer nur in den niedrigen Lagen ihre Schwünge ziehen. Nebenan in Österreich war nach Angaben des Portals skiresort.de fast die Hälfte der Skipisten aufgrund der Wetterverhältnisse und der teils sehr großen Lawinengefahr geschlossen.

Nach den heftigen Schneefällen ziehen nun Tauwetter und Regen erhöhte Pegelstände an einigen Flüssen nach sich - in Bayern ist insbesondere die Region Franken betroffen. Wie der Hochwassernachrichtendienst Bayern meldete, traten in der Nacht auf Montag vor allem nördlich der Donau mehrere Flüsse und Bäche über die Ufer. Aus Baden-Württemberg hieß es, mit Ausnahme von Neckar und Rhein seien die Wasserstände bereits am Montagvormittag wieder zurückgegangen. An einigen Orten wurden Straßen überschwemmt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 01. 2019
17:59 Uhr

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