Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Weiteres Todesopfer nach Zusammenstößen in Hongkong

Innerhalb eine Woche sterben bei den sich zuspitzenden Protesten in Hongkong zwei Menschen. Zunächst stürzte ein Demonstrant von einem Parkhaus, nun wurde ein alter Mann von einem Pflasterstein getroffen. Die Regierung macht «Randalierer» verantwortlich.



Steine als Wurfgeschosse
Auf einer Straße vor einer Barrikade, die von Demonstranten der Polytechnischen Universität Hongkong gebaut wurde, sind Ziegelsteine verstreut.   Foto: Vincent Yu/AP/dpa » zu den Bildern

Am Rande der anhaltenden regierungskritischen Proteste in Hongkong hat es ein weiteres Todesopfer gegeben. Wie die Behörden am Donnerstagabend mitteilten, erlag ein 70-jähriger Mann seiner schweren Verletzung.

Lokale Medien berichteten, dass der Mann am Mittwoch in einer Auseinandersetzung zwischen Anti-Regierungsdemonstranten und Anwohnern von einem Pflasterstein am Kopf getroffen worden war. Der 70-Jährige hatte demnach mit anderen versucht, von Demonstranten zur Blockade ausgelegte Steine von der Straße zu räumen. In anderen Berichten hieß es, er habe auch Videos und Fotos gemacht. Die Polizei stufte die Tat als Mord ein.

Auf einem Video des tödlichen Vorfalls ist zu erkennen, wie sich schwarz gekleidete Demonstranten und eine andere Gruppe mit Steinen und anderen Objekten bewerfen. Der Mann wird von einem Objekt getroffen und fällt zu Boden.

Die britische Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlichen Angriffs von Demonstranten auf Hongkongs Justizministerin in London. Teresa Cheng Yeuk-wah sei von Dutzenden China-Gegnern und Unabhängigkeitsbefürwortern umringt und attackiert worden, teilte die chinesische Botschaft in London am Freitag mit. Sie sei zu Boden gestoßen worden und habe eine Handverletzung erlitten.

Scotland Yard bestätigte, dass eine Frau am Donnerstagabend mit Verletzungen am Arm ins Krankenhaus gebracht wurde, äußerte sich aber zum Hergang des Vorfalls zurückhaltend. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten an, hieß es. Festnahmen habe es keine gegeben.

Nach einem «Bild»-Bericht sind in Hongkong zwei Deutsche festgenommen worden. Das Auswärtige Amt habe die Festnahmen bestätigt, hieß es. Dieses teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit: «Unser Generalkonsulat in Hongkong betreut zwei deutsche Staatsangehörige konsularisch und steht im Kontakt zu deren Rechtsanwalt sowie den Behörden vor Ort.» Dem Zeitungsbericht zufolge soll es sich bei den beiden Deutschen um Austauschstudenten einer Kunsthochschule handeln, an der es zuletzt Ausschreitungen gab.

Die seit mehr als fünf Monaten anhaltenden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion richten sich gegen die Regierung: Die Demonstranten kritisieren unter anderem den wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige Kronkolonie. Seit der Rückgabe an China 1997 wird Hongkong nach dem dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» autonom regiert.

Die Demonstranten fordern freie Wahlen, eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität und Straffreiheit für die bereits weit mehr als 4000 Festgenommenen. Auch der Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam gehört zu ihren Forderungen.

Die Gewalt in Hongkong war in den vergangenen Tagen eskaliert. Vergangene Woche bestätigten die Behörden den Tod eines Studenten, der am Rande von Ausschreitungen von einem Parkhaus gestützt war.

Am Montag hatte ein Polizist einem jungen Demonstranten in den Bauch geschossen. Sein Zustand hatte sich im Laufe der Woche gebessert. Ebenfalls am Montag zündete ein radikaler Demonstrant einen Sympathisanten der Regierung an. Sein Zustand ist kritisch. Gleiches gilt für einen 15-Jährigen, der laut Berichten von einem Tränengas-Kanister am Kopf getroffen worden war.

Den fünften Tag in Folge entflammten auch am Freitag an vielen Orten in der Stadt Proteste. Demonstranten blockierten dabei mehrere Straßen.

Die Regierung in Hongkong geht wegen der eskalierten Massenproteste von einer tiefen Rezession aus. 2019 wird beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) jetzt ein Rückgang von 1,3 Prozent erwartet, wie die Regierung mitteilte. Bislang hatte sie ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Es wäre die erste Rezession auf Jahressicht in Hongkong seit der globalen Finanzkrise vor gut zehn Jahren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
17:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auswärtiges Amt Britische Polizei Demonstranten Deutsche Presseagentur Deutsche Staatsangehörige Justizminister Krawalle Polizei Polizistinnen und Polizisten Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungschefs Scotland Yard Sozialer oder politischer Protest Staatsangehörige Weltfinanzkrisen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Protest in Hongkong

05.10.2019

Demonstranten in Hongkong trotzen dem Vermummungsverbot

Das Vermummungsverbot in einem Rückgriff auf ein fast 100 Jahre altes koloniales Notstandsrecht verschärft die Spannungen in Hongkong. Aktivisten protestieren weiter mit Maske - andere ziehen vor Gericht. » mehr

Proteste in Hongkong

12.11.2019

USA sehen Lage in Hongkong mit «großer Besorgnis»

Hongkong kommt nicht zur Ruhe: Nach schweren Ausschreitungen am Vortag kehren Demonstranten zurück auf die Straße. Die USA beobachten die Situation mit Sorge. » mehr

Atemprobleme

11.11.2019

Demonstrant angeschossen: Neue Gewaltwelle in Hongkong

Nach dem Tod eines Studenten eskalieren die Proteste in Hongkong. Wütende Demonstranten blockieren Straßen und setzen einen Mann in Brand. Mehrere Polizisten ziehen ihre Dienstwaffen - ein 21-Jähriger wird von einer Kuge... » mehr

Proteste in Hongkong

22.11.2019

Proteste in Hongkong: Lokalwahlen werden zu Stimmungstest

Hongkongs Bezirksräte verfügen kaum über Macht. Dennoch steht ihre Wahl unter genauer Beobachtung. Gewinnt das Pro-Demokratielager deutlich an Stimmen, könnte das den Protesten neuen Auftrieb geben. » mehr

Angriff auf die Nachrichtenagentur Xinhua

02.11.2019

Dutzende Festnahmen nach neuen Ausschreitungen in Hongkong

Die Atmosphäre in Hongkong ist aufgeheizt. Seit 22 Wochenenden in Folge wird demonstriert. Die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein. Aktivisten attackieren erstmals Chinas Staatsagentur Xinhua. » mehr

Demonstrant

06.10.2019

Krawalle in Hongkong: Regierungsgegner erzielen Teilerfolg

Chaos und Randale auf den Straßen, Argumente vor Gericht gegen das Notstandsrecht. Zehntausende demonstrieren - viele trotzen dem Vermummungsverbot. Erstmals ziehen Demonstranten vor Chinas Garnison. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

FRG Ebern wird Fair-Trade-Schule Ebern

FRG Ebern wird Fair-Trade-Schule | 11.12.2019 Ebern
» 10 Bilder ansehen

Küpser Markt-Weihnacht

Küpser Markt-Weihnacht | 09.12.2019 Küps
» 20 Bilder ansehen

Kunstvolle Weihnacht Kronach

Kunstvolle Weihnacht in Kronach | 08.12.2019 Kronach
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
17:19 Uhr



^