Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Wetterextreme treffen Entwicklungsländer besonders hart

In Europa hat der Hitze- und Dürresommer große Schäden angerichtet. Aber hier ist Geld da, um den Bauern zu helfen. Entwicklungsländer trifft es schwerer. Auf der Klimakonferenz in Polen fordern sie Hilfe - und kritisieren die Industriestaaten.



Hurrikan Maria
Puerto Rico wurde 2017 von Hurrikan Maria verwüstet. 3000 Menschen starben.   Foto: Carlos Giusti/AP

Stürme, Starkregen, Hitze und Dürre treffen Entwicklungsländer besonders hart. Unter den zehn Staaten mit den größten Extremwetterschäden waren in den vergangenen 20 Jahren acht Entwicklungsländer mit niedrigem oder niedrigem mittleren Einkommen.

Das zeigt der Klima-Risiko-Index, den die Entwicklungsorganisation Germanwatch auf der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz (Katowice) vorstellte. Der Umgang mit Schäden und Verlusten ist ein Streitthema der Klimadiplomatie, die betroffenen Staaten fordern mehr Unterstützung. Denn die Klimafinanzierung ist nur für Klimaschutz und Anpassung an den Wandel gedacht, nicht für Schäden.

Puerto Rico, Honduras und Myanmar stehen im Rückblick auf die Jahre 1998 bis 2017 an der Spitze der am stärksten betroffenen Länder - gefolgt von Haiti, den Philippinen, Nicaragua, Bangladesch, Pakistan, Vietnam und Dominica. Deutschland liegt auf Platz 25 - und damit deutlich vor seinen Nachbarn Schweiz (41) und Österreich (51). Der Index basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Mit mehr als 11.500 Todesopfern und mehr als 375 Milliarden US-Dollar Kosten - unter Berücksichtigung der von Land zu Land teils sehr unterschiedlichen Kaufkraft - gehörten die Schäden 2017 nach Angaben von Germanwatch zu den verheerendsten der jüngeren Geschichte. Puerto Rico und Dominica wurden im Herbst 2017 von Hurrikan Maria verwüstet. Mit fast 3000 Toten traf es Puerto Rico so schwer, dass das Land in der Betrachtung der vergangenen 20 Jahre ganz nach oben rückte. Deutschland lag 2017 auf Platz 40, hier gab es demnach 27 Tote und rund 3,6 Milliarden Dollar Schäden nach Kaufkraft-Parität.

«Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft», sagte Studienautor David Eckstein. Indirekte Folgen etwa von Hitzewellen, aber auch steigende Meeresspiegel und schmelzende Gletscher seien im Index nicht berücksichtigt - die Schäden seien also eigentlich noch höher. Dürre und Hitze im Sommer 2018 dürften Europa im Index kommendes Jahr noch mehr in den Fokus rücken. «Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass das, was in Verhandlungsräumen besprochen wird, Menschen tatsächlich betrifft.»

Der Vertreter des Karibik-Inselstaats Dominica auf der UN-Konferenz, Lloyd G. Pascal, sagte, sein Land werde wegen seiner geografischen Lage direkt und ungebremst von Hurrikans getroffen. «Die schwächsten Mitglieder der Menschheit auf diesem Planeten bekommen keine Aufmerksamkeit in diesen Klimawandel-Gesprächen», sagte er. Die Klimagipfel seien nur Show. «Wir brauchen mehr Solidarität.» Die Länder, die die Möglichkeit hätten, Treibhausgase zu reduzieren und finanzielle Unterstützung zu leisten, täten dies nicht.

Für den Umgang mit Schäden und Verlusten wurde 2013 nach heftigem Streit der sogenannte Warschau-Mechanismus ins Leben gerufen, der Entwicklungsländer dabei unterstützen soll, mit Klimaschäden zurechtzukommen. Die Finanzierung bleibt aber problematisch.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 12. 2018
13:07 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Dürren Entwicklungsländer Industrieländer Internationaler Währungsfonds Münchener Rück Puerto Rico Schäden und Verluste Starkregen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Asean-Gipfel

03.11.2019

Asean-Gipfel: UN-Generalsekretär für mehr Klimaschutz

CO2-Bepreisung und keine Kohlekraftwerke mehr: Beim Treffen der südostasiatischen Staats- und Regierungschefs fordert der UN-Chef konkrete Maßnahmen fürs Klima. Darüber hinaus ringen die Gipfelteilnehmer um ein großes Fr... » mehr

BRICS Gipfel

15.11.2019

Brics-Gruppe kritisiert Protektionismus

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehen auf Distanz zu den USA, ohne die Regierung Trumps jedoch direkt zu erwähnen. Sie bekennen sich zum Multilateralismus und freien Handel. Und grenzen sich auch bei ein... » mehr

Vorbereitungen

28.08.2019

Tropensturm steuert auf Puerto Rico und Florida zu

Es ist wieder die Jahreszeit der Hurrikans in Amerika: Puerto Rico und die Südwestküste der USA rüsten sich für einen heranziehenden Sturm, der sich bald zu einem Hurrikan auswachsen könnte. Puerto Rico hat schmerzliche ... » mehr

Bier

16.10.2018

Studie: Der Klimawandel macht das Bier teurer

Steigende Meere und vermehrte Wetterextreme wie Dürren, Starkregen und Unwetter - die erwarteten Folgen des Klimawandels sind schlimm genug. Nun haben Forscher zumindest für einige Menschen weitere schlechte Nachrichten. » mehr

Donald Trump

20.10.2019

G7-Gipfel 2020 doch nicht in Trump-Hotel

Die Verkündung, dass Trump den nächsten G7-Gipfel in einem seiner eigenen Hotels ausrichten will, sorgte für große Empörung. Er reagiert nun und ändert die Pläne. » mehr

Sergej Lawrow

28.09.2019

China droht USA mit Vergeltung im Handelskrieg

Der Handelskrieg mit US-Präsident Donald Trump könnte die ganze Welt mit in den Abgrund reißen, warnt Chinas Außenminister vor den Vereinten Nationen. Trotzdem werde Peking sich nicht einschüchtern lassen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Coburger Weihnachtsbaum 2019

Anlieferung Coburger Weihnachtsbaum | 18.11.2019 Coburg
» 19 Bilder ansehen

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 12. 2018
13:07 Uhr



^