Lade Login-Box.
Topthemen: Die Videos der WocheDer BachelorCotubeVor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-Theater

Brennpunkte

Will Trump Grönland kaufen? Arktis-Insel ist irritiert

Was kostet die Welt? Dass dem US-Präsidenten großspurige Ideen nicht ganz fremd sind, ist kein Geheimnis. Aber ist wirklich etwas dran, dass Donald Trump gerne Grönland kaufen würde? Die dortige Regierung jedenfalls geht auf Nummer sicher und reagiert präventiv.



Trump und der Grönland-Kauf
Das Dorf Innaarsuit auf Grönland.   Foto: Karl Petersen/Ritzau Scanpix

Das angebliche Interesse von US-Präsident Donald Trump an einem Kauf Grönlands ist auf der Arktisinsel und in Dänemark auf Verwunderung und Kritik gestoßen.

«Selbstverständlich steht Grönland nicht zum Verkauf», stellte die Regierung der politisch zu Dänemark gehörenden Insel klar. «Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit den USA, und wir betrachten dies als Ausdruck eines größeren Interesses an Investitionen in unser Land und an den Möglichkeiten, die wir bieten», hieß es in der kurzen Stellungnahme der Regierung um Sozialdemokrat Kim Kielsen weiter. Der ehemalige dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen schrieb auf Twitter: «Das muss ein Aprilscherz sein.»

Das «Wall Street Journal», die «Washington Post» und der Sender CNN hatten zuvor berichtet, Trump habe Berater angewiesen, die Möglichkeit zu prüfen, die zum dänischen Königreich gehörende autonome Arktisinsel zu erwerben. Wie seriös die Absichten seien, sei selbst für seine Mitarbeiter unklar. Es sei etwa diskutiert worden, ob eine solche Offerte überhaupt legal sei, wie eine solche Operation vonstatten gehen könne und wo das Geld dafür herkommen solle. Fest stehe, dass Trump, der als Immobilienunternehmer reich wurde, Anfang September seinen ersten Dänemark-Besuch plane.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen will bereits an diesem Sonntag und Montag nach Grönland reisen - für ein Treffen mit dem dortigen Premier Kielsen. Eine Reaktion auf Trumps angebliches Grönland-Interesse ist dies aber nicht. Frederiksens Trip war bereits angesetzt, bevor diese Schlagzeilen auftauchten.

Der außenpolitische Sprecher der dänischen Sozialliberalen, Martin Lidegaard, schrieb auf Twitter, bei der Kaufidee handele es sich hoffentlich um einen Witz. Andernfalls sei dies «ein schrecklicher Gedanke mit dem Risiko einer Militarisierung Grönlands». Die grönländische Abgeordnete Aaja Chemnitz Larsen twitterte: «Nein danke zu Trumps Kaufplänen für Grönland!» Vielmehr müsse eine bessere und gleichberechtigte Partnerschaft mit Dänemark zu einem stärkeren und unabhängigeren Grönland führen.

Das Weiße Haus äußerte sich zu den Berichten auf Anfrage nicht.

Für Washington ist Grönland nach US-Berichten durch seine Nähe zu Russland, die chinesischen Interessen und die vermuteten Bodenschätze strategisch wichtig. Die USA betreiben in Thule einen Luftwaffenstützpunkt, der Teil ihres Raketenwarnsystems ist. 1951 hatten die Vereinigten Staaten und Dänemark ein Verteidigungsabkommen geschlossen. Im Zweiten Weltkrieg nutzten die USA die Insel für die Luftbrücke über den Atlantik.

Neu sei die US-Idee eines Grönland-Kaufs indes nicht, hieß es weiter: Nach dem Zweiten Weltkrieg habe der damalige Präsident Harry Truman 1946 Dänemark 100 Millionen Dollar für Grönland geboten. Einen anderen Vorstoß soll es bereits 1867 gegeben haben.

Grönland mit seinen rund 56.000 Einwohnern ist etwa sechsmal so groß wie Deutschland, ein Großteil der Fläche ist ständig von Eis bedeckt. Geografisch gesehen gehört die größte Insel der Welt zu Nordamerika, politisch aber zu Dänemark. Seit 1979 genießt sie weitgehende Autonomie innerhalb Dänemarks.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
18:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berater CNN Donald Trump Dänische Premierminister Harry S. Truman Lars Løkke Rasmussen Ministerpräsidenten New York Stock Exchange (NYSE) Nordamerika Premierminister Präsidenten der USA Twitter Wall Street Journal
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
US-Präsident Trump

21.08.2019

«Soll das ein Witz sein?» - Trump-Absage verwundert Dänemark

Donald Trump möchte gerne Grönland kaufen, doch die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen sagt klar «Nein». Ist das ein Affront? Der US-Präsident sieht zumindest keinen Grund mehr, jetzt noch nach Dänemark zu komme... » mehr

John Bolton

11.09.2019

Botschafter Grenell im Rennen als Bolton-Nachfolger

Donald Trump hat den Scharfmacher Bolton als Nationalen Sicherheitsberater gefeuert. Eine Änderung von Trumps Außenpolitik muss das nicht bedeuten. Im Rennen um Boltons Nachfolge sehen US-Medien auch jemanden, den die De... » mehr

Donald Trump

21.09.2019

Affäre um angebliches «Versprechen»: Druck auf Trump steigt

Welche Mittel ergreift Donald Trump, um seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr zu sichern? Es sind komplizierte Vorwürfe, die dem US-Präsidenten dieser Tage gemacht werden. Aber sie bergen eine Menge ... » mehr

Messerangriff während jüdischer Feier in New York

30.12.2019

Entsetzen über Messerangriff bei Chanukka-Feier in New York

Schon wieder schreckt ein mutmaßlich antisemitisch motivierter Messerangriff die USA auf, schon wieder müssen Juden um ihr Leben fürchten. Politiker weltweit sind entsetzt - und fordern mehr Engagement gegen Antisemitism... » mehr

Kenneth Starr

vor 20 Minuten

Trump lässt sich von Clinton-Ermittler Starr verteidigen

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump hat begonnen. Nun verkündet das Weiße Haus, wer den US-Präsidenten verteidigen wird - ein Name ist noch aus dem letzten Impeachment bekannt. Die Demokraten heizen die Ukrain... » mehr

Trauerfeier für Soleimani

09.01.2020

Entspannung im Iran-Konflikt: USA bieten Verhandlungen an

Die Eskalationsspirale zwischen den USA und dem Iran scheint vorerst gestoppt. Auf beiden Seiten wird verbal abgerüstet. Washington macht ein Gesprächsangebot. Doch die Nato nennt die Lage unberechenbar. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wein- und Bierprinzessin auf der Grünen Woche

Wein- und Bierprinzessin beehren die Grüne Woche (Berlin | 17.01.2020 Berlin
» 7 Bilder ansehen

Fridays for Future Haßfurt

Fridays for Future Haßfurt | 17.01.2020 Haßfurt
» 10 Bilder ansehen

Zug kracht gegen Auto Kronach

Zug kracht gegen Auto | 13.01.2020 Kronach
» 6 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
18:14 Uhr



^