Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Computer

Experten: Desinformationskampagnen im Netz überschätzt

Die Zahl der Desinformationskampagnen im Netz ist nach Meinung von Politwissenschaftler Simon Hegelich zwar höher als angenommen, ihre Wirkung werde allerdings überschätzt.



«Fake News»
Die Wirkung von «Fake News» im Internet wird nach Ansicht des Politwissenschaftlers Simon Hegelich überschätzt.   Foto: Jens Kalaene

«Quantitativ ist da viel in Gange», sagte Hegelich am Mittwoch in einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses Digitale Agenda im Bundestag. Wenn man diese Kampagnen ins Verhältnis setze zum gesamten Traffic auf den sozialen Netzwerken, sei das Ausmaß aber gering.

Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft sei es schwierig, die Auswirkung beispielsweise auf Wahlentscheidungen oder den öffentlichen Diskurs zu messen. «Generell spricht viel in der Forschung dafür, dass eine Beeinflussung, wenn sie denn überhaupt stattfindet, sehr indirekt ist», schrieb der Wissenschaftler von der Hochschule für Politik in München in einer schriftlichen Stellungnahme für den Ausschuss. «Am ehesten würde man solche Effekte bei kulturellen Themen wie Migration, Anti-Political-Correctness, Religion und Homophobie erwarten.»

Rund sechs Wochen vor der Europawahl ist die Sorge vor Manipulationen hoch. So fürchten die EU-Staaten, dass etwa Russland versuchen könnte, die EU durch Desinformationskampagnen zu destabilisieren. Zudem stehen in diesem Jahr auch noch vier Landtagswahlen in Bremen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen an.

Die geladenen Experten pochten darauf, die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter stärker in die Verantwortung zu nehmen. Wissenschaftler und Journalisten müssten mehr Daten von den Konzernen bekommen, um beispielsweise mögliche Manipulationen zu erkennen und zu verstehen, forderte etwa Martin Emmer vom Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft. Auch Alexander Sängerlaub von der Stiftung Neue Verantwortung forderte mehr Transparenz: «Die Sozialen Netzwerke sammeln zwar viele Daten von uns, geben aber nur wenig zurück.»

Zudem warnten die Experten davor, dass einige Akteure, die Meinungskampagnen schüren, zunehmend in geschlossene Systeme wie den Facebook Messenger oder WhatsApp abwanderten. Außerdem wurde immer wieder unterstrichen, wie wichtig es sei, die Medienkompetenz in der Bevölkerung zu stärken.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 04. 2019
18:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bevölkerung Daten und Datentechnik Deutscher Bundestag Europawahlen Europäische Union Facebook Gefahren Landtagswahlen Manipulation Soziale Netzwerke Twitter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Öffentlichkeit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Europawahl

16.05.2019

Deutsche sehen in Falschnachrichten Gefahr für Europawahl

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland befürchtet, dass die bevorstehende Europawahl durch Falschmeldungen manipuliert wird. » mehr

Mädchen mit Smartphone

28.05.2019

Umfrage: Smartphones für Kinder selbstverständlich

Smartphones sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern. Und die ersten Schritte im Internet machen viele Kinder einer Umfrage zufolge bereits im Alter von 6 bis 7 Jahren. Höchste Zeit für die Vermittlung von Medienk... » mehr

Google

24.09.2019

EuGH setzt weltweitem «Recht auf Vergessenwerden» Schranken

Wer bei einer Google-Suche nach seinem Namen heikle Informationen findet, kann die Löschung der Links beantragen. Der Anspruch darauf ist aber keineswegs umfassend, wie der Europäische Gerichtshof entschied. » mehr

EuGH in Luxemburg

01.10.2019

EuGH-Urteil: Einwilligung in Cookies muss aktiv erfolgen

Ist die voreingestellte Zustimmung in das Setzen von Cookies nach EU-Recht tatsächlich wirksam? Oder müssen Internetnutzer den Haken selbst setzen? Das höchste EU-Gericht hat entschieden. » mehr

Twitter-App

08.10.2019

Experten warnen vor veralteter Twitter-Software für iOS-Apps

Zahlreiche Apps für iPhone und iPad, die eine Twitter-Kommunikation eingebaut haben, enthalten gravierende Sicherheitslücken. Sicherheitsforscher des Fraunhofer-Instituts für » mehr

Soziale Medien im Wahlkampf

17.04.2019

Wie Roboter im Internet Meinung machen

Facebook, Twitter, Instagram: Soziale Medien spielen im Wahlkampf vor der Europawahl eine wichtige Rolle. Doch die Sorge vor gesteuerten Hetzkampagnen ist in Brüssel groß, auch weil Software-Roboter eingesetzt werden, um... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kirchweih Lahm

Kirchweih Lahm | 15.10.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Schauübung der Kronacher Feuerwehr

Schauübung der Kronacher Feuerwehr | 14.10.2019 Kronach
» 13 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 04. 2019
18:42 Uhr



^