Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Computer

Experten entdecken Datenleck in Kaspersky-Virenschutz

In der Virenschutz-Software von Kaspersky hat nach Analysen des Fachmagazins «c't» über Jahre ein Datenleck geklafft, das die Privatsphäre der Nutzer gefährdet.



Kaspersky-Zentrale
Die Zentrale des IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky in Moskau.   Foto: Pavel Golovkin/AP

Demnach hätten Angreifer darüber die Nutzer beim Surfen ausspionieren können, berichtet das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe (18/19). Selbst der Inkognito-Modus eines Browsers habe daran nichts geändert, schreibt «c't»-Redakteur Ronald Eikenberg. Betroffen sein sollen alle Software-Versionen für private Windows-Nutzer sowie Pakete für kleine Unternehmen.

Der Analyse zufolge schleust die Antiviren-Software beim Aufrufen einer Webseite einen individuellen Code in den HTML-Code ein, egal welchen Browser man benutzt. Das Skript sei anscheinend dafür zuständig, grüne Schutzschilde hinter Google-Suchtreffern einzublenden, wenn ein Link nach Einschätzung von Kaspersky sauber ist. Über das Skript sei aber jeder Nutzer eindeutig zu identifizieren. «Bisher kannte ich dieses Verhalten nur von Online-Banking-Trojanern», schreibt Eikenberg. Das bedeute auch, dass jede beliebige Website den von Kaspersky gesetzten ID-Code auslesen und selbst zum Tracken missbrauchen könne.

Nachdem die «c't» den russischen Hersteller über das Problem informierte, hat Kaspersky das Leck bestätigt. Laut «c't» geht der Hersteller jedoch davon aus, dass ein tatsächlicher Missbrauch unwahrscheinlich sei, weil eine mögliche Attacke darüber «zu komplex und nicht profitabel genug für Cyberkriminelle» sei. Seit Juni bietet Kaspersky aber einen Patch an und veröffentlichte auch einen offiziellen Sicherheitshinweis, in dem das Problem und die Lösung beschrieben wird.

Nach dem Patch schleuse die Kaspersky-Software jedoch noch immer ein Skript mit einer ID ein, heißt es bei der «c't». Allerdings sei diese ID nun für alle Nutzer identisch - einzelne Anwender könnten damit nicht mehr identifiziert werden. Angreifer könnten jedoch immer noch herauszufinden, ob ein Besucher die Kaspersky-Software auf seinem System installiert hat und wie alt diese ungefähr ist. Diese Information könne genutzt werden, um einen auf die Schutzsoftware zugeschnittenen Schädling Angriff zu starten.

Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte die verantwortlichen Funktionen in den Einstellungen der Kaspersky-Software deaktivieren, empfiehlt das Fachmagazin. Dort kann dem Kaspersky-Programm untersagt werden, ein «Skript für die Interaktion mit Webseiten in den Datenverkehr» einzubinden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 08. 2019
17:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Browser Cyberkriminelle Datenaustausch und Datenverkehr Produktionsunternehmen und Zulieferer Redakteure Spionage Webseiten Websites
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Google-Logo

02.05.2019

Google ermöglicht automatisches Löschen von Webdaten

Daten zum Nutzerverhalten sind für Google und Facebook die die Basis ihres Milliarden-Geschäfts. Doch Nutzern bereiten die auf Jahre zurückreichenden Sammlungen zunehmend Unbehagen. Google erlaubt jetzt den Nutzern, ein ... » mehr

Facebook

29.07.2019

Datensammlung via «Like»-Button: Websites brauchen Erlaubnis

Viele Websites binden Facebooks «Like»-Button und andere ähnliche Plug-ins ein, die Daten wie die IP-Adresse von Nutzern überträgt. Die Website-Betreiber sind laut einem Urteil für die Erhebung der Daten mitverantwortlic... » mehr

Mozilla-Zentrale

04.06.2019

Firefox schirmt Nutzer stärker vor Werbe-Trackern ab

Firefox will seine Nutzer besser abschirmen. Die Entwickler des Browsers gehen bei der Blockade von Werbe-Trackern allerdings nicht ganz so rigoros wie ein Konkurrent. » mehr

Intel

07.08.2019

Neue Sicherheitslücke bei Intel-Chips gestopft

Es ist schon eineinhalb Jahre her, dass eine gravierende Sicherheitslücke im Design moderner Prozessoren vor allem von Intel die Computerindustrie erschütterte. Aber auch jetzt werden noch neue Angriffswege bekannt. » mehr

Google

17.10.2018

Google lässt Smartphone-Anbieter für Apps bezahlen

Die EU-Kommission hat im Sommer Googles bisheriges Geschäftsmodell beim Mobil-System Android durchkreuzt. Der Konzern reagiert jetzt und will künftig in Europa Lizenzgebühren von Geräteherstellern für seine Apps haben. » mehr

WhatsApp

30.08.2019

iPhone-Schwachstellen machten breiten Datenabgriff möglich

Es ist das schlimmste bisher bekanntgewordene Angriffsszenario gegen das iPhone von Apple: Aufenthaltsort, Fotos und Nachrichten konnten abgegriffen werden. Es reichte, eine präparierte Website zu besuchen. Die Attacke s... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kronach: Brand in Sägewerk

Kronach: Großbrand in Sägewerk | 16.09.2019 Kronach/Höfles
» 26 Bilder ansehen

Kirchweih in Ebern

Kirchweih in Ebern | 16.09.2019 Ebern
» 13 Bilder ansehen

Run of Hope in Kronach

Run of Hope in Kronach | 15.09.2019 Kronach
» 28 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
15. 08. 2019
17:29 Uhr



^