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Computer

Großer Andrang bei Eröffnung der Gamescom

Zocken, verkleiden und Youtube-Stars treffen: Die Gamescom bietet mehr als die Möglichkeit, die neuesten Computer- und Videospiele zu testen. Auch Verbände und die Politik haben die Messe für sich entdeckt.



Gamescom
Messebesucher testen auf der Gamescom neue Spiele.   Foto: Oliver Berg

Tausende haben am Mittwoch den Start der Gamescom gefeiert und haben so das Thema Computerspiele wieder auf die Agenda der Politik gebracht.

In den Kölner Messehallen tummelten sich neben Massen an Gaming-Fans, sogenannte Cosplayer, die sich mit Liebe zum Detail als Manga-Figuren verkleiden, sowie Youtuber, die mitunter Videos über das Computerspielen verbreiten.

Neben den Spiele-Entwicklern und Konsolenherstellern haben auch die Bundeswehr und die Kirche den Vorteil der Zocker-Messer erkannt: Tausende junge Menschen an einem Ort. «Wir sind hier, um Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu machen», erklärte der Leiter des Messestandes der Bundeswehr, Hauptmann Nils Feldhoff. Man wolle hier über Jobs im digitalen Bereich wie Hacking oder Virtual Reality informieren.

Dass auf der Messe auch Ego-Shooter zu den beliebten Videospielen gehören, sei bekannt. «Die Bundeswehr distanziert sich von Killerspielen und Ego-Shootern», erklärte Feldhoff weiter. Im vergangenen Jahr war eine Plakataktion der Bundeswehr zur Gamescom mit Anspielungen auf Videospiele kritisiert worden.

Nur ein paar Meter weiter hat die Jugend der Evangelischen Kirche ihren Stand. «Wir wollen zeigen, dass Kirche auch cool sein kann», sagte Jugendbildungsreferent Daniel Drewes. In vielen Games spielten Moral und Entscheidungen nach christlichen Werten eine Rolle. Mit den etwa 1000 bis 1500 Jugendlichen, die täglich an den Stand kämen, wolle die evangelische Jugend auf der Messe ins Gespräch kommen.

Während sich die vielen Besucher teilweise für mehrere Stunden bei Game-Entwicklern in die Schlangen stellten, um selbst am Bildschirm zocken zu können, diskutierte die Politik weiter über die Anerkennung von E-Sport - im Kern sind das Videospiel-Wettbewerbe - als Sportart. «Wir wollen E-Sport fördern und stärken, dass es in Vereinen organisiert werden kann», forderte der politische Geschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, bei einer Podiumsdiskussion. Auch für die FDP sprach sich Linda Teuteberg für eine Anerkennung aus.

Die Förderung ist jedoch schwierig. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) lehnte eine Anerkennung bislang ab. Eine «schwere Fehlentscheidung» sei das laut Kellner. Politik könne daher nur öffentlichen Druck ausüben, betonte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil.

Die traditionellen Sportstrukturen werden es laut Klingbeil bereuen, wenn sie nicht auf E-Sport zugingen. Ein Problem dabei sei allerdings die Vermischung zwischen Verein, Produktplatzierung und Gemeinnützigkeit, entgegnete CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Es müsse gehen, dass darüber der Breitensport gefördert werden könne. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Jörg Schindler, warf aber zugleich die Frage auf, wie stark da kommerzielle Einflüsse mit reinspielten.

Was die Trends angeht, ist Cloud-Gaming ein großes Thema auf der diesjährigen Computer- und Videospielmesse. Damit sollen grafisch aufwendige Games auch zum Beispiel auf Smartphones laufen können - weil die Rechenarbeit auf über superschnelle Netze verbundenen Servern im Netz erledigt wird. Zu den Playern hier gehört unter anderem Google. Der Internet-Konzern ist auch auf der Messe vertreten und bewirbt seinen Dienst Stadia. Eine ähnliche Vision haben auch Microsoft und Sony mit den Angeboten Xbox xCloud beziehungsweise Playstation Now.

Im vergangenen Jahr kamen 370 000 Menschen zur Gamescom. Die Messe gilt als das weltgrößtes Event rund um Computer- und Videospielbranche.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
16:56 Uhr

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