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Facebook will Propaganda und gefälschte News eindämmen

Für Facebook-Chef Zuckerberg ist es eine Gratwanderung: Auf der einen Seite will er unlautere Meinungsmache von der Plattform verbannen. Er will sich aber auch nicht Zensurvorwürfen aussetzen. Das Netzwerk geht nun aber konsequenter gegen Propaganda aus dem Ausland vor.



Facebook
Facebook war unter massive Kritik geraten, weil das Online-Netzwerk im Umfeld der US-Präsidentenwahl 2016 für groß angelegte Kampagnen aus Russland missbraucht wurde.   Foto: Richard Drew/AP/dpa

Facebook ergreift gut ein Jahr vor der US-Präsidentenwahl weitere Maßnahmen, um die Verbreitung von Propaganda und gefälschter Nachrichten bei dem Online-Netzwerk einzudämmen.

So sollen künftig staatlich kontrollierte Medien - wie etwa der russische Fernsehsender Russia Today - gut sichtbar als solche gekennzeichnet werden. Zudem wird das Online-Netzwerk bei Beiträgen, die von unabhängigen Faktenprüfern für falsch erklärt wurden, prominenter darauf hinweisen, wie Facebook mitteilte.

Facebook sei in den vergangenen Jahren deutlich besser im Kampf gegen Propaganda und gefälschte Nachrichten geworden, betonte Gründer und Chef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz. Zugleich sei das Online-Netzwerk aber immer ausgeklügelteren Attacken aus Ländern wie Russland, Iran und China ausgesetzt. Am Montag gab Facebook auch bekannt, dass drei Kampagnen aus dem Iran und eine aus Russland entdeckt und gestoppt wurden, die sich als gewöhnliche Nutzer ausgaben. Ihre Beiträge hätten auf Menschen in den USA, Lateinamerika und Nordafrika gezielt.

Facebook war unter massive Kritik geraten, weil das Online-Netzwerk im Umfeld der US-Präsidentenwahl 2016 für groß angelegte Kampagnen aus Russland missbraucht wurde, die darauf zielten, die Spannungen in der US-Gesellschaft zu verschärfen.

Accounts von gewählten Politikern, Wahl-Kandidaten und deren Mitarbeitern sollen in einem Programm mit dem Namen «Facebook Protect» verstärkt abgesichert werden, hieß es am Montag weiter. Schärfer will Facebook gegen Versuche vorgehen, Wähler einzuschüchtern oder zum Beispiel über Ort und Ablauf der Abstimmung falsch zu informieren.

Zuckerberg hatte zuvor in einer Rede an der Georgetown-Universität in Washington deutlich gemacht, sich nicht in inhaltliche Aussagen von Wahlkampfspots einzumischen, selbst wenn die Werbeanzeigen irreführende Inhalte oder gar glatte Lügen enthalten. «Ich denke nicht, dass die meisten Menschen in einer Welt leben wollen, in der man nur Dinge veröffentlichen kann, von denen Tech-Unternehmen glauben, dass sie zu 100 Prozent stimmen», sagte Zuckerberg. «Wir denken, dass die Leute die Möglichkeit bekommen müssen, zu sehen, was Politiker sagen.»

Facebook-Kritiker hatten zuvor das Netzwerk attackiert, nachdem Unterstützer von US-Präsident Donald Trump in dem Netzwerk einen Werbespot veröffentlichten, in dem der demokratische Präsidentschaftsanwärter Joe Biden ohne jegliche Grundlage der Korruption bezichtigt wird. Sender wie CNN lehnten es ab, den Clip zu zeigen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 10. 2019
09:55 Uhr

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22. 10. 2019
09:55 Uhr



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