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Messe: Digitalangebote der Verwaltung noch zu kompliziert

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist eine Mammut-Aufgabe - ihr will die Smart Country Convention in Berlin eine Plattform für alle Beteiligten bieten. Wie auch eine Studie zeigt, gibt es bei allem Erfolg noch viel Luft nach oben.



E-Personalausweis
Mit den neuen E-Personalausweisen lassen sich jetzt schon manche Verwaltungsvorgänge online erledigen.   Foto: Ole Spata/dpa-tmn/dpa

Einen kompetenten Umgang mit der Digitalisierung trauen einer aktuellen Studie zufolge zwei Drittel der Bevölkerung (66 Prozent) ihrer Stadtverwaltung zu. Jeder zweite Bundesbürger (56 Prozent) sagt demnach jedoch, dass seine Stadt nicht digital sei.

Das sind Ergebnisse einer Studie, die der Digitalverband Bitkom zur Eröffnung der «Smart Country Convention» in Berlin am Dienstag vorgestellt hat. Auf der Messe kommen noch bis zum 24. Oktober rund 100.000 Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zusammen, um Chancen und Lösungen der Digitalisierung auszuloten.

Laut der repräsentativen Studie, die der Bitkom in Auftrag gegeben hat, fordern 69 Prozent der Befragten von ihrer Stadtverwaltung, der Digitalisierung mehr Nachdruck zu verleihen. Vor allem beim Wohnen, der Verwaltung, beim Verkehr bei der Sicherheit und der Umwelt sehen die Menschen Handlungsbedarf.

«Dem Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung müssen die Rathäuser jetzt gerecht werden», sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Lebensqualität sowie Standortattraktivität ließen sich damit steigern. Die Kommunen bräuchten jedoch das nötige Geld, Know-how und einen engen Austausch mit der örtlichen Wirtschaft und den Bürgern.

Die Bundesregierung habe sich ehrgeizige Ziele gesetzt, sagte Günter Krings, Staatsminister des Innenministeriums zur Eröffnung. Die Digitalisierung von Infrastruktur, Arbeit und Ausbildung schaffe große Chancen und sei Teil der Lösung, um etwa gleichwertige Lebensverhältnisse auch in ländlichen Regionen zu schaffen.

Mit dem Online-Zugangsgesetz werde zudem sichergestellt, dass in wenigen Jahren die Verwaltungsdienste von Bund, Ländern und Kommunen auch digital angeboten werden. Und mit einem Rechtsanspruch auf schnelles Internet bis 2025 habe die Bundesregierung die Weichen für eine bessere Infrastruktur gestellt.

Eine große Mehrheit von 89 Prozent würde sich laut Studie des Bitkom wünschen, wenn die Beantragung, Verlängerung und Zusendung etwa des Reisepasses oder des Personalausweises automatisch verliefe. 84 Prozent würden gerne Verwaltungsangelegenheiten digital erledigen, zum Beispiel den Wohnsitz ummelden oder Kindergeld beantragen.

Aktuell hänge das digitale Amt jedoch «in der Warteschlange», sagte Berg. Viele verfügbaren Angebote seien noch unnötig kompliziert. «Was wir brauchen, sind bundesweite Standards, damit das digitale Rad nicht in 11.000 Kommunen immer neu erfunden wird.»

Selbst bei vielen guten Beispielen für den digitalen Erfolg sieht Berg noch viel Luft nach oben - und fordert Mut und Tatendrang ein: «Gut ist auch die kleine Schwester der Lethargie.» Dabei eröffne die Digitalisierung gerade auch im ländlichen Raum die Chance, Distanzen zu überwinden - in der medizinischen Versorgung, der Bildung oder der Arbeit.

Die Smart Country Convention will für die Ideenfindung und den Austausch eine Plattform bieten. Die Messe findet seit Dienstag zum zweiten Mal in Berlin statt. Diesmal ist Litauen offizielles Partnerland. «Es lohnt sich, einen Blick nach Litauen zu werfen, wo der Bürgerservice längst online stattfindet und ganz selbstverständlich von den Menschen genutzt wird», sagte Berg. Anders als in Deutschland sei dort für die Verwaltung «online der Standard und offline die absolute Ausnahme».

Die Messe richtet sich an Vertreter von Bund, Ländern, Landkreisen, Städte und Gemeinden sowie kommunale Unternehmen. Ein Kongress, eine Ausstellung mit diesmal 150 Teilnehmern sowie Workshops und Weiterbildungsveranstaltungen stellen Lösungen für die digitale Verwaltung öffentlicher Dienstleistungen in den Mittelpunkt.

Von Unternehmer-Seite beteiligen sich an der Messe unter anderen die Deutsche Telekom, SAP und Bechtle. Als institutionelle Partner sind der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag als Partner mit dabei. Auch das Bundesinnenministerium ist mit einem Stand vertreten. Für Mittwoch wird ein Besuch von Innenminister Horst Seehofer (CSU) erwartet.

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dpa

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22. 10. 2019
13:55 Uhr

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22. 10. 2019
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