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«Hey»: Streit um Apples App-Store-Regeln

Unmittelbar vor Apples wichtiger Entwicklerkonferenz WWDC hat sich die Debatte um die Abgaben im App Store des Konzerns zugespitzt. Auslöser ist der Streit zwischen Apple und den Entwicklern der E-Mail-App «Hey».



Apple-App-Store
Das App-Store-Logo ist auf dem Bildschirm eines iPhones zu sehen.   Foto: Silas Stein/dpa

Der iPhone-Konzern verbannte die Anwendung mit dem kostenpflichtigen Dienst aus seiner Download-Plattform, weil sie keine Möglichkeit bietet, ein Abo direkt in der App abzuschließen.

Apple verlangt eine Kommission von 30 Prozent, wenn Apps oder digitale Dienstleistungen auf der Plattform des Konzerns verkauft werden. Bei länger laufenden Abos sinkt der Anteil auf 15 Prozent. Zugleich richteten sich einige Anbieter wie zum Beispiel Netflix so ein, dass sie die Abos auf ihrer eigenen Website verkaufen - und die Nutzer sich dann in der App auf dem Apple-Gerät nur anmelden müssen. In diesem Fall wird keine Abgabe an Apple fällig.

Auf dieses Modell wollte auch die Entwicklerfirma Basecamp mit ihrer «Hey»-App zurückgreifen. Apple ließ die Anwendung auch zunächst in den App Store. Doch bei einem Update hieß es dann wenige Tage später, die App verstoße gegen die Regeln der Plattform. Apple argumentiert unter anderem, dass die Netflix-Ausnahme nur für sogenannte Reader-Apps mit Inhalten wie Musik, Video und E-Books gelte. «Für E-Mail gab es nie eine Ausnahme von den Regeln», sagte Marketingchef Phil Schiller dem Technologieblog «TechCrunch» am Freitag.

Nach den aktuellen Regeln müsste Basecamp den Nutzern zusätzlich die Möglichkeit anbieten, das ab 99 Dollar pro Jahr bepreiste Abo zusätzlich auch direkt zum Kauf in der App anzubieten. Bei diesen Käufen würde - anders als auf der Website - eine Abgabe an Apple fällig. Basecamp könnte das Abo in der App dann teurer als im Web verkaufen, um dies auszugleichen. Eine andere Möglichkeit wäre, in der App eine kostenlose Basis-Funktionalität anzubieten - und das Bezahl-Upgrade auf der eigenen Website. Basecamps Technikchef David Heinemeier Hansson gab sich jedoch unnachgiebig, bezeichnete Apple in einem Tweet als «Gangster» und betonte, dass sich seine Firma weigern werde, das «Lösegeld» zu bezahlen.

Die Kontroverse entzündete sich ausgerechnet in der Woche, in der die EU-Kommission ein Ermittlungsverfahren gegen Apple wegen der App-Store-Regeln einleitete. Es geht auf eine Beschwerde des Musikdienstes Spotify zurück. Der Musikstreaming-Marktführer kritisiert, die Abgabe von 15 bis 30 Prozent auf die Abo-Erlöse benachteilige ihn, weil Apple als Plattform-Betreiber bei seinem konkurrierenden Dienst Apple Music die gesamten Einnahmen bekomme.

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dpa

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Veröffentlicht am:
19. 06. 2020
21:08 Uhr

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