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Obama an die Jugend: Lasst Opas nicht eure Zukunft bestimmen

Smart und locker antwortet der Ex-US-Präsident auf die Fragen der jungen, angehenden Führungskräften aus Europa. Obama erntet viel Beifall. Kritische Fragen? Lieber nicht.



Obama in Berlin
Angela Merkel und Barack Obama kommen nach einem Gespräch aus dem Kanzleramt in Berlin. Der ehemalige US-Präsident ist seit Donnerstagabend in Deutschland.   Foto: Michael Kappeler

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die jungen Menschen aufgerufen, sich in der Welt zu engagieren und sich einzumischen. Die Jungend sei aufgefordert, die Welt zu verändern, und «ihr könnt die Welt verändern», sagte Obama am Samstag in Berlin,

Er bekräftigte bei einer Veranstaltung mit jungen Menschen in der ESMT-Privathochschule: «Ihr lasst euren Großvater oder eure Großmutter auch nicht entscheiden, welche Kleider ihr tragen oder welche Musik ihr hören wollt. Warum lasst ihr sie dann bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt?»

Die Jugend sollte über den politische Kurs mitentscheiden. Das gelte auch für die Umweltpolitik und den Klimaschutz. Das gelte aber auch, wenn es gegen den weltweiten Populismus gehe. Wie schon bei einem Auftritt am Donnerstag in Köln vermied Obama es, seinen Nachfolger Donald Trump beim Namen zu nennen. Aber diese Aussagen dürften wieder an diesen adressiert gewesen sein.

In Obamas Amtszeit war 2015 das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden. Trump leitete als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt der USA aus dem Abkommen ein. Allerdings wurde auch Obamas Klimapolitik während seiner Präsidentschaft von deutscher Seite immer wieder kritisiert. Er hatte auch das Thema relativ spät für sich entdeckt.

Obama sprach auch das Problem der Migration in Europa und in den USA an und unterstrich, dass es weltweit einer vernünftigen Einwanderungspolitik bedürfe. Zudem gehe es darum, die Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern.

Wenn man voneinander lerne, könne man die Welt verändern, munterte Obama die jungen Leute auf. Die sozialen Medien seien das Netzwerk, das eine weltweite Verständigung ermögliche. Aber diese Medien müssten auch für Desinformationen herhalten und könnten damit auch für Konflikte sorgen. Europa gehe es gut. Es habe einen der höchsten Lebensstandards, gute Bildung und Demokratie. Aber: «Wir leben in unsicheren Zeiten.» Mächtige Kräfte wollten diesen Standard zerstören.

Die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, fragte Obama, wie er die persönlichen Angriffe gegen sich verarbeite. Beide gaben sich bei der Veranstaltung einen sogenannten Faustgruß - umgangssprachlich als «Ghettofaust» bekannt. Obama ist bekannt für diese Art der Begrüßung, immer wieder hatte er so als US-Präsident Leute gegrüßt, etwa Angestellte und Besucher im Weißen Haus oder den ehemaligen US-Vizepräsident Joe Biden.

Wie er persönliche Angriffe wegstecke? Er schaue sich keine Sendungen über sich an. Das brauche er nicht, denn er sei ja selbst da gewesen und wisse, was passiert sei, antwortete Obama. Der Ex-Präsident verabschiedete sich mit den Worten: «Ändert die Welt.»

Am Vortag hatte sich Obama mit Kanzlerin Angela Merkel zu einem anderthalbstündigen Meinungsaustausch getroffen. Dabei dürfte es auch um die angespannten transatlantischen Beziehungen gegangen sein. Den Auftakt seines Deutschlandbesuch machte Obama am Donnerstagabend in Köln bei einer Veranstaltung mit 14.000 Teilnehmern.

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 04. 2019
18:09 Uhr

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06. 04. 2019
18:09 Uhr



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