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Hintergründe

Christchurch-Anschlag: Was wir wissen - was wir nicht wissen

Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind am Freitag mindestens 49 Menschen getötet worden.



Waffen im Kofferraum
Ein Standbild aus dem Video des mutmaßlichen Schützen zeigt Waffen in einem Kofferraum.   Foto: Tätervideo

WAS WIR WISSEN

DIE TAT: Mit Schüssen sind laut Polizei an zwei Moscheen in Christchurch 49 Menschen getötet worden. Den Gesundheitsbehörden zufolge wurden 48 weitere Menschen mit Schusswunden in Krankenhäuser gebracht. Der genaue Ablauf der Tat war auch nach Stunden noch nicht geklärt. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem «terroristischen Angriff».

DIE FESTNAHMEN: Als mutmaßlicher Haupttäter wurde ein 28-jähriger Australier festgenommen. Er soll am Samstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Zudem gab es zwei weitere Festnahmen.

DAS VIDEO: Der Haupttäter zeigte den Angriff live auf Facebook aus der Ich-Perspektive in einem Video. Der Attentäter trägt einen Tarnanzug. Im Video ist auch zu sehen, dass mehrere Waffen und Magazine mit Namen und Schriftzügen versehen sind. Nach der Tat sagt der Angreifer, dass er bedauere, die Moschee nicht noch abgebrannt zu haben. Facebook teilte mit, das Video nach einem Hinweis der Polizei entfernt und die Profile des Attentäters sowohl auf Facebook als auch auf Instagram gesperrt zu haben. Die Ermittler forderten die Öffentlichkeit dazu auf, die Aufnahmen nicht im Internet zu verbreiten.

DAS LIED: Im Video ist vor der Tat im Auto des Angreifers ein serbisch-nationalistisches Kampflied zu hören. Das bestätigte der bosnische Botschafter in Neuseeland, Mirza Hajric. Das Lied «Karadzic, führe deine Serben» kursiert im Internet seit einigen Jahren im Zusammenhang mit einem anti-muslimischen Meme. Als Memes werden Bilder und Videos bezeichnet, die im Internet vielfach verbreitet werden.

DIE FOLGEN: Neuseeland ist geschockt - die Polizei spricht von einem «nie da gewesenen Ereignis». Alle Moscheen im Land wurden aufgerufen, ihre Türen zu schließen. Der Öffentlichkeit wurde geraten, sich bis auf Weiteres von Moscheen fernzuhalten. Eine zwischenzeitliche Ausgangssperre an den Schulen in Christchurch wurde aufgehoben.

WAS WIR NICHT WISSEN

DIE HINTERGRÜNDE: Dazu äußerte sich die Polizei bislang nicht. «Wir sind in dieser Phase nicht in der Lage, Details dazu bekanntzugeben, was zu den Angriffen geführt hat», teilte sie mit.

DAS MANIFEST: Im Internet kursiert ein 74-seitiges Schreiben, das der Haupttäter kurz vor der Tat veröffentlicht haben soll. Darin wird eine Tat in Christchurch angekündigt und seine rechtsextreme und fremdenfeindliche Motivation dargelegt. Das Schreiben nimmt auch auf den norwegischen rechtsextremen Massenmörder Anders Behring Breivik Bezug. Die neuseeländische Polizei hat sich dazu bisher nicht geäußert. Im Manifest heißt es auch, der Attentäter habe kurz Kontakt mit Breivik gehabt. Dazu erklärten sowohl das Gefängnis im norwegischen Skien als auch Breiviks Anwalt, es sei nahezu unmöglich, dass der Täter direkten Kontakt mit Breivik gehabt haben könnte.

DER TÄTER: Neuseeländische Medien berichten unter Berufung auf die australische Polizei mit Namensnennung, dass es sich bei dem Angreifer um einen weißen gebürtigen Australier handle. Die neuseeländischen Ermittler äußerten sich dazu bislang nicht. Die australische Polizei teilte der dpa mit: «Da dies eine laufende Ermittlung der neuseeländischen Behörden ist, bestätigen wir zu diesem Zeitpunkt keinerlei Namen.»

DIE OPFER: Bislang liegen keine genauen Angaben zu den Opfern vor. Unter den Verletzten sind nach Worten des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu auch zwei türkische Staatsbürger. Auch zwei Indonesier - Vater und Sohn - sind nach Angaben des Außenministers des Landes verletzt worden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2019
17:25 Uhr

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