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Hintergründe

Provokation im britischen Parlament? Rees-Mogg legt sich hin

Es ist eine der wichtigsten Debatten in der Geschichte des britischen Parlaments - doch der erzkonservative Brexit-Hardliner Jacob Rees-Mogg lehnt sich demonstrativ zurück.



Brexit
Der Vorsitzende des Unterhauses, Jacob Rees-Mogg, lehnt sich während der Notstandsdebatte gelangweilt in seiner Parlamentsbank zurück.   Foto: House Of Commons/PA Wire

Als Geste der Verachtung werteten zahlreiche Abgeordnete, wie sich Rees-Mogg am Dienstagabend im Unterhaus auf einer der mit grünem Leder bespannten Bänke ausstreckte: «Die Verkörperung von Arroganz, Anspruchsdenken, Respektlosigkeit und Geringschätzung für unser Parlament», schrieb die Labour-Abgeordnete Anna Turley in der Nacht zum Mittwoch auf Twitter. Rees-Mogg, der hochgewachsene Abgeordnete aus der konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson, ist bekannt für sein elitäres, exzentrisches Auftreten.

Noch während der Debatte kritisierte die Grünen-Abgeordnete Caroline Lucas Rees-Mogg und sagte, er mache sich «über drei Sitze breit, und legt sich hin, als ob das, was er heute Abend hören muss, etwas sehr Langweiliges für ihn wäre». Mehrere Abgeordnete forderten Rees-Mogg mit lauten Zwischenrufen auf, sich aufrecht hinzusetzen. Doch der grinste nur, schüttelte immer wieder den Kopf oder rückte seine Brille zurecht.

Einige nahmen die Situation mit Humor. «Ich erwarte fast, dass die Nanny mit einer Decke, einem Kissen und einem Heißgetränk für den armen Mann in die Kammer marschiert!», schrieb die Labour-Abgeordnete Angela Rayner auf Twitter. Handelte es sich um schlechte Manieren oder Überheblichkeit, fragte sich die Liberalen-Abgeordnete Sarah Wollaston.

Die Gegner von Johnsons Brexit-Kurs hatten am Dienstag - gegen den Willen der Regierung - den Weg für ein Gesetzgebungsverfahren frei gemacht, mit dem ein EU-Austritt-Großbritanniens ohne Abkommen am 31. Oktober verhindert werden soll.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2019
12:32 Uhr

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04. 09. 2019
12:32 Uhr



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