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Hintergründe

Wie geht es dem deutschen Agrarsektor?

Tausende Bauern protestieren gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Landwirtschaftliche Betriebe würden in ihrer Existenz gefährdet, argumentieren sie.



Düngung
Deutschland drohen Strafzahlungen von mehreren Hunderttausend Euro pro Tag, wenn der Streit mit der EU ums Düngen und die Grundwasserbelastung mit Nitrat nicht beigelegt wird.   Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild

Wie steht der Landwirtschaftssektor da?

In Deutschland gab es 2018 etwa 266 700 landwirtschaftliche Betriebe und mehr als 16,6 Millionen Hektar Nutzfläche. Dabei verfügen etwa 14 Prozent der Unternehmen über rund 60 Prozent der Fläche. 8 Prozent der Bauern sind Kleinbetriebe mit höchstens 5 Hektar. Das entspricht etwa einem Quadrat mit einer Seitenlänge von 220 Metern. Nach den jüngsten Daten von 2016 hielten zwei Drittel der Betriebe Vieh.

Wie hat sich die Branche entwickelt?

Während die Nutzfläche seit 2007 annähernd gleichgeblieben ist, sank die Zahl der Betriebe bis 2018 um knapp 55 000, ein Rückgang um etwa 17 Prozent. Großbetriebe profitieren vom Strukturwandel, von ihnen gibt es immer mehr, kleinere Höfe werden seltener. Nach Angaben des Bauernverbandes hat sich der Trend etwas verlangsamt: Vor 2007 hatte sich die Zahl der gesamten Betriebe alle 20 Jahre halbiert.

Wohin gehen die deutschen Agrarprodukte?

In der Lebensmittelwirtschaft verdienen Betriebe ein Drittel mit Exporten, 2018 waren das nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums geschätzt 71,5 Milliarden Euro. Die Bundesrepublik ist in diesem Bereich weltweit der drittgrößte Exporteur - vor allem Richtung Niederlande, Frankreich und Italien. Eingeführt wurden 2018 landwirtschaftliche Produkte im Wert von etwa 85,5 Milliarden Euro.

Wie wird den Bauern unter die Arme gegriffen?

Es gibt mehrere Agrarhilfen. Brüssel etwa fördert über die sogenannte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) die deutschen Bauern 2019 mit gut 4,7 Milliarden Euro. Diese Direktzahlungen sind an Voraussetzungen gebunden, wie etwa nachhaltige Landwirtschaft. Im Schnitt sind damit nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 281 Euro pro Hektar geflossen, wobei kleinere Betriebe bevorzugt würden. Daneben gibt es auch Sonderfonds bei Ernteausfällen etwa nach Dürrejahren.

Was gibt Brüssel vor?

Ob Glyphosat oder Nitrat: Im EU-Recht gibt es strikte Vorgaben etwa darüber, was auf Feldern verteilt werden darf. Hintergrund sind der europaweit geregelte Natur- und Tierschutz. Derzeit drohen Deutschland etwa Strafzahlungen von mehreren Hunderttausend Euro pro Tag, wenn der Streit zwischen Berlin und Brüssel ums Düngen und die Grundwasserbelastung mit Nitrat nicht endgültig gelöst wird.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 11. 2019
17:32 Uhr

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26. 11. 2019
17:32 Uhr



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