Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Wirtschaft

Agrarministerin Klöckner verteidigt strengere Düngeregeln

Deutschland steht unter Druck aus Brüssel, beim Grundwasserschutz nachzusteuern. Bund und Länder arbeiten deswegen an weiteren Düngebeschränkungen, auch wenn bei Landwirte weiter Unmut schwelt.



Junglandwirtetag Niedersachsen
CDU-Politikerin Klöckner sprach vor jungen Landwirten in Burgdorf bei Hannover.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Bundesagrarministerin Julia Klöckner die geplante Verschärfung der Düngevorgaben verteidigt.

Zu behaupten, die Landwirtschaft habe keine Auswirkungen auf die Nitratwerte im Grundwasser, sei «eine steile These», sagte die CDU-Politikerin vor jungen Landwirten in Burgdorf bei Hannover. Die Wasserwirtschaft betonte, striktere Regeln seien notwendig, weil das Grundwasser vielerorts die europäischen Nitrat-Grenzwerte reißt.

Klöckner sagte, sie habe im Ringen mit der EU bereits erreicht, dass verringerte Düngung nicht flächendeckend, sondern nur in belasteten Gebieten gelten solle. Die Messbedingungen müssten zudem bundesweit einheitlich sein.

Deutschland stehe aber nicht am Anfang eines Dialogs mit der EU, sondern am Ende eines juristischen Prozesses. «Wir sind verklagt worden und waren in allen Punkten unterlegen.» Weil Nitratwerte seit Jahren zu hoch sind, hatte die EU-Kommission 2018 beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Recht bekommen. Daher müssen Bund und Länder weitere Düngebeschränkungen umsetzen.

Umwelt- und Agrarministerium haben kürzlich nochmals überarbeitete Vorschläge nach Brüssel geschickt - die Kommission muss bewerten, ob sie reichen. Wie es am Dienstag in Regierungskreisen hieß, will das Kanzleramt eine Novelle der erst 2017 verschärften Düngeverordnung mit Einvernehmen der Ressorts direkt an den Bundesrat leiten. Dieser soll sich dann in der Sitzung am 3. April damit befassen. Hintergrund ist, dass es sich um eine sogenannte Ministerverordnung handelt, mit der sich nicht zwingend das Bundeskabinett beschäftigen muss.

Viele Bauern warnen, dass weitere Beschränkungen beim Düngen zu geringeren Erträgen führen könnten. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der auch Trinkwasserversorger vertritt, mahnte dagegen, die EU fordere seit Jahren, Nitrateinträge in die Gewässer zu reduzieren. Dafür brauche es zielgerichtete Maßnahmen in belasteten Gebieten, sagte Vizepräsident Karsten Specht. Diese müssten aber auch bundesweit nach den Vorgaben des Gewässerschutzes ausgewiesen werden: «Nur so kann Deutschland gegenüber Brüssel glaubhaft darlegen, dass Worten nun auch endlich Taten folgen.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 02. 2020
17:32 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeskabinett Bundeskanzleramt Deutscher Bundesrat Europäische Kommission Europäische Union Europäischer Gerichtshof Gerichte (Recht) Gewässerschutz Grundwasserschutz Julia Klöckner Landwirtschaft Wasserwirtschaft
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Düngeregeln

27.03.2020

Bauern müssen künftig weniger düngen

Umweltschützer freuen sich, viele Landwirte sind sauer, die Bundesregierung erleichtert: Nach jahrelangem Hin und Her kommen strengere Düngeregeln. Ist das Wasser damit sicher vor zu viel Nitrat - und der Dauerstreit mit... » mehr

Europäische Zentralbank

04.06.2020

EZB stemmt sich mit Billionenpaket gegen Konjunkturabsturz

Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft im Euroraum mit voller Wucht. Die EZB rechnet mit einer schweren Rezession. Die Währungshüter fackeln nicht lange und legen noch einmal kräftig nach. » mehr

Klöckner

12.01.2020

Schnäppchenkultur bei Lebensmitteln am Pranger

Wer gute Lebensmittel will, muss mehr zu zahlen bereit sein. In diesem Sinne appellieren Bauernpräsident Rukwied und Agrarministerin Klöckner an die Verbraucher. Beide nehmen auch die Branche aufs Korn. » mehr

EuGH zum VW-Abgasskandal

09.07.2020

EuGH stärkt Geschädigte im VW-Abgasskandal

Millionen Kunden waren von der VW-Abgasaffäre betroffen - nicht nur in Deutschland. Volkswagen hat seinen Hauptsitz allerdings in Wolfsburg. Dürfen Geschädigte deshalb auch nur in der Bundesrepublik klagen? Das höchste G... » mehr

Airline TAP

11.06.2020

Keine Entschädigung von Airline für Verspätung wegen Randale

Ein Passagier randaliert an Bord eines Flugzeugs. Er beißt und attackiert andere. Die Maschine muss zwischenlanden, weshalb sich auch ihr Nachfolgeflug stark verspätet. Das höchste EU-Gericht hat für derlei Fälle nun übe... » mehr

Julia Klöckner

25.03.2020

Klöckner: Mehrere Staaten wollen Eingriff in EU-Agrarmarkt

Die Viruskrise trifft auch Europas Landwirte. Manche haben Schwierigkeiten mit der Ernte, und frische Ware kommt nicht mehr so schnell zu den Kunden. Ob die Folgen der neuen Grenzkontrollen schon Eingriffe in den Markt n... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw bleibt in Unterführung stecken

Lkw bleibt in Unterführung stecken | 09.07.2020 Coburg
» 13 Bilder ansehen

Lagerhalle in Geiselwind brennt völlig aus Geiselwind

Lagerhalle brennt völlig aus | 23.06.2020 Geiselwind
» 31 Bilder ansehen

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen Redwitz an der Rodach

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen | 23.06.2020 Redwitz an der Rodach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 02. 2020
17:32 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.