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Wirtschaft

Analyse: Corona-Krise stoppt Pommes-Markt

Lebensmitteleinkäufe laufen trotz aller Corona-Beschränkungen natürlich weiter. Aber es verschiebt sich einiges, weil die Großabnehmer der Gastronomie wegfallen - und auch im Supermarkt.



Pommes frites
In der Corona-Krise kaufen viele Verbraucher lieber Bio-Produkte als Pommes.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Corona-Krise mit Schließungen von Restaurants und Gaststätten hat das Geschäft mit Pommes frites weitgehend gestoppt.

«Der faktische Wegfall des Außerhaus-Verzehrs bringt den Absatz in ganz Europa praktisch zum Erliegen», heißt es in einer Analyse des Deutschen Bauernverbands.

Einige Verarbeiter hätten die Produktion schon stillgelegt oder planten dies. Dagegen laufe der Absatz abgepackter Speisekartoffeln in Supermärkten weiter zügig. Dort zeige sich generell auch ein Nachfrageschub bei Bio-Produkten.

Im Lebensmitteleinzelhandel als wichtigstem Öko-Absatzweg werde seit Ende Februar deutlich mehr verkauft. Der Naturkostfachhandel berichte von 30 bis 60 Prozent mehr Umsatz, besonders bei Getreideprodukten, Kartoffeln und Molkereiprodukten.

Einige Konsumenten seien wohl bereit, als Ausgleich für wegfallende Restaurantbesuche mehr für höherwertige Lebensmittel auszugeben. Mit Problemen müssten aber Direktvermarkter rechnen, wenn teils Wochenmärkte gesperrt werden.

Insgesamt gebe es im Einzelhandel auch bei Milch nach wie vor eine starke Nachfrage nach lagerfähigen Produkten wie H-Milch, Sahne, Butter und Schnittkäse. Bei Butter und Käse gleiche das den Nachfragerückgang bei Großabnehmern teils mehr als aus. Verhandlungen über die Preise ab 1. April zwischen Molkereien und Handel hätten vor diesem Hintergrund auch mit einem Plus abgeschlossen werden können.

Bei Schweinefleisch habe sich die Nachfrage in den Supermärkten im Vergleich zu den vergangenen zwei Wochen beruhigt. «Die Konsumenten scheinen sich eingedeckt zu haben», heißt es in dem Marktbericht. In den nächsten Tagen und Wochen werde aber mit mehr Nachfrage nach Grillfleisch gerechnet. Bei Rindfleisch sei die zu Ostern übliche Belebung ausgeblieben, die sonst mit Preisaufschlägen verbunden war.

Bei Obst seien Äpfel weiter gefragt - nun wieder auf normalem Niveau bei leicht anziehenden Preisen. Die Versorgung des Marktes reiche voraussichtlich bis zur Ernte ab August/September. Gemüse-Importe liefen weiter, derzeit im Wesentlichen aus Italien, Spanien und zunehmend auch aus den Niederlanden und Belgien.

Weiterhin gebe es große Unsicherheit mit Blick auf Saisonkräfte bei laufenden Pflanzarbeiten unter anderem für Salate, Kohl und viele andere Gemüsearten. Daneben läuft jetzt die Ernte bei Spargel, Rhabarber, Salaten, Erdbeeren und Salatgurken an. Derzeit sei ungewiss, wie und in welchem Umfang die Arbeiten erledigt werden können, heißt es in der Analyse.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
02. 04. 2020
16:09 Uhr

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02. 04. 2020
16:09 Uhr



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