Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Anwälte von inhaftiertem Automanager Ghosn treten zurück

Neuer Wirbel um Carlos Ghosn: In Japan muss sich der 64-Jährige wohl nach neuen Verteidigern umsehen. Renault verweigert eine millionenschwere Zahlung.



Carlos Ghosn
Ob die Anwälte von sich aus ihre Aufgaben niederlegten oder von Ghosn entlassen worden waren, ist unklar.   Foto: Michel Euler/AP/dpa

Der in Japan inhaftierte Automanager Carlos Ghosn muss sich wohl neue Verteidiger suchen. Motonari Otsuru, ein früherer Staatsanwalt, und sein Kollege Masato Oshikubo reichten beim Bezirksgericht in Tokio ihren Rücktritt als Ghosns Anwälte ein.

Ob sie von sich aus ihre Aufgaben niederlegten oder von Ghosn entlassen worden waren, blieb unklar. Ghosn war vor drei Monaten in Tokio wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Zudem soll der 64-Jährige laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf den Nissan-Konzern übertragen haben.

Der Ex-Konzerchef muss nach seinem Rücktritt bei Renault auf eine bestimmte Entschädigungszahlung in Millionenhöhe verzichten. Wie der Verwaltungsrat des Autoherstellers in Boulogne-Billancourt bei Paris berichtete, werde Ghosn keine Zahlung im Gegenwert von zwei Jahresgehältern mit festen und variablen Bestandteilen erhalten.

Hintergrund der potenziellen Entschädigung ist eine sogenannte Konkurrenzklausel - laut Nachrichtenagentur AFP verbietet sie Ghosn, in einem Zeitraum von zwei Jahren für ein Konkurrenzunternehmen zu arbeiten. Der mögliche Betrag wurde auch auf Anfrage nicht genannt. Laut einem früheren Renault-Dokument kam Ghosn allein 2017 auf eine Vergütung von rund 2,7 Millionen Euro.

Ghosn verliert auch das Recht, ihm in den vergangenen Jahren zugebilligte Aktien endgültig zu erwerben. Der Ende Januar zurückgetretene Manager sei nicht bei Renault anwesend, hieß es zur Begründung. Welche finanziellen Vorteile diese Aktienkäufe gehabt hätten, blieb offen. AFP zitierte das Beratungsunternehmen Proxinvest, wonach Ghosn zum derzeitigen Aktienkurs gut 21 Millionen Euro entgehen dürften.

Vor Gericht hatte der Top-Manager seine Unschuld beteuert und vermutete einen Komplott gegen ihn. Sein bisheriger Anwalt Otsuru hatte kürzlich erklärt, es könnten noch Monate vergehen, bis es zu einem Prozess gegen den früher gefeierten Branchenstar komme. Er hatte mehrmals den Antrag auf Freilassung gegen Kaution gestellt, was das Gericht jedoch ablehnte.

Ghosn ist Architekt der Autoallianz aus Renault sowie den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi. Die Japaner hatten ihn kurz nach der Verhaftung gefeuert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
18:06 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Carlos Ghosn Haftstrafen Mitsubishi Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte Renault
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Renault-Generaldirektor Thierry Bolloré

11.10.2019

Renault feuert Carlos Ghosns einstigen Kronprinzen Bolloré

Neue Turbulenzen bei Renault: Der Konzern-Vize Bolloré muss sofort seinen Stuhl räumen. Schon unter dem damaligen Topmanager Carlos Ghosn hatte er viel Macht. Handelt es sich um einen Putsch? » mehr

Hiroto Saikawa

09.09.2019

Nissan-Chef Saikawa tritt zum 16. September zurück

Nach der Verhaftung des ehemaligen Renault-Chefs Carlos Ghosn war das französisch-japanische Auto-Bündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi in eine schwere Krise geraten. Nun tritt Nissan-Chef Hiroto Saikawa zurück... » mehr

Carlos Ghosn

04.04.2019

Automanager Ghosn erneut verhaftet

Wende im Fall Ghosn: Gerade wollte der Ex-Chef der Autoallianz aus Renault und Nissan seine Unschuld beweisen, da nimmt die Staatsanwaltschaft in Japan den einst gefeierten Manager erneut fest. Sein Anwalt erhebt nun sch... » mehr

Nissan streicht 12.500 Stellen

25.07.2019

Nissan kappt nach Gewinneinbruch jeden elften Arbeitsplatz

Miese Stimmung beim japanischen Autobauer Nissan: Nicht nur der Skandal um den angeklagten Ex-Verwaltungsratschef Ghosn belastet Japans zweitgrößten Autobauer. Auch das Geschäft läuft schlecht. So schlecht, dass Tausende... » mehr

Carlos Ghosn

04.03.2019

Anwalt: Carlos Ghosn könnte bald auf Kaution freikommen

Seit mehr als drei Monaten sitzt der Automanager Carlos Ghosn in Japan in Untersuchungshaft. Zwei Mal schon wies ein Gericht den Antrag auf Freilassung auf Kaution zurück. Ghosns neuer Staranwalt ist optimistisch, dass e... » mehr

Carlos Ghosn

22.01.2019

Gericht lehnt erneut Freilassung von Automanager Ghosn ab

Seit mehr als zwei Monaten sitzt Carlos Ghosn in Untersuchungshaft. Und das kann noch Monate weitergehen. In Paris laufen Vorbereitungen für einen Führungswechsel bei Renault. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Anlieferung Coburger Weihnachtsbaum

Anlieferung Coburger Weihnachtsbaum | 18.11.2019 Coburg
» 5 Bilder ansehen

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 02. 2019
18:06 Uhr



^