Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusVideosCoburger OB-Kandidaten vor der KameraCotubeBlitzerwarner

Wirtschaft

Apple löst sich aus der iPhone-Abhängigkeit

Jahrelang rätselten Analysten und Investoren, was für Apple wohl das «nächste große Ding» nach dem iPhone sein würde. Jetzt scheint klar: Es ist nicht ein Produkt, sondern die Kombination aus Online-Diensten und dem Geräte-Angebot des Konzerns.



iPhones
Die iPhone-Modelle iPhone XS und iPhone XS Max sind in einem Apple Store in London zu sehen.   Foto: Kirsty O'connor/PA Wire

Apple hat die Rückgänge im iPhone-Geschäft verdaut und wächst wieder - dank Online-Diensten sowie Geräten wie der Computer-Uhr Apple Watch und der AirPods-Ohrhörer.

Das vergangene Quartal demonstrierte, dass der Konzern auch nach einem Ende des iPhone-Booms sein Milliardengeschäft ausbauen kann.

Die iPhone-Erlöse fielen im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf knapp 26 Milliarden Dollar (23,3 Mrd Euro). Apple gelang es aber dennoch, den Konzernumsatz um ein Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar zu steigern.

Damit bleibt das iPhone immer noch das wichtigste Apple-Produkt. Aber sein Anteil am gesamten Geschäft des Konzern fiel auf 48 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit vielen Jahren - sonst waren es oft mehr als 60 Prozent.

Ein Schlüssel zur Überwindung der iPhone-Abhängigkeit liegt in den Online-Diensten. Dazu gehören der Streaming-Service Apple Music, der Bezahldienst Apple Pay und iCloud-Speicherplatz auf Apples Servern. Der Umsatz der Sparte wuchs binnen eines Jahres von 10,2 auf knapp 11,5 Milliarden Dollar. Apple hat inzwischen 420 Millionen Abo-Kunden. Demnächst kommen noch weitere Angebote wie das Spiele-Abo Apple Arcade und der Videostreaming-Dienst Apple TV+ dazu. In den USA wird im August auch eine Apple-Kreditkarte eingeführt.

Eine spannende Frage ist, wie der Wandel der Erlösquellen auf Dauer die Geschäftspolitik von Apple verändern kann. Der Konzern macht sein Geld traditionell mit dem Verkauf von Geräten, wodurch er sich zum Beispiel klar von Tech-Rivalen wie Facebook und Google abgrenzen kann, die sich durch Werbung finanzieren und dafür auf Nutzerdaten angewiesen sind. Bei Apple dienten Online-Angebote ursprünglich dazu, als Ergänzung die eigenen Geräte attraktiver zu machen. Jetzt sind sie aber ein eigenständiger wirtschaftlicher Faktor mit zunehmender Bedeutung. Es ist zum Beispiel finanziell lukrativ für Apple, wenn Nutzer viel Geld in Spiele-Apps ausgeben oder größere Mengen Online-Speicherplatz brauchen.

Den größten Umsatzsprung gab es im vergangenen Quartal aber in der Sparte, in der das Geschäft mit der Apple Watch, den AirPods, den vernetzten HomePod-Lautsprechern sowie Zubehör zusammengefasst ist. Dort stiegen die Erlöse von 3,7 auf 5,5 Milliarden Dollar. Apple nennt keine Absatzzahlen für seine Geräte, bei der Watch war aber von «Millionen» neuen Nutzern die Rede - im vergangenen Quartal seien drei Viertel der verkauften Uhren an Erstkäufer gegangen. Bei den Mac-Computern legten die Erlöse von 5,3 auf 5,8 Milliarden Dollar zu und beim iPad von 4,6 auf gut 5 Milliarden.

Rechnet man das iPhone heraus, wuchs das restliche Geschäft des Konzerns um 17 Prozent, betonte Apple. Die iPhone-Umsätze sind unterdessen schon seit mehreren Quartalen rückläufig nach schwächeren Verkäufen in China sowie einer Abkühlung des Smartphone-Marktes insgesamt. Zuletzt sei das iPhone-Geschäft aber wieder besser gelaufen, sagte Konzernchef Tim Cook vor Analysten.

In China sank der Apple-Umsatz im vergangenen Vierteljahr nur noch um vier Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. In den Quartalen davor hatte es zum Teil Rückgänge um die 20 Prozent gegeben. Nach Berechnungen der Analysefirma Canalys sank der iPhone-Marktanteil in China damit binnen eines Jahres von 6,4 auf 5,8 Prozent.

Unterm Strich verdiente Apple in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal gut zehn Milliarden Dollar, das war ein Rückgang von rund 13 Prozent im Jahresvergleich. Der Konzern schloss das Quartal mit Reserven von 211 Milliarden Dollar ab - obwohl allein in dem Vierteljahr 21 Milliarden Dollar an Anteilseigner gingen, vor allem durch Aktienrückkäufe.

Für das laufende Quartal stellte Apple einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht. Im Vorjahresquartal waren es 62,9 Milliarden Dollar gewesen. Auch angesichts dieser Prognose, die Erwartungen von Analysten übertraf, legte die Aktie im nachbörslichen Handel am Dienstag zeitweise um mehr als vier Prozent zu.

Cook sagte in der Telefonkonferenz, dass Apple auch die neue Generation des Profi-Computers Mac Pro in den USA montieren wolle. Das sei der Grund, warum der Konzern beantragt habe, chinesische Bauteile für das Gerät von den 25-prozentigen US-Strafzöllen auszunehmen. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche erklärt, der Konzern werde keine Befreiung von den Strafzöllen bei chinesischen Bauteilen bekommen. «Baut sie in den USA, keine Zölle», schrieb Trump bei Twitter. Cook sagte, Apple erkläre derzeit die Position des Konzerns und hoffe auf eine Bewilligung des Freistellungsantrags.

Apple montiert das bisherige Mac-Pro-Modell seit 2013 in Texas. Nach der Vorstellung der neuen Generation im Juni hatten das «Wall Street Journal» und die «New York Times» geschrieben, die Endfertigung solle nach China verlegt werden. Cook sagte, die meisten Apple-Produkte würden «gewissermaßen überall» produziert, mit Beiträgen etwa aus den USA, Europa, Südkorea, Japan und China. «Das liegt in der Natur einer globalen Zuliefererkette.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
09:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktien Aktienrückkäufe Aktionäre Apple Apple Watch Dollar Donald Trump Facebook Google New York Stock Exchange (NYSE) Spiele-Apps Strafzölle Tim Cook Twitter Wall Street Journal iPad iPhone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Tim Cook

19.08.2019

Apple-Chef besorgt über Wettbewerbsnachteil durch US-Zölle

Apple-Chef Cook traf sich zum Abendessen mit Donald Trump in dessen Golfclub in Bedminster im US-Bundesstaat New Jersey und hat nach den Worten des US-Präsidenten vor neuen Strafzöllen gegen China gewarnt. » mehr

Warren Buffett

22.02.2020

US-Staranleger Buffett schwächelt zum Jahresende

Warren Buffetts Aktionäre sind erfolgsverwöhnt, doch zuletzt lief es bei der Investorenlegende nicht mehr ganz so rund. Der 89-jährige Börsen-Guru sitzt auf einem enormen Geldberg. Doch statt Mega-Deals gibt es neuerding... » mehr

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

21.01.2020

Macron und Trump streben Abmachung zu Digitalsteuer an

US-Strafzölle auf Champagner und französischen Käse? Diese Drohung steht wegen der Pariser Steuer für Internetriesen schon länger im Raum. Nun stehen die Zeichen auf Entspannung. » mehr

Softbank

23.03.2020

Softbank will Investoren mit Aktienrückkauf besänftigen

Der Aktienkurs hatte sich zuletzt im Februar mehr als halbiert. Nun steuert der Technologiekonzern mit einem hochgeschraubten Programm für den Aktienrückkauf gegen. » mehr

New Yorker Börse

10.03.2020

Börsen-Crash an der Wall Street findet vorerst ein Ende

Nach den panikartigen Verkäufen zu Wochenbeginn haben sich die Aktienkurse an der Wall Street am Dienstag stabilisiert. Neben Schnäppchenkäufen könnten Anleger auch darauf gesetzt haben, dass Maßnahmen der US-Regierung z... » mehr

Container

23.12.2019

China öffnet Markt: Massive Senkung der Importzölle

Konjunkturprogramm und Wegbereiter für mehr Importe aus den USA: Für mehrere hundert Milliarden Euro an Importen senkt China die Einfuhrabgaben. Im Handelskonflikt aber geht es jetzt in die zweite, schwierigere Runde. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Stichwahl in Coburg Coburg

Stichwahl 2020 Coburg und Kronach | 29.03.2020 Coburg
» 22 Bilder ansehen

Rad-Reisebericht

Ehepaar aus den Haßbergen erkundet Jerusalem mit Rad | 24.03.2020 Jerusalem
» 15 Bilder ansehen

SPD-Wahlparty in der Loreley Coburg

Kommunalwahl 2020 Coburg | 15.03.2020 Coburg
» 27 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
09:55 Uhr



^