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Wirtschaft

Bahn: Industrie muss mehr Digitaltechnik liefern

Mehr Zuverlässigkeit und mehr Platz auf der Schiene, ohne zusätzliche Gleise - das verspricht sich die Bahn von der Digitalisierung. Doch bis dahin muss noch einiges passieren.



ICE
Passagierrekord: 2018 fuhren trotz Zugausfällen und Verspätungen rund 148 Millionen Reisende mit Fernverkehrszügen.   Foto: Jan Woitas

Mit Milliarden-Investitionen in Digitaltechnik will die Deutsche Bahn Zugverspätungen bekämpfen und mehr Platz auf der Schiene schaffen.

Allerdings fehlt zum Teil das passende Angebot. «Mein Eindruck ist, dass die Forschungskapazitäten in der deutschen Wirtschaft dafür durchaus erhöht werden können», sagte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla der Deutschen Presse-Agentur.

Statt Systemangeboten für die Fahrzeuge biete die Industrie nur «individuelle Manufakturleistungen». Die Bahn gründe deshalb eine Digitalgesellschaft, um gemeinsam mit der Industrie Lösungen zu entwickeln. «Das kann eine der europäischen Leuchtturm-Industrieprojekte der nächsten 20 Jahre werden», sagte Pofalla. «Wir glauben, dass wir in zwei, zweieinhalb Jahren diese Produkte entwickeln können.»

Im digitalen Schienennetz gibt es keine klassischen Signale mehr. Leit- und Sicherungstechnik basieren auf Funk und Sensoren. Hinzu kommen digitale Stellwerke. «Damit können wir bis zu einem Drittel zusätzliche Kapazität gewinnen», sagte Pofalla mit Blick auf die 2020er Jahre. Zusätzliche Gleise seien dafür nicht nötig. Personen- und Güterzüge könnten in dichterer Folge fahren als bisher.

«Der Fahrgast spürt es daran, dass sich die Zuverlässigkeit des Systems deutlich erhöht», sagt Pofalla. «Das beste Beispiel ist die weitestgehend digitalisierte Strecke Berlin-München.» Mehr als 80 Prozent der Fernzüge seien dort pünktlich, die Störungen gehen deutlich gingen zurück. Um in den nächsten 20 Jahren das komplette Netz und die Züge auf die Leittechnik ETCS (European Train Control System) umzustellen, wären nach einem Gutachten 28 Milliarden Euro nötig.

Die Bahn hat zunächst fünf Streckenabschnitte als Digitalprojekte vorgenommen - neben Berlin-München die Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Köln und der Raum Stuttgart, wo der Konzern vieles neu baut. Hinzu kommen die Güterkorridore von Rotterdam nach Genua und von Skandinavien Richtung Italien. 570 Millionen Euro plant die Bundesregierung bis 2023 dafür ein, bis 2025 wäre darüber hinaus eine knappe Milliarde notwendig, sagte Pofalla.

Störungen im Netz will die Bahn auch verhindern, indem sie unter dem Schlagwort «PlanRadar» ihre Daten besser verknüpft. «Wir wollen Probleme schon Tage früher vorhersagen und so die Einschränkungen deutlich reduzieren, weil wir auf diese präventiv reagieren können.» Daten aus dem Bahnbetrieb würden mit Wetterdaten verknüpft. «So konnten wir uns in diesem Jahr zum ersten Mal auf vorhergesagte Stürme noch besser vorbereiten und dadurch den Bahnbetrieb schneller wieder hochfahren.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 04. 2019
10:03 Uhr

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Bahngleise Deutsche Bahn AG Deutsche Presseagentur Digitalisierung Digitaltechnik Ronald Pofalla Störungen und Störfälle Zugverspätungen
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07. 04. 2019
10:03 Uhr



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