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Wirtschaft

Bahn und EVG einigen sich auf Tarifpaket

Höhere Löhne und mehr Wahlmodelle für Beschäftigte bei der Bahn - und gute Nachrichten für Bahn-Kunden vor Weihnachten: Die DB AG und die EVG verständigen sich nach langem Ringen auf einen weitreichenden Tarifvertrag. Das heißt: Keine weiteren Streiks. Was macht die GDL?



Warnstreik bei der Deutschen Bahn
Gute Nachrichten für Bahn-Beschäftigte und -Kunden kurz vor Weihnachten: Die DB AG und die EVG haben sich auf einen weitreichenden Tarifvertrag geeinigt. Das heißt: Keine weiteren Streiks.   Foto: Peter Kneffel

Nach der Tarifeinigung der Deutschen Bahn mit der Gewerkschaft EVG müssen Bahnreisende in diesem Jahr keine weiteren Streiks befürchten. Zwar dauert der Tarifstreit mit der kleineren Lokführergewerkschaft GDL an.

Aber es wird bis zum Jahresende keine Streiks geben, weil die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) nach geltender Regelung erst nach einem Schlichtungsverfahren dazu aufrufen darf. Über das weitere Vorgehen hielt sich die GDL am Wochenende zunächst bedeckt. Bei der Deutschen Bahn AG hieß es: «Wir sind selbstverständlich weiter verhandlungsbereit.»

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte sich am Samstagmorgen nach tagelangen Verhandlungen auf ein Tarifpaket mit der Deutschen Bahn AG verständigt. Es sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 6,1 Prozent in zwei Stufen vor. Zum 1. Juli 2019 sollen die Löhne um 3,5 Prozent steigen, ein Jahr später noch einmal um 2,6 Prozent. Zudem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 1000 Euro. Die neuen Tarifverträge gelten rückwirkend vom 1. Oktober 2018 und haben eine Laufzeit von 29 Monaten. Das Gesamtpaket umfasst auch Verbesserungen für Nachwuchskräfte sowie neue Wahlmöglichkeiten.

In dem Tarifkonflikt geht es um insgesamt rund 160.000 Beschäftigte. Die EVG, die einen Großteil der Mitarbeiter vertritt, hatte ihre Forderungen jüngst mit einem mehrstündigen Warnstreik unterstrichen und damit bundesweit erhebliche Störungen im Zugverkehr verursacht.

EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba sprach nach viertägigen Verhandlungen von einem «Erfolg auf ganzer Linie». Für DB-Personalvorstand Martin Seiler ist die Einigung ein großer Schritt «in eine modernere Tarif- und Arbeitswelt». Nun könne sich das Unternehmen darauf konzentrieren, die Agenda für eine bessere Bahn umzusetzen und Qualität sowie Pünktlichkeit zu verbessern.

Zum 1. Januar 2021 erhalten die Beschäftigten erneut die Möglichkeit, anstelle der zweiten Stufe mehr Freizeit beziehungsweise Urlaub zu wählen. Sie können laut EVG also zwischen 2,6 Prozent mehr Geld, sechs Tagen mehr Urlaub oder einer Arbeitszeitverkürzung wählen. Alle, die sich für mehr Urlaub entscheiden, erhalten im August 2020 - für die Zeit vom 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 - laut EVG eine Einmalzahlung von 700 Euro. Ferner können DB-Mitarbeiter künftig wählen, Überstunden in betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln.

Die Ausbildungs- und Studienvergütung wird um insgesamt 100 Euro angehoben. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 460 Euro. Die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge wird erhöht.

Die GDL als kleinere der beiden konkurrierenden Gewerkschaften hatte am Freitag die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. GDL und Bahn können nach dem 2015 vereinbarten Verfahren eine Schlichtung einvernehmlich einleiten. Alternativ kann eine Seite dies tun, wenn sie die Verhandlungen zuvor für gescheitert erklärt hat. Bis zum Ende des Schlichtungsverfahrens gilt ein Streikverbot. GDL-Chef Claus Weselsky hatte ein verändertes Tarifangebot zunächst abgelehnt, dann akzeptiert und schließlich doch wieder abgelehnt. Zuletzt hatte die GDL gefordert: «Solange der Arbeitgeber kein verbessertes Angebot vorlegt, werden wir nicht in Tarifverhandlungen einsteigen.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 12. 2018
12:17 Uhr

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16. 12. 2018
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