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Wirtschaft

Bahn und Lokführer hoffen auf Einigung in Tarifverhandlungen

Mit etwas Verspätung scheint die Bahn doch noch ihre Tarifrunde ohne größere Streiks abschließen zu können. Mit der zuletzt etwas sperrigen Lokführergewerkschaft GDL wird um letzte Details gerungen.



Tarifverhandlung
Claus Weselsky (l), Vorsitzender der Gewerkschaft GDL und Martin Seiler, Personalvorstand der Bahn vor den Verhandlungen.   Foto: Boris Roessler

Die Deutsche Bahn steuert auf einen Tariffrieden zu, der ihren Kunden für mehr als zwei Jahre vor Streiks schützen würde. Mit der Lokführergewerkschaft GDL begann in Frankfurt die siebte und möglicherweise letzte Verhandlungsrunde.

Vor den Gesprächen zeigten sich beide Seiten optimistisch, einen Abschluss erreichen zu können. Mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG ist sich das Unternehmen bereits seit Dezember einig.

In den Verhandlungen mit der GDL geht es unter anderem um Pausenregelungen und den Umgang mit digitalen Arbeitsmitteln. «Wir lehnen es ab, dass unsere Leute rund um die Uhr erreichbar sein sollen», erklärte GDL-Chef Claus Weselsky vor dem Beginn.

«Wenn wir uns gemeinsam ins Zeug legen, sollte es auch gelingen, zu Lösungen zu kommen», meinte Bahn-Personalchef Martin Seiler. Das Verhandlungslokal in einem Hotel am Main ist bis Freitag gebucht, so dass auch eine Nachtsitzung denkbar war.

Die GDL hatte im Dezember die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt, zuletzt aber verkündet, sie habe von der Bahn ein verbessertes Angebot erhalten. So würden beispielsweise Pausen auf dem Zug und Kurzpausen abgeschafft. Seiler hatte zudem von Verbesserungen bei Zulagen und Schichtplänen gesprochen.

Mit der konkurrierenden EVG hatte sich die Bahn bereits im Dezember auf einen Abschluss verständigt. Dieser sieht unter anderem Lohnerhöhungen von 3,5 Prozent und in einem weiteren Schritt von 2,6 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 1000 Euro vor. Der zweite Tarifschritt kann von den Beschäftigten auch in zusätzlichen Urlaubstagen in Anspruch genommen werden.

Die Laufzeit mit der EVG beträgt 29 Monate bis Ende Februar 2021. Solange sind auch die Fahrgäste der Bahn vor EVG-Streiks geschützt. Die Bahn strebt mit der GDL die gleiche Laufzeit an.

Von den rund 160 000 Tarifbeschäftigten der Bahn gehören rund 36 000 zum Fahrpersonal, dessen Belange von beiden Gewerkschaften vertreten werden. Die Bahn strebt in getrennten Verhandlungen widerspruchsfreie Abschlüsse an, die sich aber in Details durchaus unterscheiden können. In der betrieblichen Praxis werden dann die Regelungen für das gesamte Fahrpersonal einheitlich gleich angewendet. Verhandlungserfolge der EVG kommen so auch GDL-Mitgliedern zugute und umgekehrt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 01. 2019
15:27 Uhr

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03. 01. 2019
15:27 Uhr



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