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Wirtschaft

Bertelsmann mit Umsatzplus - punktuell Kurzarbeit

Mehr Streaming-Nutzer bei RTL, Zeitschriften verkaufen sich gut, aber es gibt auch Rückgänge im Werbemarkt - nach einem guten Geschäftsjahr 2019 spürt Bertelsmann erste Effekte durch die Corona-Krise. Der Konzern bleibt optimistisch.



Bertelsmann
Bertelsmann sieht sich für das Jahr gut gerüstet.   Foto: Bernd Thissen/dpa

Nach einem guten Geschäftsjahr 2019 sieht sich der Bertelsmann-Konzern trotz Coronavirus-Krise gut gerüstet für das laufende Jahr.

Bertelsmann sei sehr liquide und habe eine gute Bonität, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe am Dienstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2019 in Gütersloh. «Mit der breiten Aufstellung unserer Geschäfte sind wir weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen und können weiter in unsere Zukunft investieren, ohne an die Substanz zu gehen.»

Zugleich spürt das Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen mit weltweit mehr als 126 000 Mitarbeitern erste Effekte durch die Coronavirus-Krise. Nicht flächendeckend, aber vereinzelt gebe es Kurzarbeit, sagte Rabe. Als Beispiel nannte er spezielle Bereiche bei den Dienstleistungsgeschäften. «Bei Arvato zum Beispiel in dem einen oder anderen Dienstleistungsgeschäft setzen wir Kurzarbeit ein und werden das auch fortsetzen.»

Beim Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, der etwa die Magazine «Stern» und «Brigitte» in seinem Portfolio hat, gibt es Rabe zufolge eine erhöhte Nachfrage im Verkauf und bei den Abos. Die Fernsehnutzung bei der RTL Group steige. Die Verlagsgruppe Penguin Random House verzeichne eine erhöhte Nachfrage nach digitalen Büchern, und beim Musikunternehmen BMG boome das Musikstreaming. Kehrseite: Im März gab es im Bereich Werbemarkt erste Corona-Effekte, die sich laut Rabe im zweiten Quartal verstärken werden. Auch die Buchlogistik sei betroffen, weil viele Buchläden geschlossen hätten.

2019 erhöhten sich auch dank wachsender Digitalgeschäfte die Erlöse im Konzern. Der Gesamtumsatz lag 2019 bei 18 Milliarden Euro und damit um 2 Prozent über dem Vorjahreswert von 17,7 Milliarden Euro. Organisch, also ohne Sondereffekte, lag der Anstieg bei 1,2 Prozent. Der Gewinn lag mit 1,09 Milliarden Euro leicht unter dem Ergebnis von 2018 mit 1,1 Milliarden Euro. Inzwischen erwirtschaftet Bertelsmann mehr als 50 Prozent der Umsätze im Digitalen.

Ein wichtiger Deal war 2019 für Bertelsmann die Übernahme der restlichen 25 Prozent von Penguin Random House. Damit wird der Konzern künftig alleiniger Besitzer der größten Publikums-Verlagsgruppe der Welt sein. Rabe rechnet damit, dass der Abschluss der Transaktion ab dem zweiten Quartal vollzogen werde. Auch der Ausbau von konzernübergreifenden Kooperationen bei Inhalten («Content Alliance») treibt Bertelsmann voran, um der Tech-Plattform-Konkurrenz aus den USA etwas entgegenzusetzen. Solche Kooperationen sollen auch in Großbritannien, Frankreich und den USA gebildet werden.

Zum Bertelsmann-Konzernverbund gehören neben Penguin Random House unter anderem die Fernsehgruppe RTL Group, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG und der Dienstleister Arvato. Den größten Anteil der Umsätze steuert im Konzern RTL bei, gefolgt von Arvato.

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dpa

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24. 03. 2020
15:11 Uhr

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24. 03. 2020
15:11 Uhr



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