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Wirtschaft

Börse skeptisch: Neuer Henkel-Chef von Anfang an unter Druck

Carsten Knobel sieht sich bei Henkel mit vielen Baustellen konfrontiert. Die wichtige Klebstoffsparte und das Kosmetikgeschäft schwächeln. Schon bald könnte für den neuen Konzernchef eine wichtige Entscheidung anstehen.



Führungswechsel bei Henkel
Henkels desiginierter Vorstandschef Carsten Knobel.   Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der designierte neue Chef des Konsumgüterherstellers Henkel (Persil, Schwarzkopf, Fa) Carsten Knobel, steht von Anfang an unter Druck. Zuletzt liefen die Geschäfte bei den Düsseldorfern nicht mehr so rund wie früher.

Die Börse reagierte auch deshalb skeptisch auf die Ernennung des bisherigen Finanzvorstandes zum Nachfolger des zum Jahresende ausscheidenden Henkel-Chefs Hans Van Bylen. Die Henkel-Aktie verlor am Freitagvormittag zeitweise mehr als vier Prozent und war damit der schwächste Wert im deutschen Leitindex Dax.

Der Führungswechsel beim Düsseldorfer Markenartikler kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Henkel für die Aktionäre viel von seinem früheren Glanz eingebüßt hat. Kletterte die Aktie im Juni 2017 auf ein Rekordhoch von fast 130 Euro, ging es danach stetig bergab. Und einige Analysten machen den designierten neuen Chef mitverantwortlich für diese Entwicklung.

Die Analystin Celine Pannuti von JPMorgan bemängelte, Knobel sei Teil des Henkel-Managements gewesen, das es zuletzt nicht geschafft habe, operativ zu liefern. Auch Martin Deboo vom Analysehaus Jefferies stellte in Frage, ob ein Manager wie Knobel, der an den Entscheidungen und Weichenstellungen der vergangenen Jahre beteiligt war, die richtige Antwort auf die Herausforderungen bei Henkel sei.

Die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher, sah dagegen auch positive Aspekte in der Ernennung des Finanzvorstandes. Der Manager kenne das Unternehmen und habe die Finanzen im Griff. Doch müsse er als Henkel-Chef «ein bisschen Gas geben».

Knobel sieht sich bei seinem Amtsantritt gleich mit mehreren Baustellen bei Henkel konfrontiert. So leidet die konjunktursensible Klebstoffsparte unter der Schwäche in der Automobilindustrie. Das Geschäft mit Haut- und Haarpflege ist einem hohen Konkurrenzdruck in den reifen Märkten - insbesondere in Europa - ausgesetzt. Rund läuft lediglich das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln wie etwa Persil, Somat oder Sidolin, wobei sich die Entwicklung im zweiten Quartal deutlich abschwächte.

Eine Möglichkeit für Henkel, neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen, könnte sich Knobel schon in Kürze ausgerechnet im schwächelnden Kosmetikbereich bieten. Denn der Kosmetikkonzern Coty prüft zurzeit nach eigenen Angaben den Verkauf bekannter Marken wie Wella. Für Wella hatte sich Henkel bereits in der Vergangenheit interessiert. Eine Übernahme von Wella könne «die Marktposition des Bereichs Kosmetik deutlich verbessern», meinte Benner-Heinacher. Andere Marktbeobachter bemängeln, dass Wella heute als Übernahmeziel längst nicht mehr so attraktiv sei wie in der Vergangenheit.

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 10. 2019
13:13 Uhr

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25. 10. 2019
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