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Bus- und Bahnfahren wird in vielen Regionen teurer

In ICE und Intercity sinken die Fahrpreise für den Klimaschutz, aber im Nahverkehr steigen sie. Mit der gleichen Begründung. Wie das zusammengeht - und für welche Fahrgäste Schokolade eine Rolle spielt.



Fahrkartenautomat
Vielerorts steigen die Fahrpreise für den Nahverkehr.   Foto: Holger Hollemann

Trotz politischer Bekenntnisse zu mehr Klimaschutz müssen Bus- und Bahnkunden in vielen deutschen Regionen für ihre Fahrkarten tiefer in die Tasche greifen.

Mehrere große Verkehrsverbünde erhöhen zum Jahreswechsel die Preise, wie eine Auswertung durch die Deutsche Presse-Agentur ergab. Betroffen sind etwa Kunden im Ruhrgebiet, im Rheinland, in Berlin und Brandenburg, im Großraum Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet, außerdem alle, die in Regionalzügen außerhalb von Verkehrsverbünden unterwegs sind.

Die Preiserhöhungen reichen bis zu einem durchschnittlichen Aufschlag von 3,3 Prozent. Dass es anders geht, zeigt der Großraum München, wo eine Tarifreform in diesem Jahr sieben Prozent niedrigere Preise brachte. In und um Stuttgart machten einfachere Tarifzonen viele Verbindungen günstiger.

Mehr Menschen sollen Bus und Bahn fahren statt Auto und so klimaschädliches Kohlendioxid vermeiden. Das ist eines der Ziele des Klimaprogramms, das die Bundesregierung vor einer Woche beschlossen hat. Der Bund steckt dazu zusätzliches Geld in den Nahverkehr.

Da waren viele Fahrpreiserhöhungen schon beschlossen. Höhere Gehälter, Diesel- und Strompreise sowie Materialkosten machten dies unumgänglich, hieß es etwa beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg. Zwischen Aachen, Bonn und Remscheid steigen die Preise um 2,5 Prozent. Im Nachbarverbund Rhein-Ruhr zahlen Kunden im Schnitt 1,8 Prozent mehr. Gleich teuer bleibt das «Schoko-Ticket», so heißt am Niederrhein und im Ruhrgebiet das Schüler-Abo. Im Rhein-Main-Verkehrsverbund gehen die Preise um 1,5 Prozent nach oben, im Hamburger Verkehrsverbund um 1,3 Prozent.

Gleich 3,3 Prozent teurer wird es dagegen in Berlin und Brandenburg, wie der dortige Verkehrsverbund (VBB) am Donnerstag beschloss. «Die Verkehrswende ist nur mit dem öffentlichen Nahverkehr zu stemmen», sagte VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel. Nach zwei Nullrunden bräuchten die Unternehmen aber mehr Geld: für neue Busse, U-Bahn- und Straßenbahnzüge, für Wartung, Personal und Digitalisierung. Und für Investitionen in umweltfreundliche Antriebe.

Klimaschutz, das ist in der Branche vorerst eher ein Argument für höhere Fahrpreise als für niedrigere. «Wenn wir über einen attraktiven und leistungsstarken ÖPNV die Klimaschutzziele im Verkehr erreichen wollen, dann werden wir um massive Investitionen in den Ausbau und in die Grunderneuerung nicht herum kommen», sagte Ingo Wortmann, der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. «Die Fahrgeldeinnahmen sind dafür ein ganz entscheidender Beitrag.»

13 Milliarden Euro gäben die Kunden jährlich für Fahrkarten aus. Das decke drei Viertel der Betriebskosten. Der Rest für Betrieb und Investitionen komme aus den öffentlichen Haushalten. «Wenn Busse und Bahnen künftig mehr und öfter fahren sollen, um deutlich mehr Fahrgäste mit attraktiven Angeboten zu gewinnen, dann wird das zwangsläufig mehr Geld kosten», sagte Wortmann. «Dieses allein von den Steuerzahlern einzufordern, halten wir unternehmerisch für falsch.»

In den ICE und Intercity der Deutschen Bahn dagegen fällt die übliche Preiserhöhung dieses Jahr aus. Wenn der Bund außerdem wie geplant die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrtickets senkt, sollen die Fahrkarten sogar ein Zehntel billiger werden. Das wäre die erste Preissenkung seit 17 Jahren.

Wer mit der Deutschen Bahn oder einem ihrer Konkurrenten aber im Regionalverkehr unterwegs ist, zahlt im neuen Jahr unter Umständen mehr. Fahrten außerhalb von Verkehrsverbünden werden 1,7 Prozent teurer, wie der Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland beschloss. Das betrifft immerhin jeden fünften Kunden. Zumindest bei Fahrten über 50 Kilometer könnte die geplante Mehrwertsteuersenkung aber auch hier Vergünstigungen bringen. Darunter gilt bereits der ermäßigte Steuersatz.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 09. 2019
15:34 Uhr

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28. 09. 2019
15:34 Uhr



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