Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

China meldet schwache Wirtschaftsdaten

Wichtige Wirtschaftsdaten für China fallen schlechter aus als erwartet. Der Handelskonflikt mit den USA schmerzt. Jetzt kommt auch noch der Ölschock. Wie kräftig wird Peking die Wirtschaft ankurbeln?



Handelskrieg zwischen USA und China
Zollbeamte inspizieren Container im Longtougang Port in Nanchang City.   Foto: Peng Zhaozhi/XinHua

Der Handelskrieg mit den USA macht es China schwer, seine ursprünglichen Wachstumsziele einzuhalten.

«Es ist eine ziemlich schwere Aufgabe für eine so große Volkswirtschaft wie China, schnelle Wachstumsraten von mehr als sechs Prozent vor dem Hintergrund der ungewissen internationalen Situation zu wahren», sagte Premier Li Keqiang vor einem Besuch in Russland in einem Interview der russischen Nachrichtenagentur Tass.

Peking plant für dieses Jahr ein Wachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent. Im zweiten Quartal fiel das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft aber schon auf 6,2 Prozent - so wenig wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Der Abwärtsdruck nimmt noch zu. Neue Wirtschaftsdaten, die das Statistikamt am Montag veröffentlichte, zeigen eine unerwartet schwache Entwicklung in der Industrieproduktion, dem Einzelhandelsumsatz und den Investitionen in Sachanlagen.

Im August legte die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 4,4 Prozent zu und damit noch weniger als im Juli. Da war bereits die geringste Wachstumsrate seit Anfang des vergangenen Jahrzehnts erreicht. Experten hatten damit gerechnet, dass die Produktion wieder etwas anzieht.

Auch der Umsatz im Einzelhandel schwächte sich überraschend ab. Er zog im August um 7,5 (Juli: 7,6) Prozent an. Volkswirte hatten erwartet, dass sich der Einzelhandelsumsatz wieder belebt. Auch die Investitionen in Sachanlagen enttäuschten. Sie legten bis Ende August um 5,5 Prozent zu. Hier hatten die Volkswirte ein Plus auf dem bisherigen Niveau von 5,7 Prozent prognostiziert.

Trotz der Entwicklung gab sich Chinas Premier aber optimistisch und pries die «große Widerstandsfähigkeit, das Potenzial und die Möglichkeiten» der chinesischen Wirtschaft. Mit Blick auf die ersten acht Monate des Jahres insgesamt sprach Li Keqiang von einer «reibungslosen und nachhaltigen Entwicklung». Wichtige Wirtschaftsdaten lägen innerhalb der Erwartungen.

Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Notenbank und die Regierung bald zu weiteren Maßnahmen greifen werden, um die Wirtschaft zu beleben. Auch der Anstieg der Ölpreise nach den Angriffen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien, einem wichtigen Öllieferanten Chinas, lässt den Druck steigen.

Experten erwarten aber eine eher gemäßigte Unterstützung der Wirtschaft. Da sich die chinesische Regierung angesichts der Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump im Handelskonflikt auf einen «langen Marsch» einstellt, könnten die Verantwortlichen vorsichtig sein, ihre Munition nicht zu früh zu verschießen.

«Was den politischen Spielraum angeht, glauben wir, dass sowohl die Zentralbank als auch das Finanzministerium viel Platz haben, aber die Frage ist, ob sie ihn nutzen wollen», sagte Helen Qiao, China-Expertin der Bank of America Merrill Lynch, bei Bloomberg-TV. Sie sei besorgt, dass die politischen Entscheider in Peking im Moment zögern und ins Hintertreffen geraten könnten, weil sie an die potenziellen langfristigen Auswirkungen dächten.

Von einer Lösung in ihrem seit mehr als einem Jahr anhaltenden Handelskrieg sind die USA und China auch noch weit entfernt, auch wenn es jüngst einige Gesten des guten Willens gab. Anfang Oktober wollen die Unterhändler in Washington wieder zusammenkommen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
11:46 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bank of America Chinesische Regierungen Donald Trump Finanzministerien Handelskonflikte Handelskriege Li Keqiang Merrill Lynch Präsidenten der USA Regierungen und Regierungseinrichtungen Volkswirte Zentralbanken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Neue Handelsgespräche

12.10.2019

USA verkünden Einigung auf Handels-Teilabkommen mit China

Donald Trump wollte einen großen Deal, jetzt gibt er sich erst einmal auch mit einem kleinen zufrieden. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA dürfte sich damit fürs Erste entschärfen. Oder grätscht der US-Präsid... » mehr

Chinas Außenhandel

08.11.2019

Chinas Außenhandel geht im Oktober erneut zurück

China und die USA machen Fortschritte bei ihren Handelsgesprächen. Doch vorerst belasten die bereits verhängten Zölle weiter. Der Handel beider Staaten brach im Oktober weiter ein. » mehr

Handelsgespräche

31.10.2019

Trump will Teilabkommen mit China bald besiegeln

Die Absage des Asien-Pazifik-Gipfels in Chile hat Ungewissheit über die Pläne für ein Teilabkommen im Handelskrieg der USA mit China geweckt. Beide Seiten wollen sich aber erstmal nicht beirren lassen. Trump sagt: Das Te... » mehr

Fed-Chef Jerome Powell

27.10.2019

US-Notenbank Fed will Aufschwung erhalten

Die US-Notenbank will eine Rezession verhindern. Analysten erwarten daher eine weitere Zinssenkung. Ein Risiko für die Konjunktur sind aber die von Präsident Trump angezettelten Handelskonflikte. » mehr

Handelsstreit USA-China

10.10.2019

USA und China führen neue Gespräche zu Handelsabkommen

Seit mehr als einem Jahr eskaliert der Handelskrieg zwischen den USA und China. Nun unternehmen beide Seiten einen neuen Anlauf für ein Abkommen. Die Erwartungen sind gedämpft. » mehr

Dax

23.08.2019

Handelskrieg mit neuer Wucht zurück: Dax schließt im Minus

Neue Vergeltungszölle Chinas und eine von den USA daraufhin angekündigte Reaktion haben vor dem Wochenende den Handelskrieg wieder in die Mitte des Börsenparketts gerückt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC 2000 Coburg - ThSV Eisenach 31:23 (15:14) Coburg

HSC 2000 Coburg - ThSV Eisenach 31:23 (15:14) | 16.11.2019 Coburg
» 47 Bilder ansehen

Faschingsauftakt Maroldsweisach Maroldsweisach

Faschingsauftakt Maroldsweisach | 16.11.2019 Maroldsweisach
» 8 Bilder ansehen

Frankenmasters Coburg

Coburger Mohr - Frankenmasters | 16.11.2019 Coburg
» 135 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 09. 2019
11:46 Uhr



^