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Wirtschaft

Corona-Krise sorgt für heftigen Gewinneinbruch bei Daimler

Die Corona-Pandemie gibt bei Daimler weiter den Takt vor und macht alle Planungen des Autobauers zunichte. Auch finanziell muss der Konzern viele Federn lassen - und Vorstandschef Källenius jetzt das Geld zusammenhalten.



Daimler
Daimler steht inmitten der Corona-Krise kräftig unter Druck.   Foto: Marijan Murat/dpa

Die Coronavirus-Krise setzt den zuletzt ohnehin schwächelnden Autobauer Daimler noch stärker unter Druck und reißt tiefe Löcher in die Kasse.

Im ersten Quartal kommt der Konzern um rote Zahlen zwar gerade noch so herum. Im schon laufenden zweiten Vierteljahr rechnet der Konzern aber mit noch schlechteren Zahlen. Um das Geld zusammenzuhalten, kürzt Vorstandschef Ola Källenius weiter bei Investitionen und den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, allerdings explizit nicht bei Zukunftsthemen wie Elektrifizierung und Digitalisierung, wie er am Mittwoch betonte. «Diese Schlüsseltechnologien für die Zukunft stehen nicht zur Disposition», sagte Källenius.

Erste vorläufige Zahlen hatte Daimler bereits vergangene Woche vorgelegt, am Mittwoch folgten nun die Details. Demnach stürzte der Gewinn in den ersten drei Monaten des Jahres heftig ab. Unter dem Strich blieben für die Aktionäre nur noch 94 Millionen Euro übrig. Im ersten Quartal des Vorjahres, das auch schon nicht gut gelaufen war, waren es noch 2,1 Milliarden Euro gewesen.

Im zweiten Quartal rechne man angesichts der Produktionsstopps und der ausbleibenden Nachfrage damit, dass das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern negativ ausfalle, sagte Finanzchef Harald Wilhelm in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Daimler hatte im ersten Quartal nur 644.300 Autos und Nutzfahrzeuge verkaufen können. Das waren 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging im Vergleich eher leicht zurück, auch weil Daimler mehr Autos aus den obersten Preiskategorien verkaufen konnte - um sechs Prozent auf 37,2 Milliarden Euro.

Källenius hatte schon im vergangenen Herbst ein Spar- und Effizienzprogramm auf den Weg gebracht, das eigentlich gerade jetzt richtig Fahrt hätte aufnehmen sollen. Kosten runter, Stellen streichen, die Modellpalette straffen, Investitionen kappen: Damit wollte Daimler nach dem schwachen Jahr 2019 die Trendwende schaffen und wieder deutlich profitabler werden - während die strengeren EU-Klimavorgaben zusätzlich Druck erzeugen, möglichst schnell viele Elektrofahrzeuge in den Markt zu bekommen.

Dann kam Corona. Daimler stoppte einen Großteil der Produktion in seinen Werken, schickte die Beschäftigten in Kurzarbeit. Überall auf der Welt machten Autohändler ihre Geschäfte dicht. Inzwischen laufen die Bänder zwar nach und nach wieder an, doch wie die Nachfrage sich entwickelt, ist völlig offen.

Entscheidend werde sein, wann die Pandemie weltweit unter Kontrolle sein werde, wie lange die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt blieben und welches Erholungsmuster danach einsetze, betonte Daimler. «Die Covid-19-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft - und auf unser Unternehmen», sagte Källenius.

Seine ursprüngliche Prognose hatte Daimler schon wieder einkassiert. Der Konzern geht nun davon aus, dass sowohl Absatz und Umsatz als auch der Gewinn am Ende des Jahres unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden. «Der Druck auf das Geschäft bleibt hoch», sagte Källenius, wenngleich es aus China erste Anzeichen einer Rückkehr zur Normalität gebe.

Finanziell sieht Daimler sich trotz der heftigen Einbußen gut für die Zeit während und nach der Krise aufgestellt. Es seien «umfassende Maßnahmen zum Schutz des Barmittelbestands und zur Erhöhung der Flexibilität» getroffen worden. An seinen Sparplänen, mit denen er unter anderem 1,4 Milliarden Euro allein beim Personal herausholen will, hält Källenius fest, wie er sagte.

Einzelne Maßnahmen wie etwa Gespräche über Abfindungsvereinbarungen seien angesichts der aktuellen Lage aber etwas nach hinten verschoben worden. Gut möglich sei auch, dass zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Sparmaßnahmen hinzukommen müssten. «Man sollte nicht zu optimistisch auf die Zukunft gucken», sagte Källenius.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 04. 2020
14:54 Uhr

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29. 04. 2020
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