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Wirtschaft

Corona-Krise stoppt Aufschwung im Handwerk

Mit den guten Botschaften aus dem Handwerk ist es erstmal vorbei: Das Corona-Virus trifft die Branche hart, viele Unternehmen fürchten laut Zentralverband um ihre Existenz. Trotzdem können viele Gewerke weiter arbeiten.



Friseurhandwerk
Gerade das Friseurhandwerk leidet wegen der Schließungen unter der Krise - wie hier ein Salon in Göttingen.   Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Corona-Krise hat die gute Konjunktur im Handwerk jäh beendet. In einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) von Ende März meldeten 70 Prozent der befragten Unternehmen Umsatzeinbußen.

«Dabei sanken die Umsätze der betroffenen Betriebe im Mittel um mehr als 50 Prozent», schreibt der ZDH. «Die Umsatzrückgänge führen dazu, dass viele an sich gesunde Betriebe aktuell um ihre Existenz fürchten.» Von den Rückgängen seien alle Gewerke betroffen - allerdings nicht im selben Ausmaß.

Völlig zum Erliegen kamen demnach vor allem die Geschäfte der Dienstleistungsbetriebe wie Friseure oder Kosmetikstudios. Auch Caterer, Imbisse und Café-Geschäfte mussten schließen. Doch in vielen Bereichen wird weiter gearbeitet - wenngleich in geringerem Umfang.

«Bäcker, Konditoren, Metzger und andere Betriebe im Lebensmittelhandwerk halten ihre Geschäfte weitestgehend geöffnet», teilte der ZDH auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Aber: Unter dem Verzicht «auf das umsatzrelevante wichtige Frühlingsgeschäft leiden fast alle Gewerke im Lebensmittelhandwerk».

Auf vielen Baustellen werde derzeit ebenfalls weiter gearbeitet. Bodenleger, Maler und Lackierer sowie Maurer oder Gerüstbauer dürften also weiterhin gut zu tun haben. Auch das «Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk sowie Elektriker oder die Kfz-Werkstätten erbringen weiterhin ihre Leistungen», hieß es.

Die Elektrohandwerke in Deutschland kommen vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Krise. Gemessen an anderen Handwerksbereichen sei die Branche weniger betroffen und habe noch ein Auftragspolster in den Büchern, heißt es in einer Umfrage, die der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) unter rund 2000 Betrieben durchgeführt hat und vergangene Woche veröffentlichte.

Trotzdem haben auch diese Unternehmen Einbußen. Manche Baustellen mussten schließen, etwa, weil Beschäftigte sich mit Sars-CoV-2 infiziert hätten oder bestimmte Materialien nicht geliefert werden könnten, heißt es vom ZDH. Die internationalen Lieferketten seien aus dem Takt geraten.

Das trifft demnach auch die autonahe Zulieferindustrie. «Aktuell gibt es erste Einschränkungen bei der Versorgung mit Ersatzteilen in allen Fahrzeugbereichen.» Kfz-Werkstätten, Karosseriebauer und Landmaschinenmechaniker litten zudem darunter, dass Autohäuser geschlossen haben und derzeit Zulassungsschwierigkeiten bei Nutzfahrzeugen und Landmaschinen bestünden.

Für die Verbraucher bedeutet all das in der Theorie, dass sie derzeit kürzer auf einen Handwerker warten müssen. Wenn Großaufträge wegbrechen, bleibt den arbeitenden Betrieben mehr Zeit für Privatkunden. Während des jahrelangen Aufschwungs mussten diese oft wochenlang warten, bis jemand zu ihnen kam. «Handwerksbetriebe stehen derzeit aber eher vor der Problematik, dass Privatkunden Handwerker aufgrund der beschlossenen Kontaktbeschränkungen nicht oder nur ungern in die eigene Wohnung lassen», teilte der ZDH mit.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 04. 2020
12:57 Uhr

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08. 04. 2020
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