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Wirtschaft

Corona-Krise treibt Modekette H&M in die roten Zahlen

Dass die H&M-Filialen während der Corona-Krise in unzähligen Fußgängerzonen geschlossen bleiben mussten, drückt massiv auf das Ergebnis der Schweden. Auch die Online-Verkäufe können das nicht auffangen.



Hennes und Mauritz
H&M hat zuletzt fast eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht.   Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M) hat wegen der Corona-Krise im zweiten Geschäftsquartal ein deutliches Minus eingefahren.

Im Berichtszeitraum, der bei H&M von Anfang März bis Ende Mai läuft und damit die bisherige Hochphase der Pandemie in Europa umfasste, belief sich der Verlust nach Steuern auf 4,99 Milliarden schwedische Kronen (477 Millionen Euro). Das teilte der Konzern in Stockholm mit. Im Vorjahresquartal hatte die H&M-Gruppe noch einen Gewinn von 4,57 Milliarden Kronen eingefahren. Deutschland blieb weiter der umsatzstärkste H&M-Markt - auch wenn die hiesigen Erlöse um über 40 Prozent einbrachen.

Nach Konzernangaben waren Mitte April rund 80 Prozent der H&M-Läden weltweit dicht. Zwar konnte das Online-Geschäft im gesamten Quartal fast um ein Drittel zulegen, doch wie bereits bekannt sanken die Gesamterlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte auf 28,66 Milliarden schwedische Kronen (2,7 Mrd Euro). Der Konzern will nun im Laufe des Jahres sein Filialnetz weltweit unter dem Strich um rund 40 Läden verkleinern.

Auch für das erste Geschäftshalbjahr von Dezember 2019 bis Mai 2020 steht somit ein sattes Minus zu Buche: Nach Steuern lag der Verlust für diesen Zeitraum bei 3,06 Milliarden Kronen (293 Millionen Euro) - verglichen mit einem Plus von 5,37 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum. Die Gesamterlöse gingen um fast ein Viertel auf 83,61 Milliarden Kronen (7,99 Mrd Euro) zurück.

Trotz der Belastungen verfügt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über ausreichend Liquidität: Ende Mai belief sich der Barmittelbestand demnach auf 12,7 Milliarden schwedische Kronen.

Dennoch haben sich die positiven Vorzeichen, unter denen H&M-CEO Helena Helmersson ihren Posten Ende Januar von Gründerenkel Karl-Johan Persson übernommen hatte, durch die Corona-Krise deutlich verändert. Bevor die Corona-Pandemie eingeschlagen habe, habe H&M starke Leistungen gezeigt, erklärte Helmersson nun. Dies und das schnelle Handeln gegen die negativen Folgen der Pandemie überzeugten sie, dass die H&M-Gruppe gestärkt aus der Krise herauskommen werde.

Währenddessen sei auch deutlich geworden, wie wichtig es sei, die Bedürfnisse der Kunden durch das Zusammenspiel von digitalen Kanälen und physischen Filialen zu erfüllen. «Es ist klar, dass die durch die Pandemie verursachten schnellen Veränderungen des Kundenverhaltens die Digitalisierung des Modehandels weiter beschleunigen werden», sagte Helmersson. Positiv sei außerdem, dass sich die Erlöse nach der Ende April eingeleiteten Wiederöffnung der Läden schneller erholt hätten als erwartet. Trotzdem sind laut Firmenangaben schätzungsweise 900 Filialen - das entspricht fast jedem fünften der 5058 Geschäfte der H&M-Gruppe - weiterhin vorübergehend geschlossen.

© dpa-infocom, dpa:200626-99-572329/3

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26. 06. 2020
13:59 Uhr

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