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Wirtschaft

Dax schwächelt nach US-Jobdaten

Erneut haben die US-Börsen am Freitag dem Dax die Richtung vorgegeben. Verheerende Arbeitsmarktdaten aus der weltgrößten Volkswirtschaft für den Monat März beunruhigten.



Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.   Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Nach einem zunächst unsteten Auf und Ab ging der deutsche Leitindex letztlich mit einem Minus von 0,47 Prozent auf 9525,77 Punkte aus dem Handel. Im Wochenverlauf hat er damit um etwas mehr als 1 Prozent nachgegeben. Seit seinem Absturz im Februar beläuft sich der Verlust auf 30 Prozent.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen fiel am Freitag um 0,70 Prozent auf 20 345,74 Punkte. Der EuroStoxx 50 verbuchte ein Minus von 0,95 Prozent auf 2662,99 Punkte, und auch in Paris und London ging es abwärts. In den USA sank der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um knapp 2 Prozent.

«Der US-Arbeitsmarkt stand im März bereits unter dem Eindruck der Corona-Pandemie und dem Lockdown der Volkswirtschaft», schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Helaba. «Es ist der erste und sehr deutliche monatliche Stellenverlust seit 2010.» Und die Lage wird sich weiter verschärfen, da der Stichtag für den aktuellen Bericht der 12. März ist. Daten nach diesem Tag sind somit noch nicht erfasst.

Vier Monate, nachdem sich das neuartige Coronavirus von China ausgehend weltweit verbreitete, sind mittlerweile mehr als eine Million Menschen infiziert und mehr als 55 000 gestorben. Zum Schutz von Menschenleben wurden drastische Maßnahmen ergriffen, die die Volkswirtschaften zahlreicher Länder nahezu zum Erliegen gebracht haben. Damit wachsen Rezessionssorgen.

Da weiter unklar ist, wann sich das öffentliche Leben wieder normalisieren wird, verabschieden sich zunehmend mehr Unternehmen von ihren Jahreszielen. Dazu gehören nun auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf, der Einkaufszentren-Investor Deutsche Euroshop und der Medienkonzern RTL.

Beim Nivea-Hersteller Beiersdorf sanken die Erlöse im ersten Quartal bereits, was Anleger allerdings kaum verschreckte. Konsumgüterhersteller gelten als weniger krisenanfällig. Die Aktie schloss mit plus 0,1 Prozent kaum verändert, während es etwa für den Triebwerksbauer MTU weiter deutlich abwärts ging. Dessen Aktie büßte am Index-Ende nach dem jüngsten Stabilisierungsversuch weitere 5,7 Prozent ein. Seit Ausbruch der Virus-Panik und der Talfahrt an den Börsen hat die Aktie knapp 60 Prozent verloren.

Nach dem Abschied des TV-Konzerns RTL von seinem Ausblick und der gestrichenen Dividende ging es für dessen Papiere im MDax um 5,6 Prozent abwärts. RTL erwartet in den kommenden Monaten Stornierungen für Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen. Das belastete auch die Aktien der Konkurrentin ProSiebenSat.1, die um 2,8 Prozent nachgaben. Anteile von Deutsche Euroshop büßten im SDax 1,9 Prozent ein. Die Anteile der Deutschen Pfandbriefbank verloren nach gestrichener Dividende 3,4 Prozent.

Abwärts ging es auch für die Papiere der beiden Sportartikelhersteller Adidas und Puma mit 4,7 Prozent beziehungsweise 7,2 Prozent. Adidas benötigt wegen der Corona-Krise frische Liquidität. Puma kündigte derweil eine Aussetzung der Dividende an. Zudem wird der Vorstand zunächst im April auf seine Gehälter verzichten. Dagegen will der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall die volle Dividende zahlen. Die Anleger freute es: Der Aktienkurs stieg um 2,7 Prozent.

Im SDax war erneut das Papier des Online-Arzneimittelhändlers Shop Apotheke Spitzenreiter mit plus 8,2 Prozent. Das Unternehmen profitiert in der Krise von hohen Bestellungen und wird für das Jahr etwas zuversichtlicher.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,41 Prozent am Vortag auf minus 0,45 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 144,80 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,20 Prozent auf 172,14 Zähler zu. Der Euro wurde am frühen Abend mit 1,0787 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0785 (Donnerstag: 1,0906) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9272 (0,9169) Euro.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 04. 2020
18:39 Uhr

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