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Wirtschaft

Delivery Hero setzt in Corona-Krise auf Zusatzgeschäfte

Bestellen statt selber kochen - das ist auch in der Krise stark gefragt, wie sich am Lieferdienst Delivery Hero zeigt. Künftig könnten häufiger auch andere Produkte bis an die Haustür gebracht werden.



Delivery Hero
Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat im Jahr 2019 nur dank des Verkaufs seines Deutschlandgeschäfts einen Gewinn eingefahren.   Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Der Essenslieferdienst Delivery Hero hat auch in der Corona-Krise weiter ein starkes Wachstum verzeichnet und will künftig stärker von Lieferungen anderer Waren profitieren.

Beim sogenannten Quick Commerce mit schnellen Lieferungen aus angebundenen Geschäften will Delivery Hero Vorreiter sein, wie Vorstandschef Niklas Östberg am Dienstag in einer Telefonkonferenz sagte. Neben Lebensmitteln könnten auch zum Beispiel Medikamente über die eigene Plattform schneller zum Kunden gebracht werden.

Mit Quick Commerce meint Delivery Hero Lieferungen innerhalb von einer Stunde. Im Nahen Osten, Asien und Amerika betreibe das Unternehmen bisher schon mehr als 100 lokale Lagerhäuser und erreiche teils Lieferzeiten von unter 20 Minuten. Die schnell wachsende Kategorie biete eine größere Auswahl zu jeder Tageszeit und sei vor allem für Einpersonenhaushalte geeignet. Die schnelle Lieferung führe zu einer hohen Kundenzufriedenheit und -bindung.

Im ersten Quartal zog der Umsatz mit einem Plus von fast 93 Prozent auf 515 Millionen Euro an, wie das im MDax notierte Unternehmen in Berlin mitteilte. Die Anzahl der Bestellungen verdoppelte sich ebenso beinahe, mit 2,4 Milliarden Euro stand beim bestellten Bruttowarenwert ein Anstieg von rund 58 Prozent zu Buche. «Wir hatten einen starken Start ins Jahr mit einem beeindruckenden Wachstum beim Bestellvolumen und der Kundenakquise», sagte Östberg.

Die Jahresprognose behält das Unternehmen bei, Delivery Hero will einen Jahresumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro erzielen, das wäre ein Plus von rund 70 Prozent zum Vorjahr. Dabei dürften aber weiter rote Zahlen anfallen, die Marge des operativen Ergebnisses (bereinigtes Ebitda) soll nach wie vor zwischen minus 14 und minus 18 Prozent vom Umsatz liegen. Darin sind aber bereits Kosten von 50 Millionen Euro für die Coronavirus-Krise enthalten, mit denen Delivery Hero im Nahen Osten und Nordafrika rechnet.

«Dadurch dass wir sofort auf die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie reagiert haben, hat sich unser Unternehmen rasch erholen und unser Angebot an das veränderte Kundenverhalten und die größere Nachfrage nach Online-Lieferungen anpassen können», sagte Östberg. Die Nachfrage nach Lebensmitteln sei durch die Pandemie erheblich gestiegen. Das Unternehmen will im zweiten Quartal 2020 weiterhin die Zahl der Anbieter erhöhen und die Lieferservices verbessern.

Wie der Konzern in seinem Geschäftsbericht zum vergangenen Jahr ebenfalls bekannt machte, stand 2019 nur dank des Verkaufs des Deutschlandgeschäfts ein Gewinn unter dem Strich. Im fortgeführten Geschäft betrug der Verlust dagegen 689,9 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 277,1 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Weil der Konzern zum 1. April 2019 sein Deutschlandgeschäft (Foodora, Lieferheld, Pizza.de) an den niederländischen Rivalen Takeaway.com (Lieferando) verkauft hatte und damit einen Gewinn von 930,1 Millionen Euro einstrich, stand unter dem Strich für das abgelaufene Jahr 2019 ein Gewinn von 230,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 42,2 Millionen Euro im Vorjahr.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 04. 2020
14:42 Uhr

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