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Wirtschaft

Deutsche Bank streicht bei Postbank-Integration 750 Stellen

Die Deutsche Bank drückt beim Konzernumbau aufs Tempo. Auf einer wichtigen Baustelle vermeldet der Vorstand nun einen weiteren Fortschritt. Allerdings verlieren Hunderte Mitarbeiter ihren Job.



Deutsche Bank und Postbank
Nach einigem Hin und Her hatte sich die Deutsche Bank 2017 entschieden, die Postbank doch nicht zu verkaufen, sondern in ihr Privat- und Firmenkundengeschäft einzugliedern.   Foto: Federico Gambarini

Die Deutsche Bank streicht bis Ende 2020 im Zuge der Eingliederung der Postbank rund 750 weitere Vollzeitstellen. Darüber hinaus könnten weitere 1200 Stellen wegfallen. Dazu laufen derzeit noch Verhandlungen mit Betriebsräten und Gewerkschaften.

Unterdessen ist der Interessenausgleich für die Neuaufstellung der Zentrale der DB Privat- und Firmenkundenbank mit Standorten in Frankfurt und Bonn seit Donnerstagabend unter Dach und Fach, wie die Deutsche Bank am Freitag bekannt gab.

«Unser Ziel war immer ein Modell mit zwei Standorten, das ökonomisch Sinn macht. Dafür streichen wir jetzt Überlappungen, so dass wir am Ende zwei Standorte haben, die sich sinnvoll ergänzen», sagte Privatkundenvorstand Frank Strauß der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter argumentierte Strauß, der Abbau von Stellen sei «leider unumgänglich, wenn wir Doppelfunktionen vermeiden und unsere Organisation so aufstellen wollen, dass wir unsere Ziele erreichen können.» Mittelfristig werde es jede Funktion nur einmal geben - «entweder in Frankfurt oder in Bonn».

An dem Modell mit zwei Standorten will Strauß nicht rütteln, wie er im Gespräch klarstellte: «Ökonomisch ist die Lösung mit zwei Zentralen für uns die einzig vernünftige Struktur. Einen dieser großen Standorte zu schließen, wäre zu teuer. Wichtig ist, die Synergien zu heben.»

Nach der jüngsten Vereinbarung fallen rechnerisch etwa 20 bis 25 Prozent der Jobs in den Zentralen weg. Bonn und Frankfurt sollen in etwa gleichmäßig betroffen sein. Strauß versicherte: «Wir werden den Stellenabbau sozialverträglich machen zum Beispiel über natürliche Fluktuation, Altersteilzeit, Abfindungen. Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben.»

Der Umbau ist nach Einschätzung des ehemaligen Postbank-Chefs aber noch nicht beendet: «Wir werden kontinuierlich über die nächsten Jahre weiter abbauen. Der Bereich wird weiter schlanker werden.» Die jüngsten Wachstumszahlen seien vielversprechend. Seit Anfang 2017 bis zum Ende des erstens Quartals 2019 wurden in dem Segment bereits 5500 Vollzeitstellen abgebaut.

Verhandelt wird derzeit noch über die künftige Struktur des Bereichs Operations. Dazu gehören Kontoservice, Kreditabwicklung und ähnliche Verwaltungstätigkeiten. Im Gespräch ist die mögliche Streichung von 1200 Vollzeitstellen. Strauß bestätigte die Zahlen nicht, äußert sich aber «zuversichtlich», dass noch im Sommer mit Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften eine Einigung zur Zusammenführung der Operationseinheiten erzielt werden kann.

Nach einigem Hin und Her hatte sich die Deutsche Bank im Frühjahr 2017 entschieden, die Bonner Tochter Postbank doch nicht zu verkaufen, sondern in ihr Privat- und Firmenkundengeschäft einzugliedern. Im Mai 2018 wurde die DB Privat- und Firmenkundenbank AG mit aktuell 28 000 Vollzeitkräften im Handelsregister eingetragen.

«Ich habe immer gesagt: Der Umbau eines solchen Geschäfts erfolgt über mehrere Jahre», sagte Strauß. «Wichtig ist, dass die Mitarbeiter und wir nun Sicherheit über die Strukturen für die nächsten 18 bis 24 Monate haben.»

Die Eingliederung der Postbank ist ein wichtiger Baustein eines größeren Umbaus des Deutsche-Bank-Konzerns. Das Geldhaus will wieder zur internationalen Konkurrenz aufschließen. Gemeinsame Verwaltung und IT sollen Kosten senken und die Schlagkraft erhöhen. Ab 2022 soll die Postbank-Integration 900 Millionen Euro Synergien jährlich bringen. Umbau und IT-Investitionen kosten 1,9 Milliarden Euro.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2019
12:34 Uhr

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