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Wirtschaft

Deutsche Börse plant Zukäufe

Die Deutsche Börse profitiert vom regen Handel in Zeiten der Corona-Krise. Darum bleibt das Unternehmen zuversichtlich für 2020 - und will sich verstärken.



Deutsche Börse
Die Dax-Kurve zeigt im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse über dem Wort «Börse» einen Anstieg.   Foto: Arne Dedert/dpa

Die Deutsche Börse erwartet keine wesentlichen Rückschläge für ihr Geschäft durch die Corona-Pandemie und rüstet sich für weitere Zukäufe.

«Größe ist für den Erfolg von Marktinfrastrukturdienstleistern sehr wichtig», sagte Konzernchef Theodor Weimer bei der Online-Hauptversammlung des Dax-Konzerns am Dienstag. Größere Fusionen oder Übernahmen habe der Frankfurter Marktbetreiber derzeit aber nicht vor: «Transformatorische Transaktionen stehen (...) nicht auf unserer Tagesordnung.»

Gemeint sind damit größere Deals wie etwa der im Jahr 2017 geplatzte Zusammenschluss mit der Londoner Börse LSE oder der 2019 gescheiterte Versuch, die Devisenhandelsplattform FXall des Finanzdatenanbieters Refinitiv zu kaufen. Weimer bekräftigte, die Deutsche Börse habe aktuell zwei Milliarden Euro an frei verfügbaren Mitteln für mögliche Zukäufe und werde «weiterhin selektiv vorgehen». Genauer vorstellen will der Vorstand die Pläne für die nächsten drei Jahre («Compass 2023») bei einem auf das vierte Quartal verschobenen Investorentag.

Kontrolliert wird der Vorstand künftig von einem neu aufgestellten Aufsichtsrat: Das Kontrollgremium wählte im Anschluss an die Hauptversammlung Martin Jetter (61) zu seinem neuen Vorsitzenden. Der langjährige IBM-Manager ist Nachfolger von Joachim Faber, der den Aufsichtsrat seit Mai 2012 geführt hatte. Neu in den Aufsichtsrat wählten die Aktionäre den ehemaligen Dekabank-Chef Michael Rüdiger.

Auf Fragen nach seiner beruflichen Zukunft angesichts seiner Kandidatur für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank stellte Weimer klar: «Sie dürfen davon ausgehen, dass ich derzeit natürlich plane, meinen Vertrag bis zum Ende der regulären Laufzeit zu erfüllen.» Weimer führt die Deutsche Börse seit Anfang 2018 und hat derzeit einen Vertrag bis zum 31. Dezember 2024. Der Banker wird immer wieder als möglicher Nachfolger von Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner genannt. «Solange ich Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse bin, ist die Übernahme des Aufsichtsratsvorsitzes bei der Deutschen Bank ausgeschlossen», betonte Weimer.

Anders als viele andere Konzerne in Corona-Zeiten hält die Deutsche Börse an ihrer Dividende fest. Für 2019 erhalten die Anteilseigner 2,90 Euro je Aktie und damit 20 Cent mehr als ein Jahr zuvor. Finanzchef Gregor Pottmeyer machte den Aktionären zudem Hoffnung für die Zukunft: «Da wir keine wesentlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Ertragslage erwarten, gehen wir davon aus, diese Dividendenpolitik auch in den nächsten Jahren so fortsetzen zu können.»

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dpa

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19. 05. 2020
14:58 Uhr

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19. 05. 2020
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