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Wirtschaft

Deutsche Post nach Gewinnplus mit höherer Dividende

Das Ende des Streetscooters, eine Doch-Nicht-Portoerhöhung, starke Rivalen und natürlich Corona: Die Deutsche Post steht in diesen Wochen mächtig unter Druck. Der Konzern will alldem trotzen - doch ohne Einschränkungen geht es nicht.



Deutsche Post
Die Coronavirus-Krise bekommt die Post bei DHL Express und im DHL-Frachtgeschäft vor allem bei Transporten von und nach China zu spüren.   Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Der Streetscooter rollt bald nicht mehr vom Band, Amazon bringt immer mehr Pakete selbst zum Kunden und die Corona-Krise hält die Welt in Atem: All das belastet die großen Ziele, die sich die Deutsche Post für 2020 gesetzt hat.

Ist es da legitim, sich noch für die Erfolge der vergleichsweise entspannten Vergangenheit zu feiern? Fragt man die Post, ist es das. Der Erfolg sei schließlich die Basis, um mit diesen Herausforderungen umzugehen. «Unser Immunsystem als Firma ist sehr intakt», sagte Post-Chef Frank Appel am Dienstag im «DHL Innovation Center» in Troisdorf, wo er neben der Front eines blankpolierten DHL-Lasters am Dienstag die Zahlen für 2019 präsentiert. Journalisten auf Barhockern zwischen «Trend Cube» und gläserner «Solutions Box» - ein 25 Jahre alter Riese will hier ein bisschen Start-Up spielen.

Auf dem Papier gilt die Fünf-Milliarden-Euro-Prognose für den operativen Gewinn in 2020 zwar weiterhin, aber nur «ohne Corona und den Streetscooter» - und diese Welt gibt es bekanntlich nicht mehr. Für das vergangene Jahr kann die Post aber noch auf ein solides Geschäft zurückblicken: Das Konzernergebnis legte um gut 26 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Der Umsatz stieg - wie bereits bekannt - um knapp drei Prozent auf 63,3 Milliarden Euro. Aktionäre der Post dürfen sich zudem über zehn Cent mehr Dividende freuen als im Jahr zuvor: Mit 1,25 Euro je Aktie fällt diese höher aus als erwartet.

Für das Ende des eigenen Elektrotransporters Streetscooter, dessen Produktion die Post in den kommenden Monaten stoppen will, veranschlagt man 300 bis 400 Millionen Euro. Vergeblich hatte der Konzern über lange Zeit versucht, geeignete Partner zu finden. Nun soll die einstige Hoffnung zur Bestandsflotte degradiert werden. Den Eigenbedarf an emissionsfreien Fahrzeugen wird das nicht decken.

Das überraschende Aus war jedoch nicht die erste Nachricht des Jahres, die die Post eigentlich lieber nicht verkündet hätte: Zuvor kassierten die Bonner bereits ihre erst zum Jahresbeginn eingeführte Portoerhöhung für Privatkunden-Pakete - auf Druck der Bundesnetzagentur, die die Preise für zu hoch hielt. Dadurch entgeht der Post nach eigenen Angaben pro Monat etwa ein siebenstelliger Betrag. Das sei «in den Gesamtkosten verdaubar - aber unschön», so Post & Paket-Vorstand Tobias Meyer.

Weil Menschen immer mehr Waren online bestellen, ist das Paketgeschäft für die Post hingegen ein sicherer Wachstumstreiber - eigentlich. Anders als bei Briefen, gibt es hier allerdings auch viel stärkeren Wettbewerb. Nicht nur von klassischen Zustellern wie Hermes oder DPD, sondern zunehmen auch durch Amazon. Der bisherige Großkunde emanzipiert sich zunehmend vom gelben Riesen und stellt seine Pakete selber zu. Die Post erwartet deshalb künftig ein etwas schwächeres Wachstum beim Paketvolumen, das 2019 bei knapp vier Prozent lag.

Als wären das nicht schon genug Herausforderungen, bleibt natürlich auch die Post nicht vom grassierenden Coronavirus verschont. Für Februar schlug die Epidemie, die vor allem das Fracht- und Express-Segment trifft, mit rund 60 Millionen Euro zu Buche. «Alles andere ist spekulativ. Da wäre ich eher Weissager, als dass ich das wüsste», so Appel. In China, wo die Zahl der Neuinfektionen bereits abnimmt, spüre man immerhin schon eine leichte Erholung. Im Post-Tower in Nordrhein-Westfalen, wo die Zahlen der Erkrankten noch rege steigen, ist Besuch dagegen nur noch willkommen, wenn er unbedingt notwendig ist. Ob Postboten, die sich vor Ansteckung fürchten, zuhause bleiben dürfen, ließen die Verantwortlichen offen.

Wenn fünf Milliarden also in unerreichbare Ferne rücken, wie soll der operative Gewinn 2020 dann stattdessen aussehen? Wachsen werde er auf jeden Fall, meint Finanzvorständin Melanie Kreis. «Da müsste Corona schon wirklich extreme Auswirkungen haben, dass wir das nicht erreichen.»

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dpa

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10. 03. 2020
13:29 Uhr

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