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Wirtschaft

Deutsche Telekom macht in Corona-Krise mehr Gewinn

Für die meisten Unternehmen ist die Corona-Krise eine wirtschaftliche Katastrophe. Die Deutsche Telekom gehört nicht dazu, ihre Leistungen sind gefragt wie nie. Doch Belastungen gibt es trotzdem.



Telekomzentrale Bonn
Festnetzleistungen sind in der Corona-Krise besonders beliebt, das Geschäft damit boomt.   Foto: Oliver Berg/dpa

Die Deutsche Telekom hat zum Jahresauftakt in der Corona-Krise mehr verdient.

Der Gewinn unter dem Strich legte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um fast zwei Prozent auf 916 Millionen Euro zu, wie das Dax-Unternehmen in Bonn mitteilte.

Den Umsatz steigerte der Konzern um 2,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs um gut 10 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.

Dennoch wandte Finanzvorstand Christian Illek in einer Telefonkonferenz ein: «Der Corona-Effekt ist in Summe auch für uns negativ.» So seien etwa die Umsätze aus dem Roaming von Mitte März bis Ende April um rund 80 Prozent eingebrochen. Unter Roaming versteht man die Netznutzung von Kunden anderer Anbieter, etwa ausländischer Touristen in Deutschland. Auch der Umsatz mit mobilen Endgeräten schrumpfte durch die wochenlange Schließung der Telekom-Shops.

Allerdings gibt es andere Bereiche, die boomen und die krisengeplagten Segmente ausgleichen können: Die Nachfrage nach Festnetz-Leistungen schoss in der Krise etwa die Höhe - es wurde rund 76 Prozent mehr telefoniert und 18 Prozent mehr Daten übers Festnetz genutzt.

Das führte im März und April zu rund einem Drittel mehr Umsatz mit Festnetzverbindungen. Auch im Mobilfunk der Telekom wurde knapp ein Drittel mehr telefoniert. Beide Netze blieben dabei nach Angaben des Unternehmens durchgängig stabil. «Wir sind der Ackergaul der Digitalisierung, der Deutschland durch die Corona-Krise zieht», so Telekom-Chef Tim Höttges.

Die Telekom spielt in der Corona-Krise auch darüber hinaus eine Sonderrolle: Gemeinsam mit SAP ist sie nach langem Ringen von der Bundesregierung beauftragt worden, für Deutschland eine Corona-App zu entwickeln, mit der Infektionsketten digital nachverfolgt werden sollen. Nach ursprünglichen Plänen der Regierung hätte die App im Mai auf dem Markt sein sollen. Wann es nun tatsächlich soweit sein wird, wollten die Telekom-Manager am Donnerstag nicht kommentieren.

Wie auch ihre Wettbewerber ist die Telekom momentan dabei, die letzten Lücken der LTE (4G)-Netzabdeckung zu schließen. Knackpunkt seien dabei weiterhin die Autobahnen und ICE-Strecken, da dort oft Genehmigungen für den Bau von Mobilfunkmasten fehlten, berichtete Höttges. Nach Auflagen der Bundesnetzagentur muss an diesen Hauptverkehrswegen bis zum Jahresende eine vollständige Abdeckung gegeben sein, sonst drohen Bußgelder.

Gleichzeitig treibt der Bonner Konzern den Ausbau des 5G-Standards weiter voran. Bis Ende des Jahres sollte mehr als die Hälfte der Bevölkerung prinzipiell 5G nutzen können, kündigte Höttges an. Fakt ist allerdings, dass bislang sehr viele gängige Smartphones noch gar nicht 5G-fähig sind, die tatsächliche Nutzung also deutlich darunter liegen dürfte.

Trotz coronabedingter Herausforderungen hält die Telekom an ihrem Ausblick für ihr Geschäft außerhalb der USA fest: «Wir bestätigen die Prognose, die wir vor Corona abgegeben haben», sagte Höttges. Demnach soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ohne US-Geschäft von zuletzt 13,6 auf 13,9 Milliarden Euro wachsen und der Umsatz auf Konzernebene weiter zulegen.

Nach der erfolgreichen Fusion der US-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint will die Telekom die Jahresziele nun voraussichtlich im zweiten Quartal an die neue Struktur anpassen. Mit der «New T-Mobile» wollen sich die Bonner zum Marktführer in den USA aufschwingen und gegen die Branchenführer Verizon und AT&T durchsetzen.

Davor geht die Zusammenlegung der Netze aber erst mal ins Geld. Anderthalb Jahre lang muss die Telekom jede Woche 1000 Mobilfunkstationen umrüsten - insgesamt dürfte die Integration früheren Berechnungen zufolge 15 Milliarden Dollar verschlingen. Insgesamt sollen sich die US-Investitionen auf 40 Milliarden Dollar belaufen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 05. 2020
13:04 Uhr

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14. 05. 2020
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