Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Deutsche Unternehmen in Italien zunehmend pessimistisch

Streit mit der EU, Streit in der eigenen Regierung - und kaum Wirtschaftswachstum. Die schlechte Stimmung in Italien drückt auch die Laune deutscher Unternehmen in dem Land.



Mailand
Finanzmetropole Mailand: Deutsche Unternehmen sorgen sich zunehmend um das Wirtschaftsklima in Italien.   Foto: Nicole Becker

Deutsche Unternehmen sorgen sich zunehmend um das Wirtschaftsklima in Italien. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (59 Prozent) sehen die mittelfristige wirtschaftliche Entwicklung in dem Land pessimistisch.

Das geht aus einer Befragung hervor, die die deutsch-italienische Handelskammer (AHK) in Mailand veröffentlichte. Vor einem Jahr erwarteten nur drei Prozent der befragten Unternehmen ein negatives Wirtschaftsumfeld.

In Italien regiert seit einem Jahr die populistische Allianz aus rechter Lega und europakritischer Fünf-Sterne-Bewegung. Seitdem präge Wahlkampf-Stimmung die Politik, sagte der Geschäftsführer der AHK in Italien, Jörg Buck, der Deutschen Presse-Agentur. Es müssten stattdessen dringend wirtschaftspolitische Maßnahmen ergriffen werden, um die Konjunktur wiederzubeleben. Dazu gehörten zum Beispiel Investitionen in Künstliche Intelligenz oder in digitale Infrastruktur. «Noch ist Zeit zu handeln», so Buck.

Trotz des pessimistischen Gesamt-Ausblicks erwarten die deutschen Unternehmen in Italien in den kommenden zwölf Monaten eine positive Entwicklung des eigenen Geschäfts (51 Prozent). Die meisten Firmen sehen in der Wirtschaftspolitik das größte Risiko für die eigene Entwicklung (fast 80 Prozent). Gleichzeitig gaben viele Unternehmen an, in den kommenden Monaten weniger zu investieren.

Seit Monaten verliert sich die italienische Regierung in einem Streit mit der EU-Kommission um die hohe Verschuldung des Landes. Derzeit droht deshalb ein Strafverfahren der EU.

Die populistische Koalition will mit Maßnahmen wie Steuersenkungen, einem Herabsetzen des Rentenalters oder einem Bürgereinkommen die seit Jahren lahmende Wirtschaft in Schwung zu bringen. Zahlreiche Finanzexperten und Industrieverbände halten das für eine Fehlentscheidung, die nur die Verschuldung des Landes nach oben treibt. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone und gehört zu den wichtigsten Industrieländern der Welt.

Die Daten stammen aus der weltweiten Umfrage «AHK World Business Outlook» des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), für die im Frühsommer 4500 Unternehmen befragt wurden. Die AHK in Mailand hat diese speziell für Italien ausgewertet. Große deutsche Unternehmen wie Siemens, Bosch, BASF oder Fresenius haben einen Sitz in Italien. Deutschland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
11:31 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
BASF AG Daten und Datentechnik Deutsche Industrie Deutsche Presseagentur Deutscher Industrie- und Handelskammertag Europäische Kommission Europäische Union Firmen und Firmengruppen in Deutschland Industrie- und Handelskammern Industrieländer Industrieverbände Italienische Regierungen Regierungen und Regierungseinrichtungen Siemens AG
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Brexit

29.07.2019

Angst der Unternehmen vor No-Deal-Brexit wächst

Schon Ende Oktober will der britische Premier Boris Johnson sein Land aus der EU führen - «komme, was wolle». Wegen des Brexit-Wirrwarrs fürchten Firmen Einbußen - und manche Politiker gar eine Katastrophe. » mehr

Eric Schweitzer

13.09.2019

DIHK warnt vor «Schock» für Firmen bei ungeregeltem Brexit

Die Uhr tickt. In weniger als 50 Tagen könnte Großbritannien die EU verlassen - ohne Abkommen. Was bedeutet das für Firmen? Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags schreibt einen Brandbrief - mit deu... » mehr

US-Präsident Donald Trump

02.07.2019

USA drohen EU mit Strafzöllen auf Oliven, Käse und Whisky

Strafzölle auf Oliven, Whisky oder Gusseisenrohre: Die USA nehmen sich nach China nun wieder die EU vor. Hintergrund ist ein alter Konflikt um illegale Staatshilfen beim Flugzeugbau. » mehr

Export

02.07.2019

«Schlag ins Kontor»: DIHK senkt Exportaussichten für Firmen

Deutsche Firmen im Ausland blicken unsicherer in die Zukunft. Die Folge: Es soll weniger investiert werden. » mehr

EU-Parlament - Brexit

18.09.2019

Bei Brexit denkt deutsche Industrie an Schadensbegrenzung

Deal oder No Deal - das ist die Frage beim Brexit, die sich gerade auch viele deutsche Firmen stellen. Egal, wie es ausgeht: Der Schaden ist groß. Auch Jobs in Deutschland könnten betroffen sein. » mehr

Export

08.07.2019

Wonnemonat Mai für den Export

«Made in Germany» ist im Mai weltweit gefragt. Doch ob die guten Exportzahlen mehr als nur eine Atempause sind, ist fraglich. Die Unsicherheit ist angesichts zahlreicher Handelskonflikte weiterhin groß. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Klima-Demo in Haßfurt Haßfurt

Klima-Demo in Haßfurt | 20.09.2019 Haßfurt
» 56 Bilder ansehen

Klima-Demo in Kronach

Klima-Demo in Kronach | 20.09.2019 Kronach
» 66 Bilder ansehen

Weltweiter Klimastreik - Fridays for future in Coburg

Klima-Demo in Coburg | 20.09.2019 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
11:31 Uhr



^