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Wirtschaft

Deutsche Wohnen profitiert von höheren Mieten

Es klingt nach schlechten Zeiten für Immobilienkonzerne, vor allem in Berlin. Dort will der Senat die Mieten einfrieren. Der Immobilien-Riese Deutsche Wohnen verzeichnet zwar weiter steigende Einnahmen - kündigt aber Konsequenzen an.



Immobilienkonzern
Die Zentrale der «Deutsche Wohnen» in Berlin.   Foto: Paul Zinken/dpa

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen verdient trotz der Debatte um mehr Schutz für Mieter noch immer gut an seinen Wohnungen. Die Mieteinnahmen wachsen weiter, auch in Berlin, wo das Einfrieren der Mieten droht.

Allerdings bereitet sich der größte Berliner Vermieter auf einen möglichen Mietendeckel in der Hauptstadt vor. «Der geplante Mietendeckel führt dazu, dass die Deutsche Wohnen vorerst alle Neubauprojekte in Berlin auf den Prüfstand stellt», sagte Unternehmenschef Michael Zahn.

Investitionen in den Neubau werde das Unternehmen verstärkt in Regionen außerhalb Berlins, beispielsweise nach Potsdam, Dresden und Leipzig lenken. Insgesamt betrifft es geplante Investitionen in Berlin in Höhe von knapp einer Milliarde Euro. Bereits begonnene Bauprojekte seien davon nicht betroffen, sagte Finanzchef Philipp Grosse in einer Telefonkonferenz. Deutsche Wohnen plane aber, rund 5000 der Berliner Wohnungen zu verkaufen.

Angesichts eines drohenden Baustopps der Deutschen Wohnen in Berlin warnte die Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau, Manja Schreiner: «Der Mietendeckel ist dabei, den Wohnungsbau in Berlin und damit die regionale Bauwirtschaft auszubremsen.» Das noch nicht in Kraft getretene Gesetz führe bereits zu heftigen Einbrüchen in der Berliner Bauwirtschaft. Der Vorsitzende der Initiative Neue Wege für Berlin, Heiko Kretschmer, sagte, die Entscheidung der Deutschen Wohnen treffe den Berliner Wohnungsmarkt mit voller Härte. Leidtragende seien die Mieter und alle, die eine Wohnung suchten.

Kretschmer forderte den Berliner Senat in Sachen Wohnungsbau zu einem sofortigen Richtungswechsel auf. Dieser will die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre einfrieren. Der Berliner Senat reagiert mit dem geplanten Gesetz auf Proteste von Mietern, die sich gegen die starken Mietsteigerungen der vergangenen Jahre wehren.

Laut dem Gesetz sollen maximal 9,80 Euro Kaltmiete je Quadratmeter erlaubt sein. Auch Rückzahlungen bei überhöhten Mieten wären dabei möglich. Die Deutsche Wohnen hält das geplante Gesetz zum Mietendeckel für verfassungswidrig. Dabei bezieht sich das Unternehmen auf Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages sowie des Berliner Abgeordnetenhauses.

In den ersten neun Monaten stieg der operative Gewinn im Jahresvergleich um 12,8 Prozent auf 416,3 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen mitteilte. Für das laufende Jahr peilt der Konkurrent von Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien weiter einen operativen Gewinn von 535 Millionen Euro an.

Am Aktienmarkt kamen die Quartalsbilanz und der bereits am Dienstagabend angekündigte Aktienrückkauf gut an. Die Aktie legte im Nachmittagshandel zu. Allerdings hat das Papier seit der Ankündigung eines Mietendeckels in Berlin kräftig Federn lassen müssen und notiert etwa 25 Prozent unter seinem Ende März erreichten Jahreshoch von 44,83 Euro.

Die Vertragsmieten stiegen in den ersten drei Quartalen auf vergleichbarer Basis um 6,4 Prozent auf 622,5 Millionen Euro. Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter kletterte von 6,55 auf 6,82 Euro. Unter dem Strich blieben bei dem Konzern in den ersten neun Monaten 634,7 Millionen Euro als Gewinn hängen, gut 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Dazu trug bei, dass das Unternehmen den Wert von Wohnungen geringer einschätzt als vor einem Jahr.

Die Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 167 000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten, einen Großteil davon in Berlin. Zum Portfolio gehören auch Pflegeheime.

Bereits am Dienstagabend hatte die Deutsche Wohnen angekündigt, bis zu 25 Millionen eigene Aktien oder rund sieben Prozent des Gesamtkapitals zu erwerben. Dafür will das Unternehmen ohne Nebenkosten maximal 750 Millionen Euro in die Hand nehmen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
15:07 Uhr

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13. 11. 2019
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