Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Draghis Aussagen treiben Dax auf Sechswochenhoch

Hoffnungen auf geldpolitische Stützen durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag kräftigen Rückenwind verliehen.



Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.   Foto: Fredrik von Erichsen

Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern, sei eine zusätzliche Zinslockerung notwendig, sagte EZB-Präsident Mario Draghi auf einer Konferenz im portugiesischen Sintra. Zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe seien denkbar.

Der im frühen Handel noch im Minus dümpelnde Dax zog nach den Draghi-Äußerungen merklich an. Auch dank einer festen Eröffnung an der Wall Street kletterte er sukzessive weiter bis auf ein Tageshoch von 12 358 Punkten und damit auf den höchsten Stand seit Anfang Mai. Letztlich gewann der deutsche Leitindex 2,03 Prozent auf 12.331,75 Zähler. Dies war der größte Tagesgewinn des Börsenbarometers seit Januar. Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, schloss mit einem Plus von 1,19 Prozent bei 25.606,13 Punkten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 2,06 Prozent auf 3452,89 Zähler. Der Pariser Cac-40-Index gewann 2,2 Prozent, der Londoner FTSE-Index rückte um 1,2 Prozent vor. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsende rund 1,2 Prozent höher.

Am Markt wird nun bereits über eine Zinssenkung der EZB noch in diesem Jahr spekuliert. Dazu passend fiel die Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen auf ein Rekordtief. Niedrige Zinsen lassen Aktien gegenüber Anleihen in einem besseren Licht erscheinen. Dementsprechend hätten die Aussagen Draghis an der Börse wieder die Renditejäger angelockt, schrieb Marktanalyst Salah Bouhmidi vom Handelshaus DailyFX.

Bei den deutschen Wohnimmobilien-Aktien verpufften die deutlichen Verlaufsgewinne am Nachmittag komplett, und die Papiere drehten ins Minus. Auslöser der abrupten Talfahrt war die Nachricht, dass sich der rot-rot-grüne Senat in Berlin auf das Eckpunktepapier für einen Mietendeckel in der Hauptstadt für fünf Jahre geeinigt hat. Das Gesetz soll spätestens im Januar 2020 in Kraft treten.

Die Papiere von Deutsche Wohnen, die das größte Wohnungsportfolio in der Region Berlin besitzt, schlossen mit einem Minus von 1,2 Prozent. Die Anteilsscheine von Ado Properties als reinem Berlin-Player endeten mit einem Verlust von 0,6 Prozent, nachdem sie zuvor in der Spitze 2,1 Prozent fester notiert hatten.

Die Aussichten auf eine zusätzliche geldpolitische Lockerung der EZB schob unter anderem auch die zinssensiblen Versorgerpapiere an. So schnellten RWE-Aktien um 3,8 Prozent in die Höhe, und die Anteilsscheine von Eon gewannen knapp 2 Prozent. Aktien von Versorgern gelten wegen eines hohen Kapitalbedarfs als überdurchschnittlich zinsabhängig. Zudem haben sie wegen vergleichsweise stabiler Erträge und Dividenden aus Anlegersicht einen Anleihen-ähnlichen Status.

Nach der Gewinnwarnung der Lufthansa am Wochenende ging die Talfahrt der Aktien am Dienstag aufgrund von negativen Analystenkommentaren weiter. Die Papiere büßten am Dax-Ende 2,3 Prozent an Wert ein, nachdem sie bereits am Montag um fast 12 Prozent eingeknickt waren.

Die Aktien von Infineon sanken um mehr als 2 Prozent. Der Halbleiterkonzern besorgte sich einen Teil der benötigen Milliarden für die Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor über eine Kapitalerhöhung im Volumen von 1,55 Milliarden Euro. Dadurch verwässert sich der Gewinn je Aktie.

Mit einem Kursaufschlag von 3,6 Prozent gehörten die Titel der Deutschen Bank zu den attraktivsten Dax-Werten. Bei der krisengeplagten Bank könnten Teile des Managements laut der Nachrichtenagentur Bloomberg innerhalb der kommenden Wochen ausgetauscht werden. Vorstandschef Christian Sewing erwäge die Ablösung von Finanzvorstand James von Moltke. Möglicherweise könnte auch Investmentbanking-Chef Garth Ritchie abgelöst werden. Die Deutsche Bank wollte die Personalien auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX nicht kommentieren.

Klares Schlusslicht im MDax waren die Aktien von Siltronic mit einem Minus von knapp 8 Prozent. Der Hersteller von Halbleiter-Wafern hatte seine Jahresziele gesenkt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein Rekordtief. Sie sank von minus 0,29 Prozent am Vortag auf minus 0,34 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,28 Prozent auf 144,72 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,69 Prozent auf 172,76 Punkte.

Ein Euro kostete zuletzt 1,1191 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1187 (Montag: 1,1234) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8939 (0,8902) Euro gekostet.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2019
18:31 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktienbörse Bundesanleihen Christian Sewing Commerzbank Deutsche Bank Deutsche Lufthansa AG Deutscher Aktien Index Deutscher Aktienmarkt Dow Jones EZB-Präsidenten Eon AG Europäische Zentralbank Federal Reserve Board Infineon Technologies AG Infineon-Aktien MDax Mario Draghi New York Stock Exchange (NYSE) STOXX Siltronic Wertpapierbörse Zentralbanken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Dax

21.06.2019

Signale der Notenbanken öffnen dem Dax Weg nach oben

Was in den vergangenen Jahren funktioniert hat, entfaltet abermals seine Wirkung: Das Billiggeld der Notenbanken. Allein die Aussicht darauf treibt die Kurse an den Börsen wieder in die Höhe. » mehr

Dax

vor 21 Stunden

Dax kaum verändert - Anleger verdauen Ölpreis-Schock

Der Ölpreis-Schock nach dem Angriff auf eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien zum Wochenstart hat am deutschen Aktienmarkt kaum noch Spuren hinterlassen. » mehr

Dax

31.07.2019

Dax vor US-Zinsentscheid höher - Juli schwach

Der deutsche Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte vor dem US-Zinsentscheid wieder gefangen. Am Vortag im Zuge schwacher Unternehmenszahlen noch deutlich im Minus, beendete der Dax am Mittwoch den Handel mit einem Aufschl... » mehr

Dax

28.08.2019

Dax gibt leicht nach

Rezessionsängste und altbekannte Risikofaktoren wie internationale Handelskonflikte und der Brexit haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch ins Minus gezogen. » mehr

Dax

29.07.2019

Dax-Anleger warten zu Beginn einer ereignisreichen Woche ab

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Montag vor ereignisreichen Tagen zurück gehalten. Der Dax schloss kaum verändert mit minus 0,02 Prozent bei 12.417,47 Punkten. » mehr

Dax

10.09.2019

Vorfreude auf lockere EZB-Geldpolitik treibt Aktienkurse

Vor der mit Spannung erwarteten EZB-Sitzung hat sich der Dax erneut von seiner freundlichen Seite gezeigt. Anleger setzen darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die geldpolitischen Zügel weiter lockert. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kronach: Brand in Sägewerk

Kronach: Großbrand in Sägewerk | 16.09.2019 Kronach/Höfles
» 26 Bilder ansehen

Kirchweih in Ebern

Kirchweih in Ebern | 16.09.2019 Ebern
» 13 Bilder ansehen

Run of Hope in Kronach

Run of Hope in Kronach | 15.09.2019 Kronach
» 28 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2019
18:31 Uhr



^