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Wirtschaft

E-Autos für Afrika: VW startet Pilotprojekt in Ruanda

Afrikas Freihandelsabkommen beflügelt deutsche Investitionspläne. Die Entstehung des weltgrößten Binnenmarkts mit 1,2 Milliarden Menschen eröffnet Chancen über Landesgrenzen hinweg. Volkswagen wagt sich bereits mit ersten Projekten vor, um schon früh dabei zu sein.



Volkswagen Südafrika
Mitarbeiter des Fahrzeugherstellers VW montieren im Werk Uitenhage in Südafrika einen Pkw. Der Konzern plant gemeinsam mit anderen Unternehmen über «Leuchtturm-Projekte» in Ländern wie Ruanda, Ghana, Kenia und anderen eine verzahnte Automobilindustrie für den Kontinent aufzubauen.   Foto: Michael Sheehan/dpa

Mit einem Pilotprojekt will Volkswagen bei der E-Mobilität in Afrika Akzente setzen. In Ruandas Hauptstadt Kigali sollen demnächst 50 E-Golf fahren, kündigte der Geschäftsführer von Volkswagen South Africa, Thomas Schäfer.

Das Projekt soll am 29. Oktober offiziell in Kigali vorgestellt werden. Die Infrastruktur wird von Siemens aufgebaut. Zunächst sollen die Elektro-Golfs jedoch nicht an Privatpersonen verkauft werden, sondern nur vom Volkswagen-eigenen Mobilitätsdienst genutzt werden.

Schäfer - der auch Vorsitzender des Afrikanischen Automobilhersteller-Verbandes (AAAM) ist - kündigte zugleich für die nächsten Monate die Eröffnung neuer Produktionsstätten in Ghana und Kenia an. Mit zunächst bescheidenen Stückzahlen sollen sie eine Art Türöffner für den geplanten afrikanischen Binnenmarkt werden, so Schäfer. Er sieht Afrika als weltweit letzten ungenutzten Markt und weiß sich damit in Übereinstimmung mit dem Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer. «Ja, es ist ein Potenzialmarkt - aber das Potenzial braucht eine wirtschaftliche Basis, um entfaltet zu werden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur mit Hinweis auf die schwache Konjunktur.

Auf bis zu fünf Millionen Neuwagen pro Jahr schätzt Schäfer das Potenzial des Kontinents - sofern die Voraussetzungen stimmen. Und das tun sie zur Zeit weder aus Dudenhöffers noch aus Schäfers Sicht. Der VW-Manager arbeitet daher an einem «panafrikanischen Autopakt» und tastet sich mit Industriepartnern in Pioniermärkten voran. Ein eng verzahnter kontinentaler Herstellermarkt à la Airbus schwebt ihm vor. Den Auto-Herstellerverband AAAM weiß er dabei hinter sich.

Schäfer geht es darum zu zeigen, was machbar ist. Er verweist in dem Kontext gerne auf die ersten Gehversuche der Wolfsburger in China, als sie dort mit dem in Deutschland kaum gefragten Santana-Modell zunächst noch recht bescheidene Stückzahlen produzierten. Die 50 eGolf in Ruandas Hauptstadt Kigali sieht er daher auch nur als einen Start. Eine Flotte von mehr als 200 im Lande zusammengebauten VW-Fahrzeugen gibt es dort nach seinen Angaben bereits.

Schäfer spricht von einer steilen Lernkurve, die es bisher in Ruanda gab. Es geht dabei auch um Daten: Wie reagiert ein Mobilitätsdienst in einem Umfeld mit hohen Temperaturen und Regionen ohne Straßennamen etwa? Nützliche Erfahrungen, die auch in Ghana genutzt werden sollen.

Als bisher größter Standort auf dem Kontinent gilt das Volkswagenwerk nahe der südafrikanischen Hafenstadt Port Elizabeth, wo im Vorjahr 126.463 Fahrzeuge produziert wurden. Fürs laufende Jahr erwartet Schäfer dort eine Produktion von 162.000 Fahrzeugen. Das Werk baut für den Export wie auch den heimischen Markt diverse Polo-Versionen. Südafrika gilt als eine Art Testmarkt für Automobil-Hersteller aus aller Welt, darunter BMW, Mercedes, Ford oder Nissan, aber auch chinesische oder indische Hersteller. Die Marke VW hat mittlerweile dort einen Marktanteil von 20 Prozent - den höchsten konzernweit.

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dpa

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22. 10. 2019
12:01 Uhr

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