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Wirtschaft

EU-Parlament stimmt über strengere Klimaziele für Autos ab

Als die Unterhändler sich im Dezember auf die strengeren CO2-Regeln einigten, ging ein Aufschrei durch die Autobranche. Am Mittwoch stimmt nun das EU-Parlament ab. Es war ursprünglich für eine strengere Regelung.



Abgase
Ein Auto stößt Abgase aus. Die neue CO2-Regelung wird nicht so streng wie ursprünglich geplant.   Foto: Sebastian Gollnow

Autos sollen in der Europäischen Union bis 2030 erheblich klimafreundlicher werden. Das EU-Parlament wird heute über 2-Regeln sistrengere CO2-Grenzwerte für Autos abstimmen.

Die Abgeordneten dürften aller Voraussicht nach neue EU-Regeln billigen, die eine Verringerung des CO2-Ausstoßes von Pkw um 37,5 Prozent bis 2030 im Vergleich zu den Werten von 2021 vorsehen. Auf diesen Kompromiss hatten sich bereits im Dezember EU-Unterhändler geeinigt. Die Abstimmung im Parlament gilt nur noch als Formalie. Danach muss noch der Rat der Mitgliedstaaten die neuen Regeln verabschieden.

Der Entscheidung im Dezember war ein hartes Ringen vorausgegangen: Die EU-Staaten hatten Anfang Oktober für eine Senkung des CO2-Werts bei neuen Autos und leichten Nutzfahrzeugen um durchschnittlich 35 Prozent bis 2030 plädiert. Deutschland wollte ursprünglich nur 30 Prozent Minderung, trug den Beschluss aber mit. Das Europaparlament ging mit einer Forderung nach minus 40 Prozent in die Verhandlungen.

Die sogenannten Flottenwerte beziehen sich auf den Neuwagenabsatz jeweils eines Autobauers. Bis 2021 gelten im Schnitt 95 Gramm je Kilometer. Hersteller größerer und damit auch schwererer Autos dürfen darüber liegen. Die EU legt in den neuen Zielen nur Prozentzahlen fest, weil sich das Verfahren, wie die Werte ermittelt werden, inzwischen geändert hat.

Doch nach der Diskussion um saubere Diesel und die damit zurückgegangene Nachfrage gelten schon die ursprünglichen Ziele für viele Hersteller als schwer erreichbar. Sie sind dringender denn je auf einen nennenswerten Verkauf von Elektro- oder Hybridfahrzeugen angewiesen, um die Werte nicht zu reißen.

Schon bei der Einigung der Unterhändler im Dezember kritisierte die Branche deshalb die neuen Vorgaben als überzogen und unrealistisch. Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, nannte die Vorgaben eine riesige Herausforderung. «In keinem anderen Teil der Welt gibt es derart scharfe Ziele.» Es sei noch offen, wie und ob sie überhaupt erreicht werden könnten. Denn dafür müssten nach Rechnungen des VDA rund 40 Prozent der in Europa neuzugelassenen Fahrzeuge Elektromodelle sein. «Dafür ist eine europaweit dichte, kundenfreundliche Ladeinfrastruktur nötig sowie ein leistungsfähiges Stromnetz, das Millionen von E-Fahrzeugen gleichzeitig mit möglichst grünem Strom versorgen kann», sagte Mattes. «Hier ist nicht nur die Industrie, sondern auch die Politik gefordert.»

Umweltschützer drängen auch in Richtung Elektromobilität - allerdings fordern sie eine stärkere Regulierung hin zum E-Auto. Die Einigung gehe zwar in die richtige Richtung - weg vom Öl, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. «Doch CO2-Grenzwerte alleine greifen zu kurz.» Stattdessen brauche es eine ambitionierte E-Auto-Quote oder ein Ausstiegsdatum für den Verbrennungsmotor.

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 03. 2019
08:15 Uhr

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27. 03. 2019
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