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Wirtschaft

Entwicklungsminister Müller fordert Verbot von Plastiktüten

An den Ladenkassen müssen Kunden inzwischen meistens etwas bezahlen, wenn sie eine Plastiktüte wollen. Entwicklungsminister Müller will weitergehen und die Tragetaschen aus Kunststoff komplett verbieten. Und die Umweltministerin?



Plastikmüll
Weggeworfene Plastiktüten haben sich in einem Zaun verfangen.   Foto: Patrick Pleul

Im Kampf gegen Plastikmüll hat Entwicklungsminister Gerd Müller ein sofortiges Verbot von Plastiktüten gefordert.

«Das Verbot von Plastik-Strohhalmen genügt nicht, Deutschland sollte nicht auf Europa warten und Einweg-Plastiktüten sofort verbieten», sagte der CSU-Politiker der «Augsburger Allgemeinen». «Wenn wir so weiter machen, versinken wir im Müll», betonte Müller. Müll werde zur globalen Überlebensfrage wie der Klimawandel.

Im SPD-geführten Bundesumweltministerium, das dafür fachlich zuständig ist, zeigte man sich irritiert über den Vorstoß. Umweltministerin Svenja Schulze sei durchaus verwundert, denn es gebe ja schon eine Regelung für Plastiktüten in Deutschland, und ihre Zahl gehe stark zurück, sagte ein Sprecher. Es gehe dabei aber «im Grunde genommen um Peanuts»: Plastiktüten machten weniger als ein Prozent des Plastik-Verpackungsaufkommens aus.

Entwicklungsminister Müller dagegen verwies auf afrikanische Länder, die bereits Plastiktüten verboten hätten. «Was Ruanda, Kenia und Uganda können, müssen wir auch schaffen», sagte er. «Es kann nicht unser Ziel sein, den Müll nun einfach in andere Länder wie Malaysia zu schicken.» Müller hatte sich in der Vergangenheit zudem offen für eine Plastiksteuer gezeigt.

Die Zahl der verbrauchten Plastiktüten geht stark zurück, seit der Handel dafür - freiwillig - Geld nimmt. Schulzes Sprecher sagte, die Umweltministerin werde nach der Sommerpause eine «weitreichende Vereinbarung» mit dem Handel vorlegen, in der es darum gehe, «wirklich einen beträchtlichen Rückgang von Plastikverpackungen zu vereinbaren». Es gehe darum, dass für Obst- und Gemüse möglichst keine Plastikverpackungen mehr verwendet werden. Die dafür meist verwendeten dünnen Beutel sind bisher noch kostenlos.

Die Bundesregierung will zudem erreichen, dass nur noch sortierter und gut recycelbarer Kunststoffabfall ins Ausland verkauft werden darf. Hintergrund sind Berichte über Plastikvermüllung in Ländern wie Malaysia oder Indonesien, in die auch deutsche Unternehmen Abfall exportieren. Die EU hat zudem beschlossen, verschiedene Einweg-Produkte wie Plastik-Strohhalme oder -Besteck zu verbieten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
15:13 Uhr

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