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Wirtschaft

Etwas Entspannung beim Strompreis: Netzentgelte sinken 2019

Der Stromnetzausbau wirkt: Weniger Eingriffe bedeuten geringere Kosten, die Netzentgelte der vier Übertragungsnetzbetreiber sinken 2019 teils um mehr als 20 Prozent. Aber es gibt dabei einen kleinen Haken.



Stromverteilung
Umspannanlage in Sechtem: Die Netzentgelte für Stromautobahnen sinken 2019 deutlich.   Foto: Rolf Vennenbernd

Dank sinkender Netzentgelte für den Betrieb der großen Stromtrassen können Bürger und Unternehmen in Deutschland mit etwas Entlastung bei den Strompreisen rechnen. Grund sind Senkungen für 2019 bei den vier Übertragungsnetzbetreibern, die verantwortlich sind für die Stromautobahnen.

Demnach will 50Hertz, Betreiber der Übertragungsnetze in Berlin, Ostdeutschland und Hamburg, die durchschnittlichen Gebühren für das Benutzen der Leitungen um rund 23 Prozent senken, wie aus einer Auflistung hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bei TransnetBW, Tennet und Amprion sollen diese durchschnittlichen Entgelte voraussichtlich zwischen 6 und 16 Prozent sinken.

Somit werden sich die Netzentgelte der vier Unternehmen nach einer vorläufigen Prognose zwischen 2,03 Cent und 3,85 Cent je Kilowattstunde bewegen, die endgültigen Netzentgelte für 2019 werden Ende des Jahres vorliegen. Das große Aber: Diese Entgelte sinken, weil die hier bisher enthaltene Umlage für den Ausbau der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee künftig herausgerechnet wird, hier wird für 2019 eine eigene Offshore-Netzumlage eingeführt.

«Die Netzentgelte sinken. Das ist eine gute Nachricht für die Stromverbraucher», erklärte Lex Hartman, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet, am Montag. Rechnerisch würden für einen durchschnittlichen Haushalt im Netzgebiet von Tennet mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden die Netzentgelte für das Übertragungsnetz um knapp fünf Prozent auf rund 75 Euro pro Jahr sinken. Nach wie vor seien die hohen Kosten für netzstabilisierende Maßnahmen die Treiber für die Netzentgelte.

Da die energieintensive Industrie weitgehend von der Netzumlage befreit ist, können die Unternehmen mit hohem Verbrauch, etwa der Stahl- und Aluminiumbranche, von der Senkung besonders stark profitieren. Bei 50Hertz wird als ein Grund für die deutliche Reduzierung auch auf geringere Kosten durch Eingriffe in das Stromnetz verwiesen.

Die Höhe der Offshore-Umlage soll am 15. Oktober zusammen mit der Höhe der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energie bekannt gegeben werden. Nach Berechnungen von 50Hertz bedeutet die Senkung für einen Vier-Personen-Privathaushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 4000 Kilowattstunden nur eine Ersparnis von rund zehn Euro im Jahr, da der Anteil der Netzentgelte des Übertragungsnetzbetreibers am Strompreis der Privathaushalte nur rund fünf Prozent ausmache.

Aber ein Stahlwerk, das direkt an das Übertragungsnetz angeschlossen ist und jährlich 4000 Benutzungsstunden habe, zahle statt derzeit 20 Millionen Euro an Netzentgelten 2019 nur noch rund 16 Millionen Euro. «Die Senkung der Netzentgelte bedeutet für die industriellen, gewerblichen und auch privaten Stromverbraucher in unserer Region eine Entlastung und zeigt, dass der Netzausbau wirkt und Kosten zur Beseitigung von Netzengpässen reduzieren hilft», sagte der Vorsitzende der 50Hertz-Geschäftsführung, Boris Schucht.

Tausende Kilometer an neuen Trassen sollen dafür sorgen, dass das Netz entlastet und der Windstrom vom Norden in den Süden transportiert werden kann. Der Strompreis für private Haushalte beträgt derzeit im Schnitt 29,44 Cent je Kilowattstunde. Die Netzentgelte der lokalen und regionalen Betreiber sowie der Übertragungsnetzbetreiber haben einen Anteil von insgesamt 24,7 Prozent, hinzu kommen Produktionskosten, Konzessionsabgaben, Steuern und die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien.

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dpa

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2018
12:27 Uhr

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dpa

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01. 10. 2018
12:27 Uhr



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