Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Evonik trennt sich von Plexiglas-Geschäft

Evonik stellt Zusatzstoffe für unzählige Alltagsgegenstände her. Von einem bekannten Namen trennt sich der Essener Konzern jetzt. Mit anderen Produkten lässt sich dauerhaft mehr Geld verdienen.



Christian Kullmann
Die Methacrylat-Sparte komme in gute Hände, versprach Evonik-Chef Christian Kullmann.   Foto: Roland Weihrauch

Mit dem Verkauf seines Plexiglas-Geschäfts trennt sich der Essener Spezialchemiekonzern Evonik von einem seiner traditionellen Produkte.

Der Schritt sei notwendig, damit Evonik in weniger konjunkturabhängige Geschäfte investieren könne, sagte Vorstandschef Christian Kullmann am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz. Der Verkauf der Methacrylat-Sparte für netto rund 2,5 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Advent International war am Montagabend besiegelt worden.

In dem Geschäftsbereich sind 3900 der weltweit etwa 36 000 Mitarbeiter beschäftigt. Davon arbeiten nach Unternehmensangaben 2750 in Deutschland, unter anderem in Worms, Darmstadt und Wesseling bei Köln. Für sie soll nach Angaben von Kullmann der für Deutschland bis 2023 vereinbarte Kündigungsschutz gelten.

Evonik habe es zur Voraussetzung für den Verkauf gemacht, dass sich der Käufer der im Unternehmen geltenden Sozialpartnerschaft anschließe, sagte Kullmann. Mit Advent sei ein Käufer gefunden worden, der sich «genau zu diesen Prinzipien bekennt». Die Methacrylat-Sparte komme in gute Hände. Evonik werde durch den Verkauf mehr einnehmen, als viele Beobachter erwartet hätten, betonte Kullmann. Finanzchefin Ute Wolf sprach von einem perfekten Zeitpunkt für den Verkauf des schwankungsanfälligen Geschäftsfelds.

Kullman will die Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf des Methacrylat-Geschäfts vor allem für den weiteren Konzernumbau einsetzen. «Wir haben noch viel vor», sagte er. Wenn der Umbau als 100-Meter-Sprint beschrieben werde, stehe Evonik «jetzt bei Meter 10». Bisher habe das Unternehmen das Potenzial, das im Konzernumbau stecke, erst angedeutet.

Im vergangenen Jahr verdiente Evonik bei einem Umsatz von 15 Milliarden Euro unter dem Strich 932 Millionen Euro, nach 713 Millionen Euro im Jahr zuvor. Für 2019 erwartet der Konzern wegen der andauernden politischen Unsicherheiten Umsatz und Ergebnis auf dem Niveau von 2018 oder leicht darunter. Vom laufenden Personalabbau von rund 1000 Stellen in Verwaltung und Vertrieb seien inzwischen etwa 60 Prozent erreicht, sagte Personalvorstand Thomas Wessel.

Mehrheitseigentümer des Chemiekonzerns ist die RAG-Stiftung, die aus den Dividenden die Ewigkeitskosten des im vergangenen Jahr eingestellten Steinkohlebergbaus finanziert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 03. 2019
12:59 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Evonik Industries Konzerne Konzernumbau Kündigungsschutz Verkäufe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Armin Laschet

11.05.2019

Arbeitnehmer ringen mit Thyssenkrupp um Konzernumbau

Der Vorstand von Thyssenkrupp muss einen Kurswechsel vollziehen. Keine Stahlfusion und keine Konzernaufspaltung. Stattdessen sollen mehr Arbeitsplätze wegfallen. Jetzt wird über die Details verhandelt. » mehr

Hugo Boss

02.05.2019

Konzernumbau kosten Hugo Boss weiter viel Geld

Der Konzernumbau und die stärkere Ausrichtung auf das Internetgeschäft kosten den Modekonzern Hugo Boss weiter viel Geld. Zwar stieg der Umsatz im ersten Quartal 2019 leicht auf 664 Millionen Euro, wie der Konzern mittei... » mehr

Daimler-Zentrale

26.04.2019

Schwacher Start ins Jahr stellt Daimler vor große Aufgaben

Der Autobauer Daimler steht vor tiefgreifenden und vor allem auch teuren Veränderungen. Das Kerngeschäft läuft gerade aber alles andere als rund. Das hinterlässt Spuren. » mehr

BASF Werksgelände in Ludwigshafen

27.09.2019

BASF weiter unter Druck - Milliarden-Deal noch 2019 erwartet

Der Chemieriese hat sich eine neue Strategie samt Sparprogramm verpasst. Noch kann das Ludwigshafener Dax-Unternehmen keine Besserung melden. Immerhin: Verkaufserlöse im Milliardenvolumen aus einem Spartenverkauf könnten... » mehr

Thyssenkrupp

08.08.2019

Thyssenkrupp senkt nach schwachem Quartal Jahresprognose

Sanieren, sparen, verkaufen - der Mischkonzern Thyssenkrupp will endlich profitabel werden, nicht nur in der gut laufenden Aufzugssparte. Neben dem Stahlbereich gibt es weitere Sorgenkinder. Konzernchef Kerkhoff bleibt u... » mehr

Thyssenkrupp

30.10.2018

Brüssel hat bei Thyssenkrupp-Tata-Fusion Bedenken

Mit der geplanten Aufteilung von Thyssenkrupp in zwei unabhängige Teile will der Konzern seine Zukunftsfähigkeit sichern. Doch nun gibt es grundlegende Bedenken gegen die Pläne aus Brüssel. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kirchweih Lahm

Kirchweih Lahm | 15.10.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Schauübung der Kronacher Feuerwehr

Schauübung der Kronacher Feuerwehr | 14.10.2019 Kronach
» 13 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 03. 2019
12:59 Uhr



^