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Wirtschaft

Experten erwarten tiefrote Zahlen in der Autoindustrie

Autohäuser zu, Fabriken im Stillstand, Gewinne abgestürzt: Die Corona-Krise hat der Autoindustrie schon im ersten Quartal heftig zugesetzt. Das dicke Ende kommt allerdings erst noch, meinen Experten.



Renault
Auch in Frankreich hat sich im Zuge der Corona-Pandemie der starke Rückgang der Industrieproduktion fortgesetzt.   Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Auswirkungen der Corona-Krise dürften die Bilanzen der weltgrößten Autokonzerne im zweiten Quartal noch weitaus schlimmer abstürzen lassen als bisher.

Die Branchenexperten des Beratungsunternehmens EY gehen in einer aktuellen Analyse davon aus, dass die Mehrzahl der großen Hersteller im Juli rote Zahlen präsentieren muss. «Gerade Unternehmen, die vor allem auf dem europäischen Markt engagiert sind, wird es im zweiten Quartal hart treffen, denn hier war der Absturz besonders massiv», sagte der Leiter des Bereichs Automotive & Transportation bei EY, Constantin M. Gall, am Donnerstag.

Schon in den ersten drei Monaten des Jahres hat die Krise riesige Löcher in die Kassen gerissen. Zusammengenommen verbuchten die größten Hersteller im operativen Geschäft nur noch rund 7,5 Milliarden Euro Gewinn, wie EY in seiner regelmäßigen Branchenanalyse berechnet hat. Das ist ein Einbruch um mehr als die Hälfte im Vergleich zum ersten Quartal 2019 und der niedrigste Stand seit 2009. Die Verkaufszahlen gingen um 21 Prozent zurück, der Umsatz immerhin nur um 9 Prozent.

«Im ersten Quartal haben wir nur die anfänglichen Auswirkungen der weltweiten Covid-19-Pandemie gesehen. Das zweite Quartal wird noch sehr viel schlechter ausfallen», warnte Gall. Vier Konzerne aus den Reihen der 17 größten Autokonzerne der Welt hatten der Auflistung zufolge schon im ersten Quartal einen Verlust im operativen Geschäft vermeldet. Peugeot und Renault fehlen in der Aufstellung - sie hatten keine entsprechenden Zahlen vorgelegt. Einige Konzerne haben für das zweite Quartal schon Verluste in Aussicht gestellt.

Die Krise verstärke nun einen Abwärtstrend, der sich schon länger abgezeichnet habe, hieß es weiter. Hohe Investitionen in Elektrifizierung und Digitalisierung, Handelsstreitigkeiten und eine schwache Konjunkturentwicklung hätten die Margen unter Druck gebracht. Nun stehe eine lange Durststrecke bevor, Investitionen müssten auf den Prüfstand, Überkapazitäten abgebaut werden. «Und die Konsolidierung beschleunigt sich - diese Krise werden nicht alle Autohersteller überleben», sagte Gall. Hoffnung mache immerhin die schnelle Erholung in China, von der vor allem die deutschen Autobauer profitieren dürften.

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 06. 2020
09:47 Uhr

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dpa

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11. 06. 2020
09:47 Uhr



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