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Wirtschaft

Fachkräftemangel in der Altenpflege weiter gestiegen

Die Pflegebranche leidet enorm unter dem Fachkräftemangel. Es dauert immer länger, bis Heimbetreiber eine frei gewordene Pflegestelle besetzen können. Die Bundesagentur für Arbeit hat einen Vorschlag, wie das geändert werden könnte.



Altenpflege
Eine Pflegekraft (l) begleitet die Bewohnerin eines Altenheims beim Gang über den Flur. Laut BA sind im Jahresdurchschnitt 2018 in der Altenpflege auf knapp 3100 arbeitslose Fachkräfte rund 15.300 freie Stellen entfallen.   Foto: Oliver Berg

Altenpflegeheime in Deutschland müssen sich nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorerst weiter auf Probleme beim Besetzen freier Jobs einstellen.

Der Fachkräftemangel in der Branche habe zuletzt weiter zugenommen, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) zum «Tag der Pflege» in Nürnberg mit. Inzwischen bestehe bundesweit ein Mangel.

«In keinem Bundesland stehen rechnerisch ausreichend arbeitslose Bewerber zur Verfügung, um damit die der Bundesagentur gemeldeten Stellen besetzen zu können», bilanziert die Nürnberger Bundesbehörde in einer Analyse. Dies gelte allerdings nur für examinierte Altenpflegefachkräfte, nicht für Altenpflegehelfer.

Nach Bundesagentur-Angaben entfielen im Jahresdurchschnitt 2018 in der Altenpflege auf knapp 3100 arbeitslose Fachkräfte rund 15.300 freie Stellen. Die Folge: Inzwischen dauere es 183 Tage, bis Heimbetreiber eine frei gewordene Pflegestelle neu besetzt hätten, zwölf Tage länger als noch im Jahr 2017. Immerhin hätten bessere Fördermöglichkeiten mehr Jobsucher veranlasst, sich zum Altenpfleger ausbilden zu lassen.

Ebenfalls schwierig, wenn auch nicht ganz so dramatisch sei die Situation bei Krankenpflegern. Auch hier sei der Bedarf an examinierten Kräften groß. Im Jahresschnitt seien bei der Bundesagentur rund 6000 arbeitslose examinierte und besonders spezialisierte Krankenpfleger registriert gewesen; gesucht wurden von Kliniken aber 14.900.

Ein Teil des Fachkräfteproblems könnte nach Einschätzung der Bundesagentur dadurch gelöst werden, dass Teilzeitbeschäftigte ermuntert werden, ihre Arbeitszeit zu verlängern. In der Altenpflege arbeiteten nach BA-Angaben im Juni vergangenen Jahres 56 Prozent in Teilzeit, in der Krankenpflege 44 Prozent. In allen anderen Berufen liegt dieser Anteil dagegen im Schnitt nur bei 28 Prozent.

Angesichts der dramatischen Lage setzt die Bundesagentur inzwischen wieder verstärkt auf die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte. Im Rahmen des Programms «Triple Win» wirbt die Behörde in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) seit 2013 Pfleger aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, den Philippinen und Tunesien an. Seit dem Start des Projekts seien bereits 2000 Pflegekräfte an deutsche Pflegeheim vermittelt worden. Bis Jahresende sollen es 3000 sein, sagte eine BA-Sprecherin.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte ein umfassendes Vorgehen gegen einen Pflegenotstand. «Es braucht jetzt dringend einen Dreiklang aus guten Löhnen, attraktiven Arbeitsbedingungen und mehr Ausbildungsplätzen», sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa. Dabei müssten öffentliche Arbeitgeber in der Kranken- und Altenpflege eine Vorreiterrolle einnehmen. Ohne Zweifel werde dies alles Geld kosten. «Für eine zukunftssichere und bezahlbare Pflege gilt es daher, die Finanzierung dringend zu reformieren.» Ähnlich wie die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten zur Behandlung von Krankheiten trage, müsse die Pflegeversicherung die gesamten Pflegekosten übernehmen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
10. 05. 2019
14:07 Uhr

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10. 05. 2019
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