Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Wirtschaft

Familienunternehmen wachsen stärker als Dax-Konzerne

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Mit einer neuen Studie soll dieser Satz untermauert werden - und zielt damit auch auf die Diskussion rund um die Industriestrategie des Wirtschaftsministers.



Auszubildender bei der Arbeit
Der Studie zufolge werden mehr als 90 Prozent der privaten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland von Familien kontrolliert, 86 Prozent sind eigentümergeführte Familienunternehmen.   Foto: Robert Schlesinger

Deutsche Familienunternehmen sind in den vergangenen Jahren einer Studie zufolge deutlich stärker gewachsen als die großen Dax-Konzerne.

Bei den größten 500 Familienunternehmen stieg die Beschäftigung in den Jahren 2007 bis 2016 um 27 Prozent auf 2,54 Millionen Menschen, wie aus der Analyse hervorgeht, die das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen in München vorlegte. «Die 27 Dax-Unternehmen, die keine Familienunternehmen sind, konnten die Beschäftigung hingegen nur um vier Prozent auf 1,55 Millionen steigern», heißt es darin.

Beim Umsatz lagen die Mittelständler ebenfalls vorn: Im Durchschnitt stieg dieser bei den 500 stärksten Familienunternehmen laut Studie um 3,7 Prozent pro Jahr im untersuchten Zeitraum. Bei den gegenübergestellten Dax-Unternehmen nahm er um durchschnittlich rund 3 Prozent zu. Unter den Top 500 tauchen auch die Dax-notierten Familienunternehmen Merck, Beiersdorf und Henkel auf.

Die Untersuchung wird alle zwei Jahre neu aufgelegt. Angesichts der derzeitigen Diskussion rund um die «Nationale Industriestrategie» von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erhält sie diesmal besondere Brisanz. Altmaiers Kernaussage: Angesichts der zunehmenden Konkurrenz aus Asien und den USA auf den Weltmärkten müssten nach dem Vorbild des Flugzeugbauers Airbus mehr «nationale» und «europäische Champions» geschaffen werden, mit Hilfe des Staates und einer aktiven Industriepolitik. Das brachte dem Politiker den Vorwurf ein, er wolle «Planwirtschaft» betreiben.

Der Verband der Familienunternehmer, der unabhängig von der Stiftung agiert und an der aktuellen Studie nicht beteiligt war, kritisierte den Minister zudem dafür, die Interessen des Mittelstands bei der Strategie zu vernachlässigen und damit lediglich auf große Konzerne zu zielen. Die Stiftung will mit ihrer Analyse nach eigener Aussage eine aktuelle Grundlage für die Diskussion schaffen und bekräftigt die Bedeutung der Familienunternehmen für die deutsche Wirtschaft.

Schon einige Wochen zuvor hatte sie die Standortbedingungen in Deutschland für Mittelständler kritisiert und unter anderem zu hohe Steuern sowie Defizite bei der Infrastruktur konstatiert.

«Unser Wirtschaftsmodell basiert auf den mittelständischen familiengeführten Unternehmen. Völlig zu Recht werden sie als «Motor» unserer Volkswirtschaft bezeichnet», betonte auf Anfrage das Wirtschaftsministerium. «Minister Altmaier legt großen Wert auf einen konstruktiven Dialog mit der mittelständischen Wirtschaft und ihren Interessensvertretern», teilte ein Sprecher mit. Die Diskussion rund um seine Industriestrategie habe Altmaier «ganz bewusst» angestoßen.

Der Studie zufolge werden mehr als 90 Prozent der privaten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland von Familien kontrolliert, 86 Prozent sind eigentümergeführte Familienunternehmen. «Die Liste der größten Top 500 Familienunternehmen, sortiert nach der Beschäftigtenzahl, wird von der Schwarz-Gruppe angeführt, gefolgt von der Robert Bosch GmbH und dem Metro-Konzern», schreiben die Studienautoren. Beim Umsatz führen Schwarz-Gruppe und Bosch ebenfalls, an dritter Stelle folgt die Aldi-Gruppe.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 04. 2019
07:16 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Airbus GmbH Aldi Gruppe Beiersdorf AG Bundeswirtschaftsminister CDU Dax-Konzerne Familienunternehmen Flugzeugbauer Konkurrenz Metro AG Minister Mittelständler Peter Altmaier Robert Bosch GmbH Unternehmensgruppe Schwarz: Schwarz Beteiligungs GmbH Wirtschaftsminister Wirtschaftsministerien Wirtschaftsordnungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Bundeswirtschaftsminister

10.05.2020

Altmaier verteidigt Milliardenhilfen für die Wirtschaft

Der Staat werde sich aus unternehmerischen Entscheidungen heraushalten - auch wenn er Firmen mit Milliarden helfe, sagt Peter Altmaier. » mehr

Coronavirus - Regierung gibt unbegrenzte Kreditzusage

20.03.2020

Unternehmen wollen schnelle Staatshilfen

Die Corona-Krise hat dramatische Ausmaße für viele Unternehmen. Geschäfte müssen dicht machen, Aufträge und Umsätze brechen weg. Liquiditätsengpässe drohen. Doch wie schnell kommen versprochene Hilfen nun bei den Firmen ... » mehr

Coronavirus - Magdeburg

02.04.2020

Altmaier rechnet mit Konjunktureinbruch in Deutschland

Der Wirtschaftsminister stellt die Bürger ökonomisch auf harte Zeiten ein. Die Rezession könnte schlimmer ausfallen als in der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Zugleich versucht Altmaier Hoffnung zu verbreiten. » mehr

Peter Altmaier

20.05.2020

Altmaier will Übernahmen von Gesundheitsfirmen erschweren

Das Bundeskabinett hat eine «Corona-Novelle» der Außenwirtschaftsverordnung beschlossenen. Die Regierung will bei Übernahmen von Firmen aus dem Gesundheitssektor künftig genauer hinschauen können. » mehr

Christoph Schmidt

16.06.2019

«Wirtschaftsweiser» kritisiert Industriestrategie Altmaiers

Im Februar hat Wirtschaftsminister Altmaier seine Industriestrategie vorgelegt, seitdem reißt die Kritik nicht ab. Nun legt der Vorsitzende der «Wirtschaftsweisen» nach - und lässt kein gutes Haar an dem Papier. » mehr

Coronavirus - Frankfurt am Main

07.05.2020

Details zum Rettungspaket - Lufthansa zum Schnäppchen-Preis?

Der Bund und die Lufthansa sind sich noch immer uneins, wie die Rettung der Fluggesellschaft gelingen kann. Der Staat könnte zumindest die Unternehmensanteile zum Schnäppchenpreis bekommen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Drei Verletzte bei Frontalcrash Eltmann/Ebelsbach

Drei Verletzte bei Frontalcrash | 29.05.2020 Eltmann/Ebelsbach
» 15 Bilder ansehen

Bauerndemo in Coburg

Bauerndemo in Coburg | 28.05.2020 Coburg
» 4 Bilder ansehen

Frontal-Crash mit Oldtimer Dippach

Frontal-Crash mit Oldtimer | 22.05.2020 Dippach
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 04. 2019
07:16 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.