Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerGlobe-TheaterStromtrasseHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Familienunternehmen werfen Altmaier «Irrweg» vor

Es ist ein Frontalangriff auf den Wirtschaftsminister. Die Familienunternehmen legen in ihrer Kritik an den wirtschaftspolitischen Thesen nach - Altmaier agiere «defensiv-ängstlich».



Peter Altmaier
Wirtschaftsminister Peter Altmaier wird vom Verband der Familienunternehmen scharf kritisiert.   Foto: Bernd von Jutrczenka

Die mittelständischen Familienunternehmer haben Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei seiner Industriestrategie einen «Irrweg» vorgeworfen.

Der Ansatz des CDU-Politikers, «planwirtschaftliche und protektionistische Elemente» anderer Wirtschaftssysteme nachzuahmen, würde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nachhaltig schädigen, heißt es in einem Gegenpapier des Verbandes.

Der Präsident des Verbandes, Reinhold von Eben-Worlée, sagte in Berlin, es sei nicht Aufgabe des Staates, «nationale Champions» aufzubauen - wie es Altmaier will. Stattdessen müsse der Mittelstand als Stütze der deutschen Wirtschaft gestärkt werden. Der Mittelstand tauche in dem Papier aber gar nicht auf.

In einem «Nationalen Fitness-Programm» fordert der Verband etwa Maßnahmen für steuerliche Entlastungen und gegen hohe Stromkosten. Genehmigungsverfahren für den Ausbau etwa der digitalen Infrastruktur müssten beschleunigt, der Kampf gegen den Mangel an Fachkräften vorangetrieben werden.

Altmaier setzt sich in seinen Thesen für eine aktivere staatliche Industriepolitik im globalen Wettbewerb ein. In sehr wichtigen Fällen sei eine befristete Beteiligung des Staates an Unternehmen möglich. Seine große Sorge: Deutschland und Europa drohen bei wichtigen Zukunftstechnologien wie der Künstlichen Intelligenz, dem autonomen Fahren oder der Batteriezellenfertigung für E-Autos abgehängt zu werden - auch weil die weltweite Konkurrenz aus den USA und Asien zunimmt. Gerade staatlich gelenkte Konzerne aus China verzerrten den Wettbewerb.

Die Familienunternehmer warfen Altmaier eine «defensiv-ängstliche» Haltung vor. Stattdessen aber könne die deutsche Wirtschaft aus einer Position der Stärke agieren und China auf Augenhöhe begegnen. «Wir sind nicht wehrlos gegenüber China», sagte von Eben-Worlée.

Die Familienunternehmen gehören mit zu den schärfsten Kritikern des Ministers. Eben-Worlée hatte am Dienstag nach einem Kongress zur Industriestrategie zwar gesagt, er habe den Eindruck gehabt, der Minister habe erstmals mehr zugehört als selber zu reden.

Der Verband bleibt aber bei seiner Fundamentalkritik an der Strategie Altmaiers. Es sind nun aber weitere Gespräche mit dem Minister geplant. Altmaier plant einen Dialog auch mit anderen Wirtschaftsverbänden. Der Verband Familienunternehmer repräsentiert nach eigenen Angaben die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 180.000 Firmen in Deutschland, die acht Millionen Mitarbeiter beschäftigen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
15:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Fachkräfte Familienunternehmen Familienunternehmer Konkurrenz Minister Mitarbeiter und Personal Peter Altmaier Unternehmen Wirtschaftsminister Wirtschaftspolitik Wirtschaftsverbände
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Auszubildender bei der Arbeit

29.04.2019

Familienunternehmen wachsen stärker als Dax-Konzerne

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Mit einer neuen Studie soll dieser Satz untermauert werden - und zielt damit auch auf die Diskussion rund um die Industriestrategie des Wirtschaftsministers. » mehr

Altmaier erlaubt Fusion von Mittelständlern

19.08.2019

Altmaier erlaubt Fusion von Mittelständlern

Die letzte Ministererlaubnis für eine Fusion war ein spektakulärer Fall: der Verkauf von Kaiser's Tengelmann an Edeka. Der Fall, mit dem es Altmaier zu tun bekam, war bedeutend kleiner - aber mit hoher Symbolkraft. » mehr

Bundeswirtschaftsminister Altmaier in den USA

13.07.2019

Altmaier schlägt Fachkräfte-Allianz mit den USA vor

Der Bundeswirtschaftsminister will alles versuchen, um den Handelskonflikt zwischen den USA und der EU beizulegen. Er legt neue Vorschläge auf den Tisch. Aber kann das die Amerikaner überzeugen? » mehr

Tengelmann Unternehmenszentrale

15.08.2019

Tengelmann wächst trotz des Dramas um Karl-Erivan Haub

Das Verschwinden des Tengelmann-Chefs sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Doch die Geschäfte im Familienunternehmen liefen dennoch rund. » mehr

Altmaier

31.07.2019

Altmaier plant Krisentreffen zum Ausbau der Windkraft

In der vergangenen Woche hatte die Windkraftlobby Alarm geschlagen. Der Ausbau stockt. Der Wirtschaftsminister nimmt den Ball auf und will mit allen Akteuren sprechen. » mehr

Altmaier setzt auf Deeskalation

12.07.2019

Altmaier besucht US-Werk von Mercedes

Fast eine Woche lang ist Wirtschaftsminister Altmaier in den USA unterwegs. Im Handelskonflikt versucht er die Amerikaner mit Argumenten zu überzeugen. Statt Konflikten sei mehr Kooperation notwendig. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kutschunfall in Weisbrunn

Kutschunfall in Weisbrunn | 21.08.2019 Weisbrunn
» 13 Bilder ansehen

Fränkische Weinkönigin besucht die Haßberge

Fränkische Weinkönigin besucht die Haßberge | 21.08.2019 Haßberge
» 8 Bilder ansehen

Jubiläumsfeier "75 Jahre Befreiung in der Normandie"

Jubiläumsfeier "75 Jahre Befreiung in der Normandie" | 21.08.2019 Trun/Ebern
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 05. 2019
15:28 Uhr



^