Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Wirtschaft

Foodora und Lieferheld werden verkauft

Abends hungrig auf dem Sofa, aber nichts mehr im Kühlschrank? Lieferdienste hoffen auf solche Momente. Delivery Hero verkauft nun seine deutschen Dienste an einen Konkurrenten aus dem Ausland - und damit könnte nun vieles Orange werden.



Delivery-Hero-Logo
Delivery Hero verkauft seine Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de an einen niederländischen Konkurrenten.   Foto: Jens Kalaene

Die Essenlieferdienste Foodora, Lieferheld und Pizza.de wechseln in Deutschland den Besitzer: Das Berliner Unternehmen Delivery Hero verkauft sein Geschäft hierzulande für rund 930 Millionen Euro an den Konkurrenten Takeaway.com.

Die Niederländer betreiben bereits das Portal Lieferando.de. Auf lange Sicht sollen Kunden dann nur noch dort bestellen - die anderen Marken verschwinden.

Ziel sei es, alle Plattformen zusammenzuführen, sagte ein Sprecher aus Amsterdam. Der Verkauf muss noch von den Takeaway-Aktionären genehmigt werden. Die Unternehmen wollen den Deal in der ersten Jahreshälfte 2019 abschließen. Danach sollen die Portale innerhalb von sechs Monaten zusammengelegt werden, das könnte also bis Ende 2019 passieren.

Essen nach Hause bestellen, das ging schon früher mit einem Anruf bei der Pizzeria um die Ecke. Heute gibt es mehrere Internetportale, über die Kunden verschiedene Restaurants zur Auswahl haben. Die Dienste bekommen im Gegenzug für die Bestellungen eine Provision. Pizza, Sushi oder vietnamesische Suppe? Vor allem in großen Städten sehen die Anbieter noch gute Geschäftschancen.

In Deutschland konkurrieren mehrere Anbieter. In Großstädten gibt es zum Beispiel Foodora, dessen Fahrradkuriere in pinkfarbener Kleidung die Gerichte nach Hause bringen. Ein großer Rivale ist Deliveroo - und eben Lieferando.

Die Niederländer wollen damit ihre Bestellungen in Deutschland verdoppeln - und es gebe auch dann noch «gewaltige Wachstumsmöglichkeiten», sagte Takeaway-Vorstandschef Jitse Groen. Dass es am Ende nur noch eine Plattform geben soll, soll auch das Marketing einfacher machen. «Wir wollen dadurch im Jahr 60 Millionen Euro an Marketingkosten einsparen», sagte Manager Jörg Gerbig dem «Tagesspiegel». «Wir waren immer ein Verfechter der Ein-Marken-Strategie.»

Die drei Lieferdienste werden gegen Barmittel und Aktien verkauft, Delivery Hero bekommt im Gegenzug eine Beteiligung an Takeaway. Das Berliner Unternehmen geht davon aus, durch die Aktienbeteiligung einen Anteil von ungefähr 18 Prozent an Takeaway.com aufzubauen. Rund die Hälfte des Barerlöses von etwa 508 Millionen Euro will der Konzern in weiteres Wachstum investieren.

Über eine Fusion der beiden Schwergewichte des hart umkämpften Liefermarkts war schon länger spekuliert worden. Delivery Hero wurde 2011 gegründet. Seit 2017 ist das Unternehmen an der Börse, größere Aktionäre sind laut Unternehmen der südafrikanische Medienkonzern Naspers Group und die Start-up-Schmiede Rocket Internet.

Das Lieferunternehmen ist in rund 40 Ländern aktiv - und konzentriert sich nun aufs Ausland. Die Transaktion verbessere die Position von Delivery Hero, sagte Firmenchef Niklas Östberg. Trotz des Verkaufs des Deutschlandgeschäfts würden die Umsatzziele für 2019 übertroffen.

Bei Anlegern kamen die Pläne gut an. Die Aktien von Delivery Hero lagen auch am Nachmittag noch deutlich im Plus. Ein Händler sprach von einem «strategisch vorteilhaften Deal». Börsenexperte Michael Kunert von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger dagegen ist skeptisch. Er sei nicht so euphorisch wie andere.

Kurzfristig könne der Verkauf gut sein, weil Delivery Hero mehr Geld für seine deutschen Dienste bekomme als den Buchwert, sagte Kunert. Er halte es aber grundsätzlich für bedenklich, wenn sich eine Gesellschaft aus ihrem Heimatmarkt zurückziehe. Die Beteiligung an Takeaway sei außerdem nur dann langfristig sinnvoll, wenn das Unternehmen seinen Anteil später noch ausbauen könne.

Delivery Hero erwartet nun einen zusätzlichen Umsatz von 45 Millionen Euro im kommenden Jahr und von 2020 an von jährlich 81 Millionen Euro. Für 2019 peilt Delivery Hero einen Umsatz zwischen 1,08 Milliarden und 1,15 Milliarden Euro an.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
16:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berliner Unternehmen Börsenexperten Delivery Hero Kühlschränke Lieferdienste Marketingkosten Millionen Euro Services und Dienstleistungen Verkäufe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Lieferdienst-Fahrer

12.08.2019

Essenszusteller Deliveroo stellt Deutschland-Geschäft ein

Am kommenden Freitag werden die türkisfarbenen Warmhalteboxen der Fahrrad-Kuriere des Lieferdienstes Deliveroo aus dem Bild der deutschen Großstädte verschwinden. Für zwei starke Player war der Markt in Deutschland wohl ... » mehr

Dax

25.04.2019

Dax nimmt Auszeit nach neuntägigem Anstieg

Eine beeindruckende Rally des Dax hat ihr vorläufiges Ende gefunden. Nach neun Börsentagen in Folge mit Gewinnen gab der Leitindex um 0,25 Prozent auf 12.282,60 Punkte nach. » mehr

Rocket Internet

29.05.2019

Rocket Internet macht mehr Umsatz mit neuen Unternehmen

Der Start-up-Investor Rocket Internet hat dank neuer Unternehmen in seinem Portfolio den Umsatz im ersten Quartal gesteigert. Im Geschäftsbereich «New Businesses» zog der Umsatz um 85 Prozent an, wie das Unternehmen am M... » mehr

Börse Frankfurt

25.09.2018

Dax leicht im Plus trotz Kurssturz bei BMW

Erneute Kursturbulenzen im Autosektor haben den Dax am Dienstag insgesamt kalt gelassen. Während eine Gewinnwarnung von BMW die ganze Autobranche mächtig unter Druck brachte, zeigte sich der deutsche Leitindex relativ un... » mehr

Dax

04.09.2019

Anleger hoffen auf geordneten Brexit - Dax schließt im Plus

Die steigende Hoffnung auf einen geordneten Brexit hat den Dax am Mittwoch auf das höchste Niveau seit Anfang August gehievt. » mehr

Dax

14.10.2019

Holpriger Wochenstart an der Börse

Der Dax hat sich nach seiner Freitagsrally zum Wochenauftakt eine Auszeit genommen. Aussagen aus China zum Handelskonflikt mit den USA nahmen dem Leitindex etwas den Wind aus den Segeln. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kirchweih Lahm

Kirchweih Lahm | 15.10.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Schauübung der Kronacher Feuerwehr

Schauübung der Kronacher Feuerwehr | 14.10.2019 Kronach
» 13 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 12. 2018
16:47 Uhr



^