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Wirtschaft

Gegenwind für Deutschlands Exporteure

Wirtschaftliche Abschottung, Angriffe auf den freien Welthandel und Strafzölle sorgen für Verunsicherung. Das bremst den Welthandel und hinterlässt Spuren beim deutschen Export.



Container im Hafen
Deutschland führt seit Jahren mehr aus, als es einführt.   Foto: Daniel Reinhardt

Die Abkühlung des Welthandels bremst den deutschen Export. Weltweit lieferten die Unternehmen im September Waren im Wert von insgesamt 109,1 Milliarden Euro aus, das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

«Die Abkühlung der Exporte im dritten Quartal war fast greifbar. Besonders schmerzt der Rückgang auf so breiter Front, auch wenn er sich auf dem europäischen Markt in Grenzen hält», erläuterte Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Einzig das Geschäft mit den Euro-Ländern lag leicht im Plus.

«Der weltweit zunehmende Protektionismus und Risiken wie der anstehende Brexit werden es den Unternehmen auch in den kommenden Monaten nicht leicht machen», sagte Bingmann voraus. Der BGA hatte jüngst seine Prognose eingedampft. Der Verband rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem Exportwachstum von 3,5 Prozent nach ursprünglich erwarteten 5 Prozent.

In den ersten neun Monaten stiegen die Ausfuhren von «Made in Germany» um 3,5 Prozent auf 988,0 Milliarden Euro. Die Importe legten um 6,0 Prozent auf 813,6 Milliarden Euro zu.

In der Außenhandelsbilanz ergab sich im September ein Überschuss von 18,4 Milliarden Euro. Deutschland führt seit Jahren mehr aus, als es einführt. Das sorgt bei Handelspartnern für Kritik, vor allem bei US-Präsident Donald Trump. Tendenziell sinkt der Überschuss allerdings seit einer Weile, weil die Importe zuletzt stärker stiegen als die Exporte. Im September legten die Einfuhren um 5,3 Prozent auf 90,7 Milliarden Euro zu.

Nach Einschätzung von ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski belasteten neben der Abschwächung des Welthandels und auch die Probleme der Autoindustrie bei der Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfstandard (WLTP) die Exportbilanz im September. Weil nicht alle Auto-Modelle rechtzeitig eine Genehmigung für eine Neuzulassung hatten, mussten Hersteller die Produktion drosseln.

Der internationale Handel leidet auch unter den vor allem von den USA angeheizten Streitigkeiten. «Seit Beginn des Jahres 2018 hat der Handelskrieg zwischen den USA und China stetig an Schärfe gewonnen. Aus den Störfeuern könnte sich ein Flächenbrand entwickeln...», warnte Deutsche Bank-Analyst Jochen Möbert.

Ein Abkühlung des globalen Handels trifft die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Ökonomen rechnen auch deswegen mit einem schwachen dritten Quartal. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach von Juli bis September kaum noch gewachsen, möglicherweise sogar geschrumpft sein. Zum Jahresende sollte die deutsche Wirtschaft aber wieder zulegen. Für das Gesamtjahr hatten Ökonomen und die Bundesregierung ihre Konjunkturprognosen zuletzt nach unten korrigiert. Demnach geht der Aufschwung weiter, verliert in diesem und im kommenden Jahr aber an Tempo.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2018
13:05 Uhr

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08. 11. 2018
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