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Wirtschaft

Großteil gefährlicher Produkte sind Spielsachen für Kinder

Millionen von Produkten fluten jedes Jahr die Märkte in Deutschland und der EU. Einige von ihnen sind schlecht verarbeitet oder enthalten giftige Stoffe. Vor allem die Kleinsten sind gefährdet.



Didier Reynders
Didier Reynders, EU-Kommissar für Justiz und Rechtsstaatlichkeit, hält während einer Pressekonferenz Teddybären in der Hand.   Foto: Stephanie Lecocq/EPA Pool/AP/dpa

Eine Wärmflasche, die warmem Wasser nicht standhält oder ein Teddybär, der in Flammen aufzugehen droht: Im vergangenen Jahr haben die EU-Länder mehr als 2240 Mal vor gefährlichen Produkten gewarnt.

In fast jedem dritten Fall (29 Prozent) war Kinderspielzeug betroffen, wie EU-Justizkommissar Didier Reynders in Brüssel sagte.

Die häufigsten Risiken waren nach dem am Dienstag vorgestellten EU-Bericht über gefährliche Produkte Verletzungen, Gefahr durch chemische Stoffe und das Risiko einer Erstickung. Mehr als die Hälfte der gefährlichen Produkte kam aus China. «Wir versuchen China dazu zu bewegen, enger mit der Europäischen Union und dem Warnsystem zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass gefährliche Produkte auf unsere Märkte gelangen», sagte Reynders. Nur knapp 30 Prozent der Produkte kämen aus Europa.

Im EU-Vergleich warnten die deutschen Behörden im vergangenen Jahr am häufigsten vor gefährlichen Produkten. 454 Mal meldeten die zuständigen Stellen unter anderem gefährliche Spielsachen oder Bauteile in Autos an das gemeinsame EU-Schnellwarnsystem. 2018 gingen dort etwas mehr als 360 Warnungen aus Deutschland ein.

Im EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Nichtlebensmittel tauschen EU-Staaten und EU-Kommission Informationen über gefährliche Produkte aus. So können die anderen Länder schneller überprüfen, ob diese Produkte auch auf dem heimischen Markt kursieren und zum Beispiel Rückrufe einleiten.

Fast drei Viertel der deutschen Meldungen betrafen Autos und andere Kraftfahrzeuge. Am zweithäufigsten (5 Prozent) wurden Spielzeuge beanstandet, gefolgt von Kleidung. In mehr als zwei Dritteln der Fälle drohte die Gefahr einer Verletzung.

Gesunken ist dafür die Anzahl der Maßnahmen, die deutsche Behörden infolge der eigenen Warnungen oder jener aus anderen EU-Staaten ergriffen haben - etwa Produktrückrufe. 2018 leiteten sie knapp 170 sogenannte Folgemaßnahmen ein. Im vergangenen Jahr waren es rund 100. Europaweit wurden 4477 Folgemaßnahmen gezählt.

Auch 2020 wurde Reynders zufolge schon deutlich, wie wichtig das Warnsystem ist. Während der Corona-Krise sei eine Welle von Produkten zur Bekämpfung des Virus auf die EU-Märkte geschwappt - darunter Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Manche davon hätten vorgegeben, Covid-19 zu heilen und Wunder zu wirken. Die EU habe daraufhin die Betreiber von Online-Plattformen gebeten, Anbieter solcher Produkte herauszunehmen.

© dpa-infocom, dpa:200707-99-705504/2

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 07. 2020
15:23 Uhr

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07. 07. 2020
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